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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Rasche Reisen deutscher Segler. 
So blieb das Verhältnifs auch auf nördlicher Breite. „Pampa“ behielt den 
Passat freilich bis 32,5° N-Br und 36° W-Lg und „Preufsen“ nur bis 28,7° N-Br 
in 36° W-Lg, aber sonst verliefen die Reisen parallel, indem die Daten für das 
Ueberschreiten von 20°, 30° und 40° N-Br immer um das Gleiche von einander 
abwichen. Schliefslich erreichte Lizard „Pampa“ am 5. und „Preufsen“ am 
8. November, beide mit gleicher Fahrtdauer von 26 Tagen von der Linie. 
Beide hatten die gleiche, sehr schnelle Reise von 69 Tagen von Chile. 
S. 5456. Alle Schiffe in der Rückfahrt von Chile wurden geschlagen 
von der stählernen Viermastbark „Pindos“, Kapt. F. Wolter. Das Schiff trat 
seine Ausreise ab Lizard am 6. Mai 1900 an und würde auch diese sehr rasch 
abgemacht haben, wenn es nicht im Südatlantischen Ozean und dann bei Kap 
Horn so sehr durch anhaltendes Sturmwetter aus SW behindert worden wäre. 
Von 42,5° bis 48,3° S-Br brauchte „Pindos“ trotz allen Drängens und Treibens 
volle 11 Tage. Die Viermastbark hatte auf der Ausreise schon Gelegenheit, 
ihre aufserordentliche Segelfähigkeit zu erweisen. Bei dem starken nordwest- 
lichen Winde, der im Nordatlantik dem Passat voraufging, machte sie in einem 
Etmal 316, im folgenden 255 Sm, wobei sie in einer Wache auf 15 Knoten 
Fahrt kam, Im Passat legte sie wieder in 2 Tagen 499 Sm zurück. Die Fahrt 
von Lizard nach der Linie nahm denn auch die kurze Zeit von 21 Tagen in 
Anspruch. Das Südostpassatgebiet, das von 5° N-Br und 22° W-Lg bis 27,5° S-Br 
and 41,9° W-Lg reichte, durchschnitt „Pindos“ in 11 Tagen mit einer mittleren 
Geschwindigkeit von 8,8 Knoten. Der gute Erfolg, den die erste Wegeshälfte 
erwarten lief, wurde, wie schon bemerkt, auf der zweiten Hälfte zum guten 
Theil vernichtet, immerhin wurde die ganze Reise bis Tocopilla in der 
befriedigenden Zeit von 81 Tagen ausgeführt. 
Auf der Rückreise von Tocopilla, die am 1. September um 4" p angetreten 
wurde, erzielte „Pindos“ auf allen Strecken ein gleich ausgezeichnetes Resultat. 
Ein frischer Passat bis 31° S-Br und 85° W-Lg, dann ein starker, vorherrschend 
südwestlicher Wind, bei dem Kapt. Wolter, eingedenk eines zu hart Werdens 
oder Abschralens des Windes, bis 40° S-Br noch etwas Westlänge mit anholen 
liefs, brachten den Viermaster schon am 17. September, in der sehr geringen 
Zeit von 16 Tagen nach der Länge von Kap Horn. — Rasch weiter ging es 
mit günstigem, erst südwestlichem, später südöstlichem Winde durch den Süd- 
atlantik, so dafs die 2025 Sm lange Strecke von 49,1° S-Br und 53,4° W-Lg 
nach 22,8° S-Br und 30,8° W-Lg in 9 Tagen zurückgelegt werden konnte. Der 
Viermaster hatte also ein Durchschnittsetmal von 225 Sm und eine Durchschnitts- 
geschwindigkeit von 9,4 Knoten gehalten. Der Passat, den „Pindos“ ohne 
Aufenthalt durch Nordbriese in etwa 21,5° S-Br erhielt, erwies sich von 18° S-Br 
an wieder als ein steifer Wind, der mit Etmalen von 208, 222, 244, 238 und 
184 Sm in 5 Tagen „Pindos“ nach der Linie jagte. Letztere wurde am 
10. Oktober in 29,5° W-Lg gekreuzt, nach einer raschen Fahrt von 23 Tagen 
ab Kap Horn. — Noch rascher ging es auf Nordbreite. Auf den Südost- folgte 
fast ganz ohne Unterbrechung in 4,5° N-Br der Nordostpassat, der einen Tay 
später in 6° N-Br sein Amt als Schiffsbeförderer aufnahm. Mit kurzem Ermüden 
am 18. Oktober hielt sich der Wind bis 27,5° N-Br, wo er nach SO ging und 
noch mehr auffrischte. Am 25. in etwa 40° N-Br und 33,5° W-Lg trat südlicher 
und westlicher starker Wind an die Stelle, der den Viermaster am Ende von 
4'/2 Etmalen mit 1160 Sm Distanz am 31. Oktober um 4'a auf die Höhe von 
Lizard brachte. Die Strecke ab Linie war in der aufserordentlich kurzen Zeit 
von 20 Tagen und 16 Stunden zurückgelegt. Die Reise des „Pindos“ von 
59 Tagen und 12 Stunden von Tocopilla nach Lizard ist wohl noch nie 
übertroffen worden. 
S. 5618, 5630 und 5616. Die letzten drei hier anzuführenden Rückreisen 
wurden alle kurz nacheinander im Monat Mai 1901 angetreten. Sie waren 
etwas länger als die vorher besprochenen, sind aber immerhin als sehr gute 
Reisen zu bezeichnen. Das erste war das im vorstehenden letzten Bericht 
aufgeführte stählerne Vollschif „Pampa“, Kapt. C. M. Prützmann. Es verliefß 
Iquique am 14. Mai 1901, hatte die ersten zwei, drei Tage Stille, dann schralen, 
zunächst auch noch schwachen Südwind und nachdem die günstigen westlichen, 
oft noch wieder durch Flauwerden unterbrochenen Winde durchgekommen 
waren, nöüch für drei Tage anhaltenden, zum schweren Sturme anwachsenden
	        
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