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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler. 
9 Tage ab 50° S-Br, Valparaiso zu erreichen. Die Dauer der kurzen Reise 
war 67 Tage ab Lizard. 
S. 5433. Drei Monate später folgte das stählerne Vollschiff „Helicon“, 
Kapt. A. Permien, auf dem Wege rund Kap Horn nach Chile. Von Lizard, 
das am 14. März 1900 passirt wurde, brachte guter, segelbarer Wind, vornehm- 
lich aus NW, der nur wenig von schlechtem Wetter unterbrochen war, das 
Schiff bis 21° N-Br, wo am 27. ein frischer Nordostpassat durchkam, der es auf 
der Route westlich von den Kapverden bis auf 3,7° N-Br in 26° W-Lg begleitete. 
Etwa zwei Tage herrschte Mallung; dann kam der Südostpassat, und mit diesem 
erreichte „Helicon“ nach einer schnellen Reise von 23 Tagen ab Lizard am 
6. April in 29,5° W-Lg die Linie. — Die südatlantische Strecke brachte von 
17,5° bis 21,5° S-Br viertägigen Aufenthalt, sonst günstigen Wind bis 33,5° S-Br. 
Hier fand wieder der gewohnheitsmäfsige Aufenthalt durch südliche und süd- 
westliche Winde statt. Nachher ging’s wieder besser weiter, und am 5. Mai 
gelangte „Helicon“ in 64,2° W-Lg nach 50° S-Br. Die Dauer der Fahrt war 
29 Tage. — Seine Absicht, durch die Strafse Le Maire zu gehen, mufste Kapt. 
Permien wegen des dicken, nebligen Wetters aufgeben, doch verlief seine 
Rundfahrt um das Kap Horn auch sonst sehr gut. Mit nordöstlichen und öst- 
lichen Winden kam „Helicon“ schon am 9. Mai jeuseits des Kaps und dann mit 
südlichem Winde am 13. Mai in 83,5° W-Lg nach 50° S-Br zurück. Die Umfahrt 
von 50° bis 50° S-Br hatte nur die aufserordentlich kurze Zeit von 7 Tagen 
7 Stunden in Anspruch genommen. Das letzte Etmal zählte 314 Sm, und 
„Helicon“ kam zeitweilig auf 14 Knoten. — Die letzte Strecke hatte mehrmals 
Unterbrechungen durch flauen Wind, doch von 34° S-Br ging es wieder gut. 
Am 24, Mai abends kamen die Lichter von Iquique in Sicht, und die eigentliche 
Seereise war damit beendet. Sie hatte ab Lizard nur 71 Tage gedauert. 
S. 5484. Der nächste Bericht bringt wieder eine rasche Reise des Voll- 
schiffes „Preufsen“ und seines Kapitäns. Der Antritt bei Lizard fand statt am 
24. Mai 1900; er brachte für die erste Strecke eine schlechte Gelegenheit, indem 
in etwa 46° N-Br drei Tage hindurch fast nur Windstille herrschte. Der Nord- 
ostpassat, der darauf einsetzte, hatte zu Zeiten auch seine schwachen Stunden, 
wenngleich er auch meistens ziemlich frisch blies. „Preufsen“, das die Route 
östlich der Kapverden nahm, kam mit dem Passat bis auf 10° N-Br, hatte dann 
etwas nordwestliche Briese, Mallung und Stille bis 6,5° N-Br und darauf sehr 
schwachen Südwestwind bis 3,5° N-Br, wo der Südostpassat einsetzte. Am 
17. Juni, dem 24. Tage von Lizard, überschritt „Preufsen“ in etwa 24° W-Lg 
den Aequator. Der Erfolg war immerhin befriedigend. — Südlich der Linie 
machte das Schiff wieder eine rasche Fahrt, bis 17,5° S-Br mit frischem), zu- 
weilen steifem Südost, dann von 24° S-Br bis 32° S-Br wieder mit Südost und 
auf den Zwischenstrecken mit nördlichen und westlichen Winden, die auch ein 
rasches Vorwärtskommen ermöglichten. Nur in der Nähe von 50° S-Br hatte 
„Preufsen“ durch Sturm aus SW etwas Aufenthalt. Am 8, Juli, nach einer sehr 
raschen Fahrt von 21 Tagen ab Linie, wurde 50° S-Br in 63,3° W-Lg passirt. 
— Bei der Fahrt rund Kap Horn ging es zunächst bei südwestlichem Winde, 
der am 10. zum starken Sturm mit heftigen Schneeböen wurde, nur langsam. 
Am 12. war das Schiff erst bis 54° S-Br und 63° W-Lg gekommen; dann ging 
es aber mit östlichem und südwestlichem Winde um so rascher, und schon am 
10. Tage der Rundfahrt war am 18. Juli in 80,3° W-Lg 50° S-Br wieder erreicht. 
Mit südwestlichem, zeitweilig nordwestlichem, zuletzt südöstlichem Winde ge- 
langte „Preufsen“ nach 9 Tagen am 27. Juli nach der Rhede von Valparaiso, 
Die Reise war auch dieses Mal sehr schnell verlaufen und hatte im Ganzen ab 
Lizard nur 64 Tage in Anspruch genommen, 
S. 5573. Eine ausgezeichnete Reise, nach den Journalen der Seewarte 
die beste im Bericht, machte im zweiten Halbjahr 1900 die stählerne Viermast- 
bark „Eilbek“, Kapt. N. P. Moritzen, von Lizard nach Portland, Oregon, in 
111 Tagen. Der Viermaster verliefs den Kanal am 7. August 1900 und segelte 
mit abwechselndem Nordost- und Nordwest-, von 37° N-Br an aber beständigem 
Nordostpassatwinde auf der Route östlich von den Kapverden rasch nach Süden. 
Am 21. August in 12,8° N-Br und 23,3° W-Lg nahm der Passat ein Ende. „Eil- 
bek“ hatte, obschon für das grofse Schiff die Windstärke meistens viel zu gering 
war, die Strecke von etwa 2300 Sm bis dort in ]4 Tagen zurückgelegt. Die 
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