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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler. 
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Südostwind, der dem Kapitän nach seiner Journalbemerkung' einen gewaltigen 
Strich durch die Rechnung machte. Bei einem schweren Nordweststurm;.. der 
in der Nähe von Kap Horn auftrat, verlor das Schiff durch Brechen der 
Schotbrillen das Grofs-Obermarssegel. Am nächsten Tage, dem 9. Juni, passirte 
es nach 26 Tagen das Kap. Die beiden nachfolgenden Schiffe, die stählerne 
Viermastbark „Pindos“, Kapt. F. Wolter, und das mehrfach hier als rascher 
Fahrer aufgeführte Vollschiff „Preufsen“, Kapt. B. Petersen, trafen es besser. 
„Pindos“, am 17. Mai von Iquique, hatte nicht den stürmischen Südostwind, 
wohl aber den Nordweststurm bei Kap Horn, „Preufsen“, das am 22. Mai von 
Iquique in See ging, hatte anfänglich für 4 Tage Stille und Flaue, das Uebel 
bei der Abfahrt von der Salpeterküste, dann aber eine recht ‚rasche Fahrt, 
zuerst mit frischem Südostwinde, dann von 28° S-Br an mit frischem bis 
stürmischen westlichen Winde bis Kap Horn. Von 28,2° S-Br und. 82,1° W-Lg 
über 37° S-Br und 86,5° W-Lg — man machte diesen Abweg in Beträchtnahme 
des etwaigen Kommens harter und schraler Südwestwinde, die auch‘nicht aus- 
blieben — bis‘ Kap Horn ‚brachte das rasche Schiff 2233 Sm in 9 Tagen hinter 
sich ins Kielwasser, das sind 248 Sm durchschnittlich im Etmal und 10,1. Sm 
in der Stunde. Seine gröfste Geschwindigkeit war 13 Knoten. Die Verhältnisse 
brachten es mit, dafs alle drei Schiffe die Höhe von Kap Horn an. demselben 
Tage, dem 9. Juni, erreichten: „Pampa“ in 26, „Pindos“ in 23 und „Preufsen“ 
in 18 Tagen. — Im Südatlantischen Ozean verliefen die Reisen der: drei 
Schiffe ganz überein, Mit günstigem starken Winde aus NW.und West.liefen 
sie rasch miteinander niederen‘ Breiten zu, wobei sie mehrere Male alle drei 
in Sicht von einander segelten, kamen alle drei in den Südostpassat am 23. Juni 
in 22° S-Br und 27,5° W-Lg und.nach der Linie alle drei am 30. Juni, „Pampa“ 
in 28,7°, „Pindos“ in 28,0° und „Preufsen“ in 27,3° W-Lg, nach einer. sehr 
raschen Fahrt ab Kap Horn in 21 Tagen. — Auf nördlicher. Breite ging: es 
auch zuerst gleichmälsig mit den Schiffen weiter, indem alle drei den Nordost- 
passat von 11°N bis 33° N-Br hatten und die Parallele von 10°, 20°, ‚und 
30° N an demselben Tage. überschritten. Von hier entstand jedoch eine 
erhebliche Differenz. „Pampa“ hielt sich nämlich aufserhalb des Passats weiter 
westlich, wodurch es die vielen Stillen des Sommers und den nördlichen Wind, 
der sich weiter im Osten einstellte, vermied. Es schnitt 30° N-Br in 42° W-Le, 
etwa 2° westlicher als die anderen, ferner 40° N-Br in 41,0° W-Lg am 19. Juli, 
dagegen „Pindos“ in 37,7° W-Lg am 18. und „Preufsen“ in 37,5° W-Lg erst am 
21. Juli. Mit dem bald einsetzenden schralen nördlichen Winde hatte, „Pampa“ 
noch so viel Vortheil, dafs sie „Pindos“, obgleich dieser Viermaster 40°.N-Br 
einen Tag früher erreichte und 3,3° östlicher stand, auf der Strecke von 
40° N-Br nach Lizard noch um 2 Tage schlug. Das Schiff „Preufsen“, welches 
schon in 40° N-Br um 2 bis 3 Tage zurückstand, kam durch ungünstige Um- 
stände erst 8 Tage nach „Pampa“ in den Kanal. Die Fahrtdauer von der 
Linie nach Lizard war für „Pampa“ 28, „Pindos“ 30 und „Preufsen“ 36 Tage. 
Der Unterschied, der jenseits Kap Horn entstanden war, hatte sich also wieder 
ausgeglichen; die ganze Reise von Iquique nach Lizard dauerte bei allen drei 
Schiffen 75 Tage. ; 
8.5264. Von den von Nordamerika um Kap Horn zurückkehrenden 
Schiffen machte eine der besten Reisen in der zweiten Hälfte des Jahres 1899 
die eiserne Bark „Plus“, Kapt. W. Schröder, Dieselbe hatte, nachdem: sie 
eine Reise von Lizard nach Wladiwostok im Nordostmonsun in 125 Tagen und 
die Ueberfahrt über den Pacifik nach Kap Flattery in 29 Tagen gemacht, :.am 
19. August 1889 abends von Port Townsend ihre Reise angetreten und war 
am 20. durch die Juan de Fuca-Strafse in See gekommen. Mit wmäfsigen Winden 
aus West, NW und NO erreichte sie in 21° N-Br und 120,5° W-Lg die Süd- 
grenze des Nordostpassats. Es kamen veränderliche und meist schwache Winde 
aus West bis Süd, die längeren Aufenthalt verursachten, so dafs „Plus“ 10 Tage 
benöthigte, um von 21° N-Br in 6,5° N-Br. an die:‘Grenze des Südostpassats 
zu kommen. Letzterer brachte sie am 14. September; dem 25. Tage der Reise, 
in 121,5° W-Lg. über die Linie. — Der Passat hielt;. frisch. wehend, . nur ‘bis 
19,5° S-Br an. Dann kam.nach mehreren Rundläufer:von Nord ‚durch West 
nach Süd wieder bald leicht, bald steif wehender Wihd.aus SO bis NO, und
	        
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