Rasche Reisen deutscher Segler.
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23° S-Br, dann folgten leichte nördliche und. von 29,5° S-Br wieder. östliche
starke Winde. Der Wind aus NW, zeitweilig unterbrochen von SW, herrschte
von etwa 40° S-Br und 125° W-Lg. Er wurde oftmals zum Sturm, zweimal bis zur
Stärke 11 anwachsend; das Weiter war überhaupt viel stürmischer als auf der
Reise des „Alsterkamp“. Bei NW 8 bis 9 lief „Nereus“ ‚ein ganzes Etmal hin-
durch mit einer Fahrt von 11 Knoten; Mit 32 Tagen von der Linie umfuhr
das Schiff am 5. April Kap Horn. — Hatten sich die Reisen der beiden Schiffe
bis dort fast gleich gehalten, so verlor „Nereus“ auf der folgenden Strecke
durch .die- geringere Gunst der Winde, indem er erst nach 33 Tagen; am
3. Mai, in 29,5° W-Lg über die Linie kam, während „Alsterkamp“ nur 27 Tage
yebraucht hatte. Den Verlust von 5 Tagen des „Nereus“ bis zur Linie ‘brachte
das Schiff aber auf der letzten Strecke vollständig wieder ein. Es hatte frischen
bis. steifen Passat, bei dem das von einer weiten Rundreise über Kiautschou
kommende Schiff nur nicht recht mehr durch das Wasser wollte, bis 31,5° N-Br
und dann steifen, am 27. Mai in 38,5° N-Br und ’36° W-Lg hart stürmenden
Wind aus SW und NW. Am 8. Juni morgens kam das Schiff in Sicht: von
Lizard, 31 Tage von der Linie und 114 Tage vom Columbia-Flufs. "+
S. 5396. Die eiserne Viermastbark „Columbia“, Kapt. H. Schütte,
die am 15. Februar 1900, also nur einen Tag später als „Nereus“, aber von
San Francisco die Reise antrat, kam infolge seines kürzeren Weges, aber sonst
unter gleichen Verhältnissen, schon am 2. März, nach 15 Tagen Fahrt, nach
der Linie. — Im südlichen Stillen Ozean ging von den gewonnenen 3.Tagen
aber wieder ein Tag verloren, was wohl hauptsächlich der 6 Tage anhaltenden
Mallung und Stille südlich vom Südostpassatgebiet zuzuschreiben war,; Sowie
dem zu harten Ostwinde zwischen 28° und 36° S-Br, bei welchem nicht genug
Segel geführt werden konnten. Nachher ging die Fahrt, wenn schon der Vier-
master keine besonders grofse Distanzen gutmachte, mit stürmischem Nordwest-
winde gut vorwärts, und war Kap Horn am 4. April; dem 33. Tage von der
Linie, passirt. — Beim Kap hatte „Columbia“ einen sehr schweren Sturm aus
West bis WSW und hohe, gewaltige See. . Der Viermaster lenste-vor Fock: und
gerefftem‘ Grofsmarssegel. Um 10°p eine aufsergewöhnlich schwere Böe aus
WSW von Stärke 11 bis 12 und von einer halben Stunde Dauer; Das Schiff
nahm zwei schwere Brecher über das Heck, so dafs das ganze Schiff unter
Wasser stand, und die Kajüte voll. Wasser geschlagen wurde. Im Südatlantik
fand „Columbia“ eine gute Segelgelegenheit: starke südwestliche und nordwest-
liche Winde bis 37,5° S-Br und dann sogleich den Passat,‘ der leider :auf den
letzten 10 Breitengraden etwas zu flau war. Am 30. April kreuzte der Vier-
master die Linie in 29,5° W-Lg, nach rascher Fahrt von 26 Tagen ab Kap
Horn. — Der Gewinn von 9 Tagen gegen „Nereus“ ging aber auf Nordbreite
gänzlich. wieder verloren; hauptsächlich durch die ewigen Stillen und Mallungen,
in denen der Luftzug‘ auch noch fast immer dem Schiffskurse recht entgegen
war, nördlich vom Passatgebiet zwischen 29° und 34° N-Br in 42° W-Lg. Um
diese 5 Breitengrade zurückzulegen, waren volle 12 Tage nöthig. Auch weiter-
hin gab es noch wieder flaue Briese und Stille. Unter diesen Umständen kam
„Columbia“ ‘ erst am 8. Juni, am selben Tage mit „Nereus“ in den: Kanal,
39 Tage von der Linie. - Immerhin blieb ihre ganze Reise von 113 Tagen ab
San: Francisco eine recht gute, dank der Erfolge auf den übrigen Strecken. _
8. 5392. Eine ausgezeichnete Reise war die, welche das stählerne Voll:
schiff „Schwarzenbek“, Kapt. A. Nicolai, 3 ‚Tage: nach „Columbia“, am
18: Februar 1900 von San Francisco antrat. Mit frischem Nordwest beginnend
und dann von 30° N-Br mit strammem- Passat fortfahrend, ‚der‘ das Schiff in
einer stetigen Fahrgeschwindigkeit von 7 bis 10 Knoten hielt, brachte der
günstige: Wind das Schiff in nur 13 Tagen nach -der Linie, die am 3. März
in 122° W-Lg erreicht wurde, — Der Südostpassat, der sich dem Nordost in
1,8° N-Br ohne Weiteres anschlofs, war ebenfalls frisch, wenn auch nicht:%o
stärk wie der Passat im Norden uud endete schon in: 23,5° S-Br. - Auf -4 Tage
mit Mallung“ und Stille ‚folgte von 27°-bis 44° S-Br wieder: südöstlicher, -öst-
licher. und: zuletzt - nordöstlicher Wind, der- dem Schiffe wiederum eine - gute
Fahrt gab, ‘so dafs-in 6 Tagen 1030. Sm zurückgelegt werden konnten. Dann
begann “ aber- mit den ‘starken Nordwestwinden‘ erst ‘ das‘ beste . Rennen,
„Schwarzenbek“ serelte vom 24; März bis zum 6: April nacheinander Tages-