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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Rasche Reisen deutscher Segler. 
240 bis 260 Sm, 3 von 220 bis 239, 1 von 200 bis 219, 4 von 188 bis 199, 
1 von 174, 2 von 150 bis 159, 1 von 143, 1 von 139 und 1 von 98 Sm. 
80° O-Lg wurde in 35,3° S-Br am 19. November gekreuzt. — Die weitere Fahrt 
ging von 31° bis 28° S-Br und 92,6° O-Lg, wo der Südostpassat einsetzte, nur 
Jangsam. Der Passat, mit dem etwas mehr Fahrt gemacht werden Konnte, 
blieb ziemlich frisch bis 12° S-Br, war dann für zwei Tage sehr flau, frischte 
aber von 10° bis 6° S-Br wieder etwas auf. Nachdem es abermals für 2'/2 Tage 
Bau und still gewesen war, setzte in 3,5° S-Br ein kräftiger Monsun aus West 
bis WNW ein, mit dem der Viermaster am nächsten Tage, dem 6. Dezember, 
in 92° O-Lg über die Linie ging. Seine Fahrzeit von 80° O-Lg hatte eine 
Dauer von nur 17 Tagen. -— Sehr gut traf es „Pindos“ auf der letzten Strecke, 
wo Kapt. Anhagen, wie die Führer von „Wega“ und „Arethusa“, verständiger- 
weise die Route östlich von den Nikobaren und den Andamanen nahm. Er 
behielt den Westmonsun bis 2,3° N-Br und erhielt dann den Nordostmonsun zu 
allerletzt so raum, dafs er seinen direkten Kurs vorliegen konnte. Glücklicher- 
weise war zwischen Sumatra und Grofs-Nicobar wenig Gegenstrom. Nach nur 
11 Tagen von der Linie und mit nur 97 Tagen Reise von Lizard ankerte 
„Pindos“ am 17, Dezember bei der Lootsenbrigg unter China Bakir. 
Zieht man die geringere Segelfähigkeit eines Schiffes auf der Rückreise 
in Betracht, so muß man die der „Pindos“ von Rangun nach Falmouth als eine 
recht gute bezeichnen. Der Viermaster verliefs den letzten Ankerplatz an der 
Küste am 3. März und steuerte erst Ost von den Andamanen nach Süden, um 
dann, als in etwa 11,8° N-Br der flaue Nordwestwind in leichten Nordostmonsun 
übergegangen war, durch den Zehngrad-Kanal zu gehen. Der Nordost- brachte 
„Pindos“ bis 3° N-Br, dann frischerer Nordwest- bis Westwind am 15. März, 
12 Tage von Rangun, in 88,4° O-Lg nach der Linie. — Der frische westliche 
Wind, mit welchem der Viermaster nach Süden steuerte, hielt an bis 12,7° S-Br, 
worauf nach 4 Tagen Mallung und Stille in 14,5° S-Br und 87° O-Lg der 
Südostpassat einsetzte, der zuerst, sowie an den letzten 3 Tagen kräftig, sonst 
aber nur mit mäfsiger Stärke wehend, ihn nach 27° S-Br und 49° O-Lg geleitete. 
Mit umlaufenden, vorherrschend östlichen Winden kam „Pindos“ am 4. April, 
am 20. Tage von der Linie, in 34,5° O-Lg südlich von 30° S-Br. — Hiermit 
begann die Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung. Zuerst ging es rasch 
vorwärts. Indem man sich bei mäfsigem östlichen Winde von etwa 31° S-Br 
an in Sicht der afrikanischen Küste hielt, fand man starken Mitstrom: am 
13, April S57°W 44, am 14. S50°W 66, am 15. 5S58°W 98 und am 16. 
S66°W 55 Sm. Die letzten beiden Versetzungen gingen gegen einen schweren 
Sturm aus WNW mit sehr hoher wilder See. Leider drehte der Strom in etwa 
22,5° O-Lg sich nach Süd, wodurch das Weiterkommen zeitweilig unterbrochen 
war; zum Glück setzte jedoch bald ein Sturm aus SW bis SSW ein, der „Pindos“ 
am 18, April an Kap Agulhas vorüberführte. Frischer bis steifer Wind aus 
SO brachten den Viermaster schon am 21, April in 10,5° O-Lg wieder nördlich 
von 30° S-Br. Dauer der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung nur 
17 Tage. — Der Passat des Südatlantischen Ozeans blieb, öfters dem Schiffe, 
welches die Route westlich von St. Helena nahm, eine Fahrgeschwindigkeit 
von 9 bis 11 Knoten gebend, stetig bis 14,7° S-Br; darauf gab es für 2 Tage 
sehr flaue Briese, worauf der Passat jedoch auffrischend wieder durchkam und 
„Pindos“ am 8. Mai nach der Linie geleitete. Der Schnittpunkt derselben war 
in 23,6° W-Lg, die Fahrzeit von 30° S-Br nach dort 17 Tage. — War soweit 
die Reise gut verlaufen, so brachte sie im Nordatlantischen Ozean noch viel 
Aufenthalt und Verdrufs. Zunächst gab es 5 Tage mit Mallung und Stille, 
dann kam in 5,8° N-Br der Nordostpassat durch, der zwar frisch, selbst stark 
wehte, aber schon in 23,5° N-Br aufhörte. Nach 3 Tagen Stille wehte für 
3 Tage wieder leichter Ostwind, dann trat eine fortwährende Veränderung des 
flauen Windes nach allen Richtungen ein, abwechselnd mit Stillen, Zu guter 
Letzt gab es vor dem Kanal noch Aufenthalt durch östlichen Wind. Erst nach 
39 Tagen Fahrt von der Linie wurde Lizard am 16. Juni erreicht. Trotzdem 
mufs die ganze Reise ab Rangun von 105 Tagen als eine kurze bezeichnet 
werden, 
Eine noch raschere Hin- und besonders Herreise von Rangun machte 
„Pindos“ im Jahre vorher. Der Viermaster passirte Lizard 1897 September 16
	        
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