A.
Rasche Reisen dentscher Segler.
distanzen von 196, 239, 155, 246, 262, 246, 168, 246, 186, 192, 164, 230 und
197 Sm, Es sind unter den 13 Etmalen nur 2, in welchen die Durchschnitts-
geschwindigkeit ein wenig unter 7 Knoten, dagegen 5, in welchen sie 10 Knoten
and mehr betrug. „Schwarzenbek“ passirte Kap Horn am 3. April, am
31. Tage von der Linie. — Eine gute Gelegenheit traf das Schiff im Süd-
atlantischen Ozean: einen frischen Nordwestwind bis 38° S-Br, wohin es in
9 Tagen gelangte, dann nach einigen Tagen mit flauerem Winde von 34° S-Br
an einem ebenso frischen Südostpassat, der es in 12 Tagen nach der Linie
brachte, „Schwarzenbek“ kreuzte dieselbe in 27,6° W-Lg am 27. April nach
24 Tagen von Kap Horn. — Auf den Südostpassat, der bis etwa 3° N-Br
durchstand, folgte in 4° N-Br der Nordostpassat, der bis 34° N-Br wieder eine
schöne Fahrt gab. Dann folgten südwestliche und später vorherrschende Nord-
ostwinde, mit denen das Schiff vom 20. bis zum 24, Mai wieder auf Etmale
von 222, 246, 218 und 232 Sm kam. Am 26. Mai, dem 29. Tage von der
Linie, erreichte „Schwarzenbek“ Falmouth. Die aufserordentlich rasche Reise
dieses Schiffes von 97 Tagen ab San Francisco ist die beste in den Berichten
der Seewarte.
S. 5483. Stählernes Vollschiff „Rigel“, Kapt. A, Leopold, von Port-
land, Oregon, nach Queenstown, Irland. Die Reise des „Rigel“, die am
13. August 1900 angetreten wurde, verlief besonders rasch auf der ersten und
der letzten Strecke des Weges. Ausgehend von Portland, traf das Schiff gleich
günstigen Wind, auf den nach zwei Tagen mit Mallung und Stille von
31,5° bis 29,5° N-Br ein frischer Nordostpassat folgte. Leider hielt derselbe
nur bis 16° N-Br. an. Es gab wieder für anderthalb Tage Stille, dann aber
von 14,5° N-Br frischen Monsunwind aus SW bis West, der in 7,4° N-Br durch
Drehung durch Süd ohne Unterbrechung in den Südostpassat überging. Mit
diesem wurde in der Nacht vom 3. zum 4. September, nach 21 Tagen von
Portland, die Linie in 122,3° W-Lg überschritten. Zwischen 4° N- und O-Br
fand man einen sehr kräftigen westlichen Strom von 80 Sm in Etmal. — Der
Südostpassat hielt, frisch wehend, später mäfsiger werdend und in 23,5° bis
28,5° S-Br durch ein Umlaufen über NO, NW und SW unterbrochen, bis
34,5° S-Br an. Von 3,3° bis 21° S-Br legte „Rigel“ in 5 Tagen 1150 Sm
zurück. Die folgenden Breiten brachten mit Gegenwind und Stille abermals
Aufenthalt, was sich auch in der Nähe von Kap Horn wiederholte, Im Uebrigen
gab der Wind aus den westlichen Strichen südlich von 39° S-Br eine sehr gute
Gelegenheit. Am 11. Oktober, 38 Tage von der Linie, erreichte „Rigel“ die
Höhe von Kap Horn. (Mittlere Fahrtdauer von San Francisco im August
nach Kap Horn 72 Tage, „Rigel“ 59 Tage, 13 Tage gegen den Durchschnitt
gewonnen.) — Westliche, oft zu leichte Winde brachten das Schiff in 9 Tagen
nach 42° S-Br in 36° W-Lg und dann nach zeitweiligem Abflauen in 5!/2 Tagen nach
26,5° S-Br und 16° W-Lg. Das Schiff war mit dem schralen Nordnordwestwinde
weit nach Ost gerathen, kam freilich für 1!/a Tage in Stille, konnte dann mit
dem zuerst einsetzenden Winde aus NNO bis NO frei Nord machen. Der in
23° S-Br_ einsetzende Südostpassat entwickelte sich zur frischen Briese und
führte „Rigel“ am 9. November in 28° W-Lg zum Aequator. Fahrtdauer von
Kap Horn 29 Tage. — Der Südostpassat wehte regelmäfsig bis 3° Nord, spielte
aber dann, oft verändernd, bis 5,7° N-Br, wo der später auf mehreren Strecken
sich als sehr stramm erweisende Nordostpassat durchkam. „Rigel“ brachte
damit, voll und bei dem Winde segelnd, von 8,6° bis 19,5° N-Br in 3 Tagen
{54 Sm hinter sich. Der Passat hielt, zuletzt abflauend, bis 33,5° N-Br an, dann
folgte nach einigen Tagen mit veränderlichen Winden wieder ein rascher Lauf
mit frischen bis steifen westlichen Winden, mit welchem „Rigel“ nach einer
sehr kurzen Fahrt von 24 Tagen von der Linie und einer ebenso kurzen Reise
von 112 Tagen ab Portland am 3. Dezember unter die Südküste von Irland
gelangte.
S. 5546. Das stählerne Vollschiff „Parchim“, Kapt. H. Nissen, ging,
nach Hamburg bestimmt, am 11. Dezember 1900 von Port Townsend und kam
am nächsten Tage durch die Juan de Fuca-Strafse in See. Der Anfang der
Reise war sehr schwierig durch anhaltende südwestliche und südöstliche Stürme,
so dafs „Parchim“ in den ersten 8 Tagen nur bis 47° N-Br kam. Hier wurde
e8 etwas besser, doch kamen auch jetzt noch viele südliche Gegenwinde vor,