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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Rasche Reisen deutscher Segler, 
Wind, womit wohl Fahrt gemacht werden konnte, die aber zu weit ab vom 
richtigen Kurse lag. Zum Glück stand das Schiff anfänglich ziemlich westlich, 
so dafs es die Ostlänge wohl gebrauchen konnte. Am 27. setzte in 32° S-Br 
und 27,8° W-Lg der Südostpassat ein, der, zwar nicht hinreichend stark wehend, 
aber ohne Aufenthalt das Schiff in 12 Tagen am 11. März nach der Linie in 
25,5° W-Lg führte, nachdem es von Kap Horn 27 Tage unterwegs gewesen 
war, Der gröfsere Abstand von der Brasilküste auf dem Wege nach Norden 
war für die Jahreszeit ganz angebracht. Die mittlere Dauer der Fahrt vom 
Kap nach der Linie mit Antritt im Februar ist 39,7 Tage, daher waren 
127 Tage gewonnen. — Nach 3 Tagen der Mallung und Stille folgte auf den 
Südost-, der in 0,7° N-Br zu Ende gegangen, in 2,5° N-Br der Nordostpassat, 
der von 4° N-Br an als steife Briese wehte, aber abflauend schon in 22,4° N-Br 
sein Ende fand. Es kam dann aber nach zwei Tagen Flaue schon in 24° N-Br 
ein Ersatz durch stramme westliche Winde, welche das Schiff, ebenso wie dieses 
mit dem Vollschiff „Parchim“, das zur selben Zeit seine rasche Reise machte, 
geschah, in ununterbrochener rascher Fahrt am 8. April nach Falmouth brachten. 
Fahrt von der Linie 34 Tage, von San Francisco 101 Tage. 
S. 5573. Die nächste in der Reihe ist die stählerne Viermastbark 
„Eilbek“, Kapt. N. P. Moritzen, deren Ausreise nach Portland von 111 Tagen 
bereits als beste im Bericht hervorgehoben worden ist, Sie verliels nach einem Auf- 
enthalt von 40 Tagen im Hafen die Rhede von Astoria wieder am 9. Januar 1901. 
Ueber die ersten Tage schreibt Kapt. Moritzen, wie folgt: „Nachdem wir mit 
AHülfe von Lootsen und Schlepper die Barre mit einem Tiefgang von 22 Fuls 
7 Zoll engl. ohne Unfall passırt hatten, fanden wir draufsen das Wetter sehr 
unbeständig, den Wind südlich, flau, zeitweilig starke Schneeböen. Gegen 
Mitternacht nahm der Wind bis zum Sturme zu, so dafs wir bis zum nächsten 
Morgen schon Alles bis auf zwei Untermarssegel festgemacht hatten. Es wehte 
orkanartig, die See war völlig weiß von Staub und Gischt und das ganze Deck 
beständig unter Wasser. Die Heftigkeit des Sturmes liefs zwar bald nach, doch 
nahm die Windstärke für die nächsten Tage nur selten bis zur Stärke 7 ab. 
Die Windrichtung blieb auch vorherrschend zwischen SSO und SSW, wodurch 
es uns Ääufserst erschwert wurde, vorwärts zu kommen.“ Nach einem halben 
Tage mit Nordostwind am 16. kam wieder Südostwind durch, und erst am 21. 
wurde der Nordost-, zeitweilig Nordwestwind in 38,7° N-Br beständig und gab 
dem Viermaster mehrere sehr gute Etmale von 236 bis 290 Sın, In 6° N-Br 
ging der Passat von der Nordost- zu der Südostrichtung über, und mit letzterem 
gelangte „Eilbek“ am 4. Februar in 121° W-Lg nach der Linie. Die Fahrt 
hatte eine Dauer von 26 Tagen. Hätte es den sechstägigen Aufenthalt vor 
der Columbia-Mündung nicht gegeben, so würde die Fahrt wohl noch um so 
viele Tage kürzer geworden sein.') — Mit einem frischen, aber in 21° S-Br und 
125° W-Lg, wahrscheinlich durch die Nähe des Paumotu-Archipels, gestörten 
Südostpassat kam „Bilbek“ am 13. Tage der Fahrt nach 32° S-Br. Hier 
begann eine Reihe von drei mageren Etmalen mit sehr flauen Nordostwinden, 
Stille und Mallung. Dann in 40° S-Br und 125° W-Lg frischte der Wind 
endlich auf und gab, vornehmlich aus dem Südwestviertel wehend, eine stramme 
Fahrt nach Kap Horn. In der Nacht vom 7, bis 8. März wurde das Kap 
passirt, am 32, Trage von der Linie. — Oestlich vom Kap war die Gelegenheit 
sehr mittelmäfsig, mitunter freilich ganz gut, dafs 9 bis 10 Knoten gemacht 
werden konnten, aber immer nur für kurze Zeit; meistens war es so, dafs der 
Viermaster wenig oder gar keinen Fortgang machte. Der Südostpassat, der 
erst in 18,5° S-Br einsetzte,’ gab etwas mehr Wind, und so konnte die Linie in 
29,9° W am 9. April, dem 32. Tage von Kap Horn, überschritten werden. -— 
Im Nordatlantischen Ozean machte „Eilbek“ mit dem Nordostpassat, der in 
3° N-Br einsetzte und in 35,8° N-Br aufhörte, einen guten Lauf; ebenso mit dem 
bald folgenden Südwind, der das Schiff am 2. Mai bis 48,5° N-Br und 18,8° W-Lg 
brachte. Vom 30. April bis zum 1. Mai wurden in 24 Stunden 280 Sm gemacht 
mit Maximalgeschwindigkeit von 13 Knoten. Ein bald folgender Nordwind 
führte „Eilbek“ am 6. Mai in Sicht von Lizard. Dauer der Fahrt von ‚der 
Linie 27 Tage, der ganzen Reise 117 Tage. Am Schlusse der Reise schreibt 
+ Siehe den nachfolgenden Bericht der „Alsterufer“,
	        
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