accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen. deutscher. Segler. 
19 
„Pampa“- bis nahezu 40°, „Preulsen“. aber. nur -bis- 32,5° S-Br, später ‘westlichen 
und zumeist südwestlichen Wind... Die rasche Fahrt zum Kap hatte bei „Pampa“ 
19, bei „Preufsen“ nur :16 Tage Dauer. — Im Südatlantischen Ozean blieb 
„Preußen“ wieder. etwas gegen „Pampa“. zurück,. doch machten beide: bei 
günstigem Winde recht. gute Fahrten. 30° S-Br erreichte „Pampa* am.29. Sep- 
tember um „Mitternacht in 28° W-Lg, „Preufsen“ am: 1. Oktober um. 6" a. in 
31° W-Lg. Tags darauf hatte „Pampa“ einen sehr. schweren Sturm zu bestehen, 
bei dem der rasche Fortgang des Schiffes, da der Wind von OSO durch SO 
nach Süd holte und. dann auf WSW sprang, also immer aus günstiger Richtung 
blieb, nur wenig Einbufse. erlitt. Der niedrigste Barometerstand von 750,1 mm 
trat. auf 26°. S-Br und 26,8° W-Lg am 30. September um 10" p statt. „Preulsen“, 
welches: sich zur Zeit. in :31° S-Br. und‘ 52,5° W-Lg' befand, wurde von dem 
Sturme. nicht berührt. Kapt. Prützmann berichtet über denselben: Der frische 
Südwest-, später durch Süd nach SO holende Wind, welcher uns. am 30. Sep- 
tember mittags. nach. 27,7° S-Br und 26,8° W-Lg gebracht hatte, wurde am 
Vormittag. stürmisch, so ‚dafs die kleinen. Segel geborgen werden mulsten. 
Vorher, am 28. und. 29., war das: Wetter wie im Passat, bei hohem Luftdruck. 
Das erste Anzeichen unruhigen Wetters war. am Abend des 29. das Aufkommen 
schmierigen Gewölks. in NW. . Der Wind frischte auf und wurde böig, aber 
nicht derart, dafs: wir die ganze Nacht. hindurch. nicht mit vollen Segeln 
fahren konnten. .Um 8a am 30. frischte der Wind aus OSO. bei schmieriger, 
im Norden‘ drohend aussehender Luft auf zur Stärke 7. mit Regenböen.: ‘ Von 
10'/:" a an fiel. anhaltender Regen, und es lief eine ziemlich hohe See aus Ost, 
die sich zu Zeiten mit einer Norddünung kreuzte. Der Wind hatte: bis Stärke 8 
zugenommen; aber das Barometer war. bis Mittag wenig gefallen, deshalb wollte 
es mir durchaus nicht in den Kopf, dafs wir in dieser Gegend. in einen wirklich 
harten Sturm gerathen würden, Doch der Wind nahm, ohne seine‘ Richtung 
zu: verändern, mit. heftigem Regen mehr und mehr zu.‘ Setzten. um. 1“p. den 
Kurs auf Nord. Bald raumte der Wind auf SSO, mehr-und mehr. zunehmend, 
so dafs :er: von. 5* bis 7°p- mit..der Stärke 10 bis 11 stürmte. .Das. Schiff 
arbeitete schwer in der. hohen. Kreuzsee aus Süd und Ost, An ein Kurssteuern 
war kaum zu denken; wir hielten den Wind ‚ungefähr zwei Striche von B-B, 
ein.: Regen und Hagel prasselten so entsetzlich. nieder, dafs nichts. zu hören 
noch zu sehen war. Es blitzte von. 5" bis 7" p. fortwährend, auch wurde Donner 
gehört: Bald darauf flaute der Wind ab, so dafs um 9'/2”p nur noch ..ein 
schwacher. südlicher Zug zu spüren war. Aber das Schiff arbeitete in .nicht.zu 
beschreibender Weise;: von allen Seiten ‚stürzte: das .Wasser über. das Deck, 
Das. Barometer, welches um 8"p noch 753 mm’ red, zeigte,:blieb beim Fallen, 
bis: kurz. vor 10*p 750,1 mm abgelesen wurde. Von dieser Zeit.an begann 
der Wind: aus WSW aufzufrischen, sehr schnell. zunehmend, so dafs .gegen 
Mitternacht die Windstärke ‚abermals auf 10 bis. 11 'anwuchs, : Wir .steuerten 
ungefähr ONO, den Wind, der nach Mitternacht auf West gegangen War, zwei 
Striche von. B-B. einhaltend, doch war. die Windrichtung anfangs. so unstät, 
dafs‘ zeitweise ‚bis NNO ..aufgeluvt;. dann: wieder bis: ONO. abgehalten : werden 
mußte... Von 2a am 1.-Oktober nahm der Wind ab,. um.4"a wehte er nur 
noch mit der Stärke 9, und die See wurde regelmäfsiger, so dafs das Schiff 
ganz manierlich lenzte. Mit Tagwerden begannen :wir Segel zu setzen, doch 
waren‘ mehrere Segel zerrissen, und das laufende Gut war so. durcheinander 
gewaschen, dafs es den ganzen Tag in Anspruch nahm, alle Segel wieder kant 
zu setzen... Da ich in so niedriger Breite keinen ‘so heftigen Sturm mehr er- 
wartete, waren die Segel schon. zur gröfseren : Zahl gewechselt‘ und :die 
Gordungen ausgeschoren. Schliefslich sind wir bei der Sache noch ganz‘ gut 
weggekommen, weil wir im. westlichen Halbkreise der Depression von dem 
Centrum frei bleiben konnten.“!)' Mit dem Südostpassat;, den beide Schiffe in 
20° S-Br- erhielten, gelangte‘ „Pampa“ am 10. Oktober. in. 28,3° W-Lg nach 24, 
„Preufsen“ :am 13. Oktober in 28° W-Lg-nach:27 Tagen. nach der Linie.‘ Der 
Gewinn des letzteren Schiffes auf der Fahrt nach Kap Horn hatte sich ’also 
ausgeglichen, und die beiden Schiffe standen: auf‘ derselben Reisedauer, 
4) Ueber Stürme der neueren Zeit in der fraglichen Gegend sind Berichte auf Seite 70 ff. 
der „Ann... d, Hydr.. etec.“, .1902, . gegeben.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.