accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

zo) 
Rasche Reisen deutscher Segler. 
erst in 40° S-Br traten am 3, Oktober die strammen, die Reise rasch fördernden 
Nordwestwinde ins Regiment, mit welchen „Plus“ schon am 12. Oktober die 
Länge von Kap Horn passirte. Fahrtdaner von der Linie 25 Tage. — Der 
Wind blieb günstig aus den westlichen Vierteln und die Fahrt rasch bis 
32° S-Br; dann traten die ermüdenden Nordwinde ein, gegen welche die Bark 
indessen nur 4 Tage aufzukreuzen hatte, bis sie in 27° S-Br den Südostpassat 
erhielt. Dieser Wind war oft sehr schral, nördlich von Ost, und sehr steif; 
„Plus“ stand aber sehr östlich und hatte deshalb keine Schwierigkeit, die Linie 
in 26,6° W-Lg am 5. November, nach einer raschen Fahrt von 24 Tagen, zu 
erreichen. — Auf nördlicher Breite ging es weniger rasch. Ks herrschten auf 
mehreren Stellen Stille und flauer Wind, so von 4° bis 8,7° N-Br für vier 
Tage, von 16° bis 22° N-Br ebenfalls für vier Tage und bei 26° und 32° N-Br 
zusammen für drei Tage; die gute Gelegenheit zu anderer Zeit liefs die Fahrt 
doch noch ziemlich befriedigend ablaufen. Am 3. Dezember, dem 28. Tage 
von der Linie, passirte „Plus“, nach Dublin bestimmt, Tuskar. Die Dauer der 
yanzen Reise war 105 Tage. Neben der der Viermastbark „Renee Rickmers“ 
im November 1890 von 103 Tagen ab Portland die beste im Bericht, 
S. 5402. Das stählerne Vollschiff „Alsterkamp“, Kapt. C. Jensen, ging 
am 27, Januar 1900 von Astoria am Columbia-Flusse, Oregon, in See, um eine 
Reise nach dem Kanal anzutreten. Der Wind, anfänglich SO, in 40° N-Br 
durch Süd nach West und NW drehend und auf 27° N-Br in den Passat übergehend, 
nr frisch wehend, dem Schiffe eine gute Fahrt, so dafs es in 16 Tagen nach 
‚4° N-Br an die Südgrenze des Passatgebiets kam. Hier war 3! Tage Ver- 
zögerung durch Flaue und Stille; immerhin gelangte das Schiff in der kurzen 
Zeit von 20 Tagen ab Columbia-Flufs am 16. Februar in 122,5° W-Lg an die 
Linie, — Der Südostpassat wehte, wie in dieser Jahreszeit gewöhnlich, nur 
mit mäfsiger Stärke, und benöthigte das Schiff 9 Tage, um bei dem Winde 
auf B.B.-Halsen nach 21,6° S-Br an die Südgrenze zu kommen. Die folgenden 
Winde aus NO und SW waren auch meistens nur leicht und oft von Stillen 
unterbrochen. Von 30° S-Br an wurde die Gelegenheit etwas besser, wirklich 
gut war sie aber erst von 45° S-Br und 113° W-Lg an. Von hier aus brachten 
starke Winde aus dem westlichen Halbkreise das Schiff in 10 Tagen nach Kap 
Horn. Es passirte das Kap am 19. März; Fahrtdauer von der Linie 31 Tage. 
—. Diesseits des Kaps blieb günstiger Wind, erst aus SW, dann aus NW bis 
25° S-Br. Vom Kap bis 45° S-Br und 45,7° W-Lg machte „Alsterkamp“ in 
4 Etmalen 248, 266, 260 und 212 Sm bei SSW 6 bis 9, ein Beweis, dals es nur 
starken Windes bedurfte, um das Schiff zum Laufen zu bringen. In 25° S-Br 
und 19,5° W-Lg setzte östlicher Wind ein, anfänglich so schral, dafs ein Nord- 
kurs nicht wohl eingehalten werden konnte, doch hatte es durch den anhalten- 
den schralen NNW vorher so viel Ost gewonnen, dafs es Raum genug hatte. 
Mit einer mäßigen Briese, zuletzt aus SSO, gelangte „Alsterkamp“ am 15. April, 
dem 27. Tage, von Kap Horn, in 27° W-Lg nach der Linie, —- Wäre die 
Gelegenheit wie bis dort geblieben, so hätte die Reise wohl in 105 Tagen ge- 
macht werden können. Aber es kam anders. Der Nordostpassat, von 3° bis 
30° N-Br anhaltend, war nur für wenige Tage so frisch, dafs er dem Schiffe 
eine befriedigende Geschwindigkeit geben konnte; dann folgte dem Passat auch 
noch sehr leichter, meistens konträr aus Nord kommender Wind, unterbrochen 
von Windstille, und so benöthigte es 6 Tage, um von 30° nach 35° N-Br zu 
kommen. Zuletzt kam auch noch nordöstlicher Wind in den Weg, und erst 
als am 18. der Wind südlich drehte, gelang es, am 21. Mai in den Kanal zu 
kommen. „Alsterkamp“ vollendete die Reise in 114 Tagen, wovon 36 auf die 
Strecke von der Linie nach Lizard kamen. 
S. 5399. In 114 Tagen vollendete auch das eiserne Vollschiff „Nereus“, 
Kapt. J. Schulte, die Reise von Portland nach Lizard. Das Schiff kam am 
14. Februar 1900, nachdem es schon tags vorher aus dem Columbia-Flusse ge- 
schleppt worden, aber aufserhalb der Barre treibend geblieben war, von der 
Küste ab. Es traf die Windverhältnisse ganz ähnlich wie „Alsterkamp“, erst 
3züdöstliche, dann südwestliche und nordwestliche Winde und den Passat von 
26,5° bis zur Linie. Nach nur 18 Tagen — 2 Tage weniger als der Vorsegler 
hatte — wurde der Aequator am 4. März in 121,4° W-Lg gekreuzt. — Fast 
gleich, wie bei „Alsterkamp“ berichtet, hatte „Nereus“ den Südostpassat bis
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.