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Rasche Reisen deutscher Segler,
„Hera“ zurück und zwar verlor sie allein auf der lefgzten Strecke. Die Parallele
von 10°, 20° und 30° N kreuzten die beiden Schiffe an denselben Tagen und
in fast derselben Länge, „Hera“, die auch die Linie etwas westlicher als „Athene“
gyekreuzt hatte, 2,5° bis 1° westlicher. Von 30° N-Br wechselte sich aber die
Stellung, weil „Hera“ bei dem östlichen und südöstichen Winde näher am
Winde hielt und infolgedessen 40° N-Br zwar einen Tag später, aber in 6°
östlicher Länge schnitt. Dies machte, dafs sie bei dem herrschend bleibenden
steifen Südsüdostwind eine so viel gröfßsere Fahrgeschwindigkeit erzielen konnte,
um Lizard 4 Tage vor „Athene“ erreichen zu können. Letztere passirte diesen
Punkt am 6. Dezember; die Dauer ihrer Fahrt war von der Linie 31 Tage,
von Iquique 73 Tage; ein sehr gutes Resultat.
Ss. 5322. Eine sehr rasche Reise von Iquique machte das in unseren
Berichten oft auftretende stählerne Vollschiff „Preufsen“, Kapt. B. Petersen.
Es hatte seine Ausreise nach Valparaiso in 73 Tagen am 10. November 1899
beendet und trat seine Rückreise ab Iquique am 13. Dezember an. Während
der ersten 8 Tage ging es bei flauen südlichen Winden sehr langsam, und auch
nachdem der Wind aufgefrischt war, blieb er so schral, dafs das Schiff, um
Süd zu gewinnen, weit nach Westen gehen mufste. Am 26. Dezember befand
es sich auf 34° S-Br und 90,5° W-Lg. Hier setzte lebhafte, zuletzt als Sturm
wehende Briese, erst aus NW, dann aus SW ein, die Kapt. Petersen nach
Kräften ausnutzte und so schon am 4, Januar 1900, dem 22. Tage der Fahrt,
die Höhe von Kap Horn erreichte. In drei Etmalen machte das Schiff 258,
200 und 275 Sm und kam beim Kap auf eine Fahrt von 12 Knoten. — Oestlich
vom Kap ging es mit derselben Geschwindigkeit, die zu Zeiten auf 12,5 Knoten
stieg, weiter bis etwa 35° S-Br; hier setzte jedoch leichte nördliche Briese ein,
mit der „Preufsen“ in 7 Tagen nur um 10° Breite weiter kam. Der in
25° S-Br einsetzende Passat brachte das Schiff jedoch am 30. Januar nach einer
verhältnifsmäfsig schnellen Fahrt von 26 Tagen von Kap Horn nach der Linie
in 30,8° W-Lg. Sehr rasch verlief die Reise auf nördlicher Breite. Der schon
in 3,2° N-Br und 831° W-Lg beginnende Nordostpassat brachte das Schiff in
9 Tagen nach 30° N-Br und 37,6° W-Lg. Hier gerieth es in die schweren
Stürme aus SW und NW des Bulgariawetters; aber olme die fliegende Fahrt
zu mindern, viel weniger sie aufzugeben, verfolgte „Preufsen“ den Weg nach
dem Kanal, wo es am 17, Februar Lizard passirte. Es hatte den Weg von
der Linie in der kurzen Zeit vom 20., den ganzen Weg von Iquique in der
sehr kurzen Zeit von 68 Tagen zurückgelegt.
S. 5357. Das nächste in der Reihe der Schnellfahrer von Chile ist das
stählerne Segelschiff „Erato“, Kapt. A. Behnert. Es legte die beiden Strecken
von Chile nach Kap Horn und von der Linie nach Lizard in ausnehmend
kurzen Zeiten, die erste wie die zweite in 21 Tagen zurück. Dabei durch-
segelte das Schiff von 38° S-Br_ und 88° W-Lg rund Kap Horn nach 52° S-Br
und 53° W-Lg in 9 Tagen 2022 Sm. Zu lang für einen Schnellsegler war
dagegen die Fahrt durch den Südatlantischen Ozean, wo „Erato“ zwischen 27° und
20° S-Br durch hartnäckige, oft noch zu flaue nördliche Winde 9 Tage lang fest-
gehalten wurde. Immerhin erreichte das Schiff die Linie in der für die Jahreszeit
verhältnifsmäfsig kurzen Zeit von 31 Tagen am 25. März in 28° W-Lg. —
Daran schlofs sich eine sehr rasche Fahrt durch den Nordatlantischen Ozean,
zuerst mit dem beständigen, oft frischen Passat von 2° N-Br nach 54° N-Br
und dann mit ebenso beständigem, noch frischerem Winde aus Süd bis West
nach dem Kanal. Am 15. April, nach einer raschen Reise von 73 Tagen, wurde
letzterer erreicht.
S. 5457 und 5484. Zwei Reisen, die Ende August 1900 begonnen
wurden, die des Stahlvollschiffes „Pampa“, Kapt. Prützmann, und des hier
viel genannten Vollschiffes „Preufsen“, Kapt. B. Petersen, nahmen wieder
einen sehr raschen Verlauf. Das erste verliefs Caleta Buena am 28., das zweite
Iquique am 31. August. „Pampa“ hatte an den ersten zwei Tagen sehr flaue
Briese, während „Preufsen“ die Fahrt gleich mit frischerem Winde antrat, und
dies hatte zur Folge, dafs letzteres gegen ersteres Schiff in 40° S-Br nur noch
um einen Tag zurückstand und Kap Horn, da er in seiner südlicheren Stellung
südlichen Wind besser ausnutzen konnte, am selben Tage mit seinem Mitsegler,
am 16. September, erreichte. Die Schiffe hatten den Wind aus SO bis Ost,