Rasche Reisen deutscher Segler,
31
Schiff (in 19 Tagen ab 80° O-Lg am S. April in 91,7°0-Lg den Aequator. =
Beim. Nordwärtssteuern in der Bai von Bengalen hielt „Wega“ sich an.der
Ostseite der Nikobaren und Andamanen, Der. Wind, vorwiegend östlich, war
meistens leicht und auch von. Stillen unterbrochen, ‚aber „so raum, dafs . fast
immer der Kurs eingehalten werden konnte. Gegenströmung: zwischen: Groß-
Nikobar und Nord-Sumatra war nicht ‚vorhanden. . Eine südwestliche Briese
brachte das Schiff am 22, April zum Ankerplatz in der Nähe der Lootsenbrigg
von Rangun.. Die Dauer .der Fahrt von: der Linie nach hier von nur 14 Tagen
war für die Jahreszeit — Kenterung des Monsuns — ein aufserordentlich gutes
Resultat. . Auch die Dauer der ganzen Reise von Lizard her von 103 Tagen
war kurz, ..
S, 5108. Das stählerne Vollschiff „Alsterkamp“, Kapt. Ch; Jensen,
pässirte,.. nach Kalkutta bestimmt, am, 22, April 1898 Lizard.. Es hatte gute
und Gegenwinde, bis es in 34° N-Br. den Passat erhielt, .der,. selten. frisch
wehend, es westlich von den Kapverden bis 5,5°N-Br. begleitete,, wo man, da
südlich. von den Kapverden ziemlich viel Ost :angeholt war, in 22° W-Lg zu
stehen. kam. : In 4° N-Br kam „Alsterkamp“ in den: Südostpassat, .der das
Schiff am 23. Mai in 25,5° W-Lg nach der Linie brachte,: 31 Tage Fahrt-
dauer, etwa 4 Tage mehr als .das Mittel. — Der Südostpassat war auch nur
von mäfsiger Stärke, aber stetig bis 28° S-Br, und der folgende Wind aus NNO
bis NW beständig stark bis stürmisch. „Alsterkamp“. machte. hier in 4 Tagen
4 Stunden rund 1000 Sm und kam dabei. mehrmals. auf 12!/2 Knoten. Das
Schiff .kreuzte 0° Lg in 38,8° S-Br am 11. Juni, .19. Tage: von der Linie. —
Nach kurzer Pause. mit starkem, sehr oft stürmischem ‚Winde aus dem west-
lichen Halbkreise weiter jagend, gelangte das Schiff schon .am 18. Tage, nach-
dem: es in.14 Tagen 8 Stunden . 3040 Sm. ins .Kielwasser gebracht ‚hatte; am
29, Juni nach 28,8° S-Br und 73,2° O-Lg. Das mittlere Ktmal:, war. 212 Sm,
die besten Etmale ergaben 292, 272: und. 254 Sm. — Da.es in der Bai. von
Bengalen die Jahreszeit des Südwestmonsuns war, konnte schon frühzeitig die
Route mehr nordwärts geändert werden.‘ „Alsterkamp“. segelte in 22,5° S-Br
und 81° O-Lg den. Südostpassat an. Dieser brachte, auf dem gröfsten Theile
des: Weges stramm wehend, das Schiff nach 2,5° S-Br, ‘dann .der folgende Süd-
westmonsun es am..nächsten Tage, am 11. Juli, nach der Linie in. 82° O-Lg,
Die letzte Strecke war demnach in 12 Tagen durchsegelt. — Der Südwest-
monsun wehte steif bis nach S° N-Br, . von dort aber meistens ‚nur leicht, und
in 20° N-Br stellte: sich unerwarteterweise schon. östlicher Wind ein. .Immer-
hin wurde die Hoogly-Mündung doch schon.in 14 Tagen von der Linie, ‚am
25. Juli, erreicht. Die ganze Reise von 94. Tagen ist als eine rasche zu
bezeichnen. . ;
S. 5155. Die Stahl-Viermastbark „Pindos“, Kapt. R. Anhagen, verließ,
von Hamburg nach Rangun, bestimmt, am 11. September. 1898 den. Englischen
Kanal. In den ersten Tagen ging es mit nördlichem. Winde ziemlich rasch, dann
aber von 41° bis 37° N-Br.und von 25° bis zur Linie langsam. Der Nordostpassat
war flau und unbeständig, ebenso der Südwestmonsun und der Südostpassat.
Immerhin erreichte der Viermaster die Linie in 24,2° W-Lg in 32 Tagen,
hatte also: gegen das grofse.Mittel noch. 2,5 Tage gewonnen, — Auf der süd-
lichen Breite ging es erheblich besser; der frische Südostpassat brachte „Pindos“
vom 14. bis zum 18..Oktober von .1°$-Br und 25° W-Lg nach 16° S-Br und
29,3° Lg, in 4 Tagen und 4 Stunden .928 Sm. Es folgten . dann freilich: für
4'/2 Tage flauer Wind und Stille, darauf aber wieder von 24° S-Br. und
28,8° W-Lg,. mit‘ einem Tage Ausnahme, frischer und steifer Wind aus Nord bis
NNW, der, das Schiff am 31. Oktober, dem 19. Tage von der Linie,. in 40° S-Br
nach 0°“ Lg brachte. . Es: hatte dann wieder .in 8 Tagen 1713 Sm hinter sich
gebracht... (Mittlere Fahrt auf der Strecke 0° Br bis 0°Lg 23 Tage, ‚beste
Fahrt „Etha Rickmers“ 16 Tage.im November 1891.) — ‚Auch. auf..der’ folgen-
den. Strecke wurde die: Fahrt des. Viermasters .durch den westlichen Wind: gut
gefördert. Wenn- auch flaue Tage dazwischen vorkamen, was fast immer ge-
schieht; so war die Durchschnittsgeschwindigkeit doch eine sehr befriedigende,
denn es konnte mit derselben auf der Route über 44,5° S-Br die Strecke: von
0? bis 80° O-Lg in 19 Tagen zurückgelegt werden. ‚Das Schiff hielt dabei
eine mittlere Geschwindigkeit. von. 8 Knoten ein, . Es: machte, 5. Etmale von