accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler, 
30 
und. Öst abgelöst, brachten „Edmund“ bis 26° S-Br. Dann folgte ein frischer 
bis steifer Südostpassat, der das Schiff. schon am 24. Tage, also nach schneller 
Fahrt vom Kap Horn, am 1. September nach der Linie brachte. — Die ersten 
10 Grade in nördlicher Breite legte das Schiff mit Südostpassat und Südwest- 
monsun in 4,4 Tagen zurück, Der Nordostpassat, der sich erst in 11,5° N-Br 
einstellte, hielt als frische Briese bis 33° N-Br an. Dann gab es wieder für 
31h Tage die unvermeidlichen Stillen, dann aber von Neuem günstige Gelegenheit 
mit frischen bis steifen Winden aus Nord bis WNW und zuletzt aus SW. 
Auf der Höhe von Mine Head wurde an Bord der nach Liverpool bestimmten 
Viermastbark die. Journalführung am 27. September wegen dichten  Nebels 
geschlossen. „Edmund“ hatte bis dorthin 26 Tage von der Linie und 110 Tage 
Reise von San Francisco; beides sehr gute Leistungen. 
4. Reisen nach Indien ımd Süd-China und zurück. 
S. 5059. Die grofsen Segelschiffe, die in früheren Jahren im Reis- 
transport von Birma beschäftigt waren, haben in ihrer Anzahl in. letzterer Zeit 
zehr nachgelassen; demnach können wir aus ihrer Reihe verschiedene mit aus- 
gezeichnet kurzen Reisen aufführen. Das erste ist das stählerne Vollschiff 
„Arethusa“, Kapt. W. Meyer. Dasselbe. passirte. auf der Reise von Hamburg 
nach Bassein am 15. August 1897 ILizard, hatte anfangs 3 Tage Aufenthalt 
durch Südwest-, dann günstigen West- und Nordwestwind und erhielt in 38° N-Br 
den Passat. Anfangs flau, dann so weit auffrischend, dafs er dem Schiff, welches 
westlich von den Kapverden passirte, zeitweilig eine Fahrt von 8 bis 9 Knoten 
gab, brachte er es am 31. August glücklich nach 17,5° N-Br und 25,7° W-Lg. 
Hier begann der Wind rasch zuzunehmen aus ONO und wehte nachmittags und 
abends, indem er sich nach.OSO und SSO drehte, orkanartig. „Nach Mittag 
Wind und See rasch zunehmend. Das Barometer fällt schnell. Leichte Segel 
and Bramsegel fest. Nach 4"p alle Segel bis auf die Untermarssegel fest. 
Um 6"p flog das Voruntermarssegel weg, gleich darauf drehte das Schiff, das 
bis dahin auf südwestlichem Kurse mit 11 Knoten Fahrt gelaufen hatte, auf 
B. B.-Halsen bei. Es wehte zeitweilig mit Stärke 10; sehr heftiger Regen. 
Nach 10*p hiefsen Böen und Regen etwas nach, es wehte aber noch immer 
hart, und das Schiff arbeitete schwer. Nach 3"a am 1. September im Ganzen 
handsamer.“ Das Barometer fiel in der Zeit von 8'a bis 8"p am 31. August 
von 761 auf 750 mm. Solche orkanartigen Stürme kommen bekanntlich im 
August, September und Anfang Oktober in der Umgebung der Kapverden nicht 
3elten vor und sind in diesen Annalen schon verschiedentlich beschrieben 
worden. Der Wind blieb nach dem Sturm südöstlich und drehte auch noch 
wieder nach NO, Nach Mallung und Stille begann in 9° N-Br der Südwest- 
monsun, mit dem „Arethusa“ bei dem Winde bis 1,8° N-Br und 15,7° W-Lg ging und 
dann. mit dem südlichen und südöstlichen Winde am 15. September in 19,6° W-Lg 
nach 31 Tagen Reise die Linie kreuzte. — Der Südostpassat und der ihm 
folgende Nordost- und Nordwestwind gaben „Arethusa“ auf. südlicher Breite 
eine sehr gute Fahrt bis 32,5° N-Br und 20° W-Lg. Dann kam aber ‚wieder 
schraler südöstlicher Wind durch, womit „Arethusa“ wieder nach Norden und 
in die Windstille des. Hochdruckgebiets gerieth, dann aber doch mit Nordwest- 
wind 0° Länge in 39° S-Br am: 6. Oktober nach 21 Tagen erreichte. —. Der 
starke günstige Wind aus Nord bis West, zuweilen aus SW, der an zwei oder drei 
Tagen durch leichtere Briese unterbrochen war, trieb das Schiff, obschon es nur 
wenig über 41° S-Br hinausging, in. 20 Tagen nach 80° O-Lg in 40° S-Br, 
welcher Punkt am 26. Oktober erreicht wurde. Am 20. sah man sich genöthigt, 
bei WSW 10 für 16 Stunden beizudrehen. -— Der gute, aber bald sehr flau werdende 
Wind hielt an bis 27° S-Br in 92° O-Lg. Die schlanke Passatbriese, die 
„Arethusa“ schnell nach Norden brachte, hielt an bis 6,5°S-Br; dann folgte 
ein ebenfalls befriedigender Monsun aus SW und West, mit dem das Schiff am 
17. Tage der Fahrt, am 12. November, 0°. Breite in 92,8° O-Lg kreuzte. — 
Auf. nördlicher Breite, wo „Arethusa“ sich nach verständiger Anweisung‘ des 
Kapitäns östlich von den Nikobaren und Andamanen hielt, wehte noch leichter 
bis frischer Südwest- und später Südostwind. Erst in 15° N-Br stellte sich 
Nordostmonsun ein, der mit einem harten Strom nach WzN. zuletzt. noch
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.