Rasche Reisen deutscher Segler,
DR
Bine wirklich günstige. Gelegenheit trat erst am 13. Tage der Reise auf
40° N-Br mit frischem bis steifem nordöstlichen Winde ein, der anfänglich noch
zweimal von Nordwestwind unterbrochen, von 24,5° N-Br an als regelmäfsiger
Passat wehte. Er brachte das Schiff bis 7° N-Br; dann ging die Fahrt ebenso
schnell weiter mit dem Südostpassat, der es am 8. Januar 1901 in 124,6° W-Lg
über die Linie führte. Fahrtdauer von der Stralse 27.Tage. — Der frische Süd-
ostpassat hielt an, mit Abflauen in 22° bis 24° S-Br, bis 29° S-Br, kam dann
aber nach einem Umlaufen des Windes durch NO, NW und SW und nach Stille
noch wieder durch und wehte, meistens als leichte Briese, bis 43,5° S-Br und
124° W-Lg. Hier befand sich „Parchim“ am 29. Januar. . Von 47,5 $S-Br und
118,5° W-Lg: gab es in den letzten 10 Tagen zum Kap sehr schöne Etmale, die
das Schiff um 2050 Sm weiterbrachten. Am 11. Februar, dem 34. Tage von
der Linie, wurde Kap Horn passirt, — KEine noch erheblich raschere Fahrt
machte „Parchim“ in den ersten 6 Tagen im Südatlantischen Ozean. Vom
Mittag des 14, bis Mittag des 16. Februar lief das Schiff 298 und 274 Sm und
kam für eine Wache bei WSW 8 bis 9 auf 13,5 Knoten. Die nächsten 10 Tage
brachten durch schrale nördliche Winde und Stille leider viel Aufenthalt, so
dafs „Parchim“ zum Ende dieser Zeit von 41° erst bis 31° S-Br gekommen
war. Dann trat der Südostpassat ein, mit dem es von 21° S-Br wieder eine
befriedigende Fahrt gab. Nach 29 Tagen von Kap Horn wurde am 12. März
die Linie in 29,4° W-Lg gekreuzt. Auf Nordbreite setzte auf 1,5° der Nordost-
passat ein. Derselbe wehte frisch, zuletzt flauer nur bis 22,7° N-Br, dann aber
kam schon in 23° S-Br südwestlicher Wind durch, der, bald auffrischend und
für. einige Zeit bis WNW holend, das Schiff schnell zum Kanal führte, Es
befand sich damals eine Luftdruckdepression im Nordatlantischen Ozean in ver-
hältnifsmäfsiger niedriger Breite, wie dies ähnlich auch etwa zwei Jahre früher
bei den Bulgaria-Stürmen der Fall war. Kapt. Nissen steuerte an der Südost-
seite dieser Depression entlang. Er passirte Lizard in der Nacht zum 7. April,
26 Tage von der Linie und 116 Tage von der Juan de Fuca-Strafse. Eine
schöne Reise. Schon am 10. April kam „Parchim“ in den Hamburger Hafen.
S. 5563. . Eine der besten Reisen von San Francisco, neben der des
„Schwarzenbek“ und der Bark „Plus“, machte das hier mehrfach genannte
eiserne Vollschif „Gertrud“, Kapt. Th. Henke. Die Reise war wie bei „Plus“
das letzte Glied in einer Erdumsegelung, bei welcher alle Einzelstrecken. in
aufsergewöhnlich kurzer Zeit zurückgelegt wurden. Das Schiff verliefs den
Kanal am 14. März 1900 und erreichte seinen ersten Bestimmungsplatz
Philadelphia am 7. April in 24 Tagen.!) Mit Petroleum für Nagasaki beladen,
passirte „Gertrud“ am 5. Mai Kap Henlopen und gelangte durch die Sunda-
Strafse am 29. August in 116 Tagen nach Nagasakı. Von hier kam das Schiff
in 28 Tagen nach Portland, Oregon, und legte zuletzt die hier zu besprechende
Reise von San Francisco nach Lizard in 101 Tagen zurück. — „Gertrud“ ver-
liefs San Francisco am 28. Dezember 1900, fand sogleich günstige Gelegenheit,
gelangte mit frischem Nordwestwinde nach 28,6 N-Br in 123,5° W-Lg, dann mit
{rischem bis starkem Nordostpassat, bei welchem die Fahrt über 10 Knoten
stieg, bis 8,5° N-Br und schliefslich mit dem zunächst nur leichten Südostpassat
am 12, Januar 1901. in 127,5° W-Lg über die Linie. Reisedauer 15 Tage.
Auf südlicher Breite wehte der Passat als ziemlich frische beständige Briese bis
26,5° S-Br, machte dann mit flauer Briese ein Rundholen durch NO, NW und
SW, kam aber 3 Tage später in 30,5° S-Br wieder aus SO durch und hielt
dann, bis Ost holend, bis 44° S-Br und 120,5° W-Lg an. Erst in 46° S-Br und
117° W-Lg begannen die günstigen Winde aus den westlichen Vierteln, die,
zuletzt schwer stürmend, das Schiff mit 10 bis 11 Knoten Fahrt am 12, Februar
in Sicht von Kap Horn brachten. Fahridauer 31 Tage. Im Mittel vor. 1897
auf westlicher Route von San Francisco.bis 0° Br 19,4 Tage, von 0° Br nach
Kap Horn 36 Tage. Gewinn der „Gertrud“ bis zum Kap 9,4 Tage. Der
stramme, zeitweilig stürmische westliche Wind brachte ‚das Schiff‘ in rascher
Fahrt in: 4 Tagen nach 44° S-Br und 45° W-Lg. Nach 4 bis 5 Tagen. mit um-
laufenden Winden, die nicht. viel zum Vorwärtskommen .‚beitrugen, . hatte
„Gertrud“ noch wieder Aufenthalt durch nördlichen, zeitweilig stürmischen
‘\ Siehe den ersten Abschnitt dieser Berichte,