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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler, 
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kleine. nachbleibende Strecke nahm aber bei den ungünstigen Verhältnissen der 
Jahreszeit ebenso viel Zeit in Anspruch... Der Viermaster wurde vom Südwest- 
monsun bis 4,7° N-Br und 16,1° W-Lg geführt, wendete .dort am 28. und hatte 
dann. bei der sehr südlichen Richtung noch weitere 7 Tage ‚nöthig,. um. am 
4. September in. 26,9° W-Lg die Linie zu erreichen. Die Fahrtdauer war 
28 Tage, immerhin noch 3 Tage weniger als das Mittel. — Der Südostpassat 
im Süden der Linie, der bis 26,5° S-Br anhielt, und der folgende Nordostwind 
gaben eine bessere Fahrt, so dafs 32° S-Br bereits am 15. September über- 
schritten werden konnte. Das schnelle Schiff brachte vom 11. bis 15. in 
4 Tagen 975 Sm ins Kielwasser. Auf der folgenden schwierigen Strecke vor 
dem La Plata machten sich südwestliche, oft stürmische Winde unangenehm 
bemerkbar; dann ging es von etwa 41° S-Br an aber wieder besser; mit vor- 
herrschendem nordwestlichen Winde gelangte „Eilbek“ am 28. September in 
64,7° W-Lg nach 50° S-Br. Fahrtdauer 24 Tage. — Nordöstliche und später 
südwestliche Winde, die, stürmisch wehend, die Fahrt des Schiffes auf 12 Knoten 
brachten, trieben es in 5'/a Tagen nach 52,5° S-Br und 79° W-Lg. Dann hielten 
für mehrere Tage harte stürmische Nordwestwinde es zurück, doch brachte 
„Eilbek“ es fertig, am 7. Oktober 50° S-Br in 81,8° W-Lg wieder hinter sich zu 
bringen, und blieb deshalb die Rundfahrt in 9 Tagen eine schnelle. — Mit ab- 
wechselnden südwestlichen und nordwestlichen Winden kam die Viermastbark 
am 20. Oktober auf 23,4° S-Br und 91,8° W-Lg an die Grenze des Südostpassats. 
Derselbe geleitete sie in schneller, beständiger Fahrt am 31.Oktober in 116° W-Lg 
an die Linie. Die Zeit, die „Eilbek“ auf der Strecke ab 50° S-Br zugebracht 
hatte, war nur 24 Tage. — Sehr gut traf es die Viermastbark auch auf. dem 
letzten Wegeabschnitt, der oft viel Aufenthalt verursacht. Ohne dafs der süd- 
liche Wind, der zunächst noch die Segel füllte, viel abflaute, setzte in 10° N-Br 
ein, strammer Nordostpassat ein, der bis 25,5° N-Br anhielt und auf welchen an- 
statt der sonst häufigen widrigen schralen nördlichen Winde südwestlicher. und 
westlicher Wind folgte. Nördlich von 40° N-Br gab es für mehrere Tage noch 
Aufenthalt durch harte, zeitweilig stürmische Nordwestwinde und unter ‘der 
Küste einen schweren Sturm aus SO, bei dem das Schiff, da auch der Strom 
stark nach Nord lief, zu weit nach.Nord versetzt wurde. Am 26. Oktober 
jedoch gelang es, vor die Mündung des Columbia-Flusses zu kommen und dort 
einen Lootsen an Bord zu nehmen. Wegen der Unpassirbarkeit der Barre 
konnte „Eilbek“ erst am 1. Dezember nach Astoria aufschleppen. Die Dauer 
der Reise über See von Lizard nach der Mündung des Columbia-Flusses war 
111 Tage; wie gesagt, war sie kürzer als irgend eine vorher gemachte. .Die 
kürzeste ‚bis dahin war die. der „Maria Mercedes“, Kapt. R. Dade,.in 1895, 
115 Tage nach Portland. 
S. 5504. Der nächste Schnellläufer . auf der Route nach Chile ist die 
stählerne Viermastbark „Hebe“, Kapt. H, Korff. Am 9. August 1900 aus dem 
Kanal kommend, lief dieselbe mit günstigem, oft frischem Winde westlich: von 
den Kapverden in 14 Tagen nach 14° N-Br. Hier gab es zunächst Stille, dann 
ziemlich beständigen Südwestmonsun bis 4° N-Br und 18,3° W-Lg und schliefs- 
lich den Südostpassat, der „Hebe“ am 23. Tage in 24° W-Lg am 1. September 
über die Linie brachte. — Verhältnifsmäfßig noch rascher stellte sich die Fahrt 
auf südlicher Breite mit Südost-.bis 16°, Nordost- bis 23,3° und. Westwind bis 
27° S-Br. Dann wiederholte sich der Windrundgang bis..50° S-Br, und nur 
selten kam für kurze Zeit ein widriger Südwest entgegen, mit dem auch noch 
das Beste gemacht. wurde, Beste Reunen auf dem Wege waren 780 Sm .in 
3 Tagen bei 9° S-Br, 326 Sm. in 32 Stunden bei 22° S-Br : und 613 Sm in 
21/2 Tagen bei 30° S-Br. Am:21. September, nach einer sehr raschen Fahrt von 
20 Tagen, überschritt der: Viermaster 50° S-Br in. 645° W-Lg. — Bei der 
Rundfahrt um Kap Horn nahm Kapt;: Korff den Weg durch die Strafse Le 
Maire, wurde am ‚ersten Tage durch einen Südweststurm zurückgetrieben, ge- 
Jangte: am nächsten Tage‘ mit stürmischem Westwinde glücklich. hindurch und 
war. am folgenden Tage auf der. Höhe von Kap Horn. Der Wind, zuerst aus 
NW und Nord, dann aus SO und SW, brachte „Hebe“ am 11, Tage. der Rund- 
fahrt, am 2..Oktober, in 82,8° W-Lg wieder nördlich von 50° S-Br.. — Mit gutem 
Winde. gelangte der Viermaster dann am 13, Oktober nach Taltal, dem Ziel der 
Reise. Letztere war in der sehr‘ kurzen Zeit von 65 Tagen ab Lizard aus- 
geführt worden.
	        
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