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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

A 
Rasche Reisen deutscher Segler. 
S. 5615. Kisernes Vollschiff „Ferdivand Fischer“, Kapt. M, Mark. 
Das Schiff, von Hiogo kommend und am 14. Februar 1901 in See gegangen, 
hatte auf seiner Reise nach Portland, abgesehen von einem dreimaligen 
Aufenthalt durch östlichen Wind, immer eine gute Gelegenheit und den günstigen 
Wind mehrmals so stark, dafs das leicht mit Ballast beladene Schiff aus- 
gezeichnete Etmale gutmachte, so am 21. Februar 281, am 22, in 16" 184, am 
23. und 24. je 252, am 26. 242, am 27. 243, und vom 8. bis 10. März wieder 
in 2 Tagen 8 Stunden 535 Sm. Das Schiff kam dabei auf eine Geschwindigkeit 
von 14'/4 Knoten bei WNW 8 bis 9. Nach einer raschen Fahrt von 27 Tagen 
über den Grofsen Ozean kam „Ferdinand Fischer“ am 12, März vor dem 
Columbia-Flusse an. — Am 12. April wurde die Rückreise von Portland nach 
Falmouth angetreten. Mit strammem Nordwinde kam das Schiff in rascher 
Fahrt nach 33° N-Br; hier wurde es flau, zeitweilig still und blieb so 4 Tage 
bis 27° N-Br, wo der Nordostpassat durchkam. Derselbe war stellenweise recht 
frisch, meistens aber zu leicht. Er endete schon in 8,5° N-Br; ihm folgte 
sogleich der Südostpassat, der aber in 7° N-Br für 8 Stunden zur Stille abnahm 
und auch später meistens nur flau war, so dafs die Linie in 124,5° W-Lg erst 
am 1. Mai gekreuzt wurde. Immerhin war die Strecke in nur 19 Tagen 
zurückgelegt worden. — Die Fahrt durch den südlichen Stillen Ozean begann 
sehr übel mit 3 Tagen Stille und sehr flauer Briese; der folgende Passat war 
auch nur sehr leicht und vom 18. bis 21. Mai wieder für 3 Tage unterbrochen. 
Der neu eintretende Südost, der ebenfalls zu leicht war und nur für kurze 
Zeit Stärke 5 annahm, stand, zuletzt auf NO gehend, bis 43,5° S-Br und 
130° W-Lg. Der folgende Wind aus Nord und NW gab auch nur für die 
letzten 3 Tage gute Fahrt. Nach 37 Tagen von der Linie wurde Kap Horn 
am 7. Juni passirt. — Besser ging es auf der Strecke vom Kap nach der Linie 
im Atlantischen Ozean, zunächst auf den Breiten bis 46° S und von 38° bis 
26° S-Br mit nordwestlichen und westlichen Winden. Der folgende Südost 
hielt nicht gleich als Passat an; es folgten erst mehrere Rundläufe mit flauer 
Briese, und erst von 18° S-Br ab zeigte sich der Passat gut ausgeprägt, so 
dafs „Ferdinand Fischer“ um 4. Juli nach schneller 27tägiger Fahrt in 
26,8° W-Lg die Linie überschreiten konnte. — Erst mit Südost-, dann mit Süd- 
west- und von 10° N-Br mit Nordostwind wurde die Reise auf nördlicher Breite 
fortgesetzt. Die sonst schwierigen ersten 10 Breitengrade wurden in 5 Tagen 
gemacht. Der Passat gab das Mittel zu einer Fahrt von 7 bis 8 Knoten, hielt 
aber nur bis 28° N-Br und 35,5° W-Lg an, dann kam das bummlige Wetter mit 
fauen, umlaufenden Winden und Stillen dieser Gegend und Jahreszeit, das 
9 Tage anhielt. Der darauf einsetzende Südwind brachte das Schiff, nachdem 
es noch wieder 24 Stunden durch Stille aufgehalten worden war, am 5. August 
in den Hafen von Falmouth. Reisedauer von der Linie 32, von Portland 
115 Tage. 
S. 5649. Der letzte, hier zu erwähnende, in der langen Reihe der 
Kornfahrer von Portland, Oregon, und San Francisco, ist die stählerne Vier- 
mastbark „Edmund“, Kapt. W. Gerlitzky. Sie kam aus dem Golden Gate 
am 9. Juni 1901 und hatte von Anfang an günstigen, aber meistens zu leichten 
Wind bis 30° N-Br aus NW, bis 7,6° N-Br aus NO und dann aus SO. Sie 
überschritt die Linie am 20. Tage, dem 29. Juni, in 130,5° W-Lg. — Die 
Fahrt auf Südbreite fing auf dieser ganz ungewöhnlichen westlichen Länge, 
zu der „Edmund“ durch den starken Aequatorialstrom getrieben worden 
war, wie zu erwarten, schlecht an, fast immer flauer Passat, so flau, dafs 
zum Durchstechen der 10° Breite von 10° bis 20° Süd 10 Tage nöthig waren. 
Von dort ging es mit dem Winde aus SO und zuletzt aus NO, der bis 33,5° S-Br 
anhielt, etwas besser. „Edmund“ kam auf dieser Strecke sehr weit westlich, 
bis 142° W.-Lg in 26° S-Br. Die beste Fahrt brachten die Winde aus dem 
westlichen Halbkreise im Süden von 40° $S-Br, obschon auch hier mehrmals 
wieder Aufenthalt durch flauen südöstlichen Wind entstand. Wiederholt wuchs 
der Wind zum Sturme an, wodurch man sich genöthigt sah, die Fahrt zu 
mindern. Am 8. August, nach 40 Tagen von der Linie, passirte man Kap 
Horn. — Viel besser wie auf der zurückgelegten Strecke war die Fahr- 
gelegenheit vom Kap nach der Linie im Atlantik. Anhaltende, oft stürmische 
Nordwest- und Südwestwinde, zu Zeiten durch ebenso günstige Winde aus SO
	        
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