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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Rasche Reisen deutscher Segler, 
ziemlich hinderlich wurde. Am 23. November ankerte „Arethusa“ zwischen 
Alguada-Rif‘ und Diamond-Insel.. Dauer der Fahrt von der Linie .nur 11, 
der ganzen Reise 100 Tage. Sie kommt nahe an die besten, die gemacht 
worden sind, N 
Am 19. Februar 1898 trat „Arethusa“ eine Reise von Rangun nach Rio 
de Janeiro an, Das Schiff traf in der Bai von Bengalen, wo es den Weg 
durch den Zehngrad-Kanal nahm, anfänglich mäfsige Westnordwestbriese, die zu- 
letzt abflaute und der in 10° N-Br ein leichter bis mäfsiger Nordostmonsun folgte. 
Derselbe begleitete das Schiff beinahe bis zur Linie, die es am 1. März, am 
10. Tage der Fahrt, in 89,2° O-Lg ‘kreuzte, — Auf südlicher Breite gab es 
nach einigen Tagen mit Stille und Mallung westlichen und südwestlichen Wind, 
der zeitweilig frisch wehte und für die Gegend ganz annehmbar war. In 
7° S-Br und 89,5° O-Lg stellte sich der Südostpassat ein. Zuerst nur als mäfsige 
Briese, von 66° O-Lg an aber als starker Wind. wehend, trieb er das Schiff 
schnell durchs Wasser, und schon am 24. Tage der Fahrt von 0° Br erreichte 
dieses am 25. März 30° S-Br in 38,3° O-Lg. — Hier begann die Umsegelung 
des Kaps der Guten Hoffnung. Zuerst begünstigt durch guten, wenn auch 
meistens flauen Wind und die starke Strömung, die von 34° S-Br und 28,7° O-Lg 
bis 35,8° S-Br und 228° O-Lg in 3 Tagen, zuletzt gegen Sturm aus West, 
S38° W 70, N87° W 64 und 585° W 32 Sm setzte, dann aber, nachdem der 
mitlaufende Strom aufgehört, durch Gegenwinde aufgehalten, passirte „Arethusa“ 
am 13. Tage der Umfahrt den Meridian von Kap Agulhas und 5 Tage später, 
am 12, April, mit günstig gewordener Gelegenheit den Parallel von 30° S in 
11,2° QO-Lg. Dauer der Rundfahrt im Ganzen 18 Tage, — Den gröfsten Vor- 
theil gegen andere Schiffe erreichte „Arethusa“ bei der Ueberfahrt über den 
Südatlantischen Ozean. Anstatt mit dem ersten schon in 31,5° S-Br eintretenden 
Südostwinde gleich direkt auf das Reiseziel los zu steuern, blieb Kapt. W, Meyer, 
der Anweisung der Seewarte Folge leistend, zunächst bei einem nördlicheren 
Kurse, und erst als in 22° S-Br und 5,5° O-Lg der Passat endgültig eingesetzt 
hatte, wurde westlicher gesteuert, dabei aber immer noch, um sich guter Briese 
zu versichern, Nord mitangeholt. „Arethusa“ ging nordwärts bis 15,6° S-Br in 
17° W-Lg und hatte stetigen günstigen Wind ganz bis zur Brasilküste, Sie 
kreuzte 20° S-Br in 34° W-Lg und erreichte Rio de Janeiro am 7. Mai. Die 
Fahrtdauer vom Meridian von Kap Agulhas war 50 Tage, die der ganzen 
Reise von Rangun 77 Tage. Es ist die beste Reise im Bericht. 
S. 5013. Die zweite in der Reihe der Reisen nach der Bai von Bengalen 
ist die des eisernen Vollschiffes „Wega“, Kapt. H. Hashagen. Es trat seine 
Fahrt ab Lizard nach Rangun am 9. Januar 15898 an und fand auf der ersten 
Strecke einen sehr veränderlichen, oft zu flauen, bis zur Stille einschlafenden, 
aber doch fast immer günstigen Wind an. Der Nordostpassat trat erst in 
24° N-Br ein und ging in 3° N-Br ohne viel Unterbrechung durch Stille in den 
Südostpassat über. So war es „Wega“ möglich, die Linie in 28,5° W-Lg am 
5. Februar nach 27 Tagen zu passiren. — Auf der zweiten Strecke nahm die 
Reise. noch einen etwas besseren Verlauf, indem der stets frische Südostpassat 
bis 28,5° S-Br und 28,3° W-Lg anhielt. Später war es nur ein Mifsstand, dafs 
der einsetzende schral aus SSO wehende Wind zu lange wehte und in der 
Folge das Schiff in eine unvortheilbafte nördliche Stellung trieb. Ks kreuzte 
0° Lg am 1. März in 37,8° S-Br. Seine Fahrzeit von 24 Tagen war recht 
gut. — Glücklicherweise gab ihm der folgende günstige, vornehmlich aus NW 
kommende Wind die Gelegenheit, südlicher zu kommen, wobei 45,3° S-Br in 
27° O-Lg angesegelt wurde. Der stramme, stetige und nicht stürmische Wind 
trug „Wega“ in 16 Tagen 3227 Sm über das Meer, also durchschnittlich für 
diese lange Zeit 202 Sm den Tag. Der Meridian von 80° O wurde, nachdem 
tags vorher Amsterdam-Insel gesichtet. worden war, am 20. März in 57° S-Br 
passirt. Fahrtdauer von 0°Lg 19 Tage, ein sehr gutes Resultat. — Nach 
unterbrechender Stille und Mallung setzte bereits in 33° S-Br in 83,4° O-Lg 
der Südostpassat ein; derselbe war so südlich, dafs „Wega“ die noch fehlende 
Ostlänge bequem mit anholen kounte, Der Wind, der anfänglich sehr frisch 
wehte, brachte „Wega“ von 31,8° bis. 17,8° S-Br wieder einen raschen Lauf von 
1100 Sm in 5 Tagen. Später war der Südost flau, und der westliche 
Monsun gab auch nur sehr langsames Weiterkommen. .Indessen erreichte das
	        
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