Rasche Reisen deutscher Segler.
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als „Gertrud“. — Ihre Ankunft in 50° S-Br erfolgte am 16. August nach
29 Tagen. Die Reisedauer hatte sich demnach mit der des Mitseglers aus-
geglichen. — Die Rundfahrt um Kap Horn, bei der „Persimmon“ nicht durch
die Le Maire-Straße ging, endete wie bei „Gertrud“, die hier 2 Tage gewann, am
28. August. Die letzte Strecke, die auch mit Südoststurm zurückgelegt wurde,
endete auch bei „Persimmon“ in Taltal am 6. September. Die Reisedauer war
bei „Persimmon“ 73 Tage, 2 Tage mehr als bei „Gertrud“. Die beiden
Schiffe hielten gut gleichen Schritt; die 2 Tage gewann „Gertrud“ bei Kap
Horn, wahrscheinlich weil sie dort die Route durch die Stralse Le Maire nahm.
S. 5429. Eine schnelle und sehr regelmäfsig verlaufende Reise vom Kanal
nach Honolulu machte das stählerne Vollschiff „H. F. Glade“, Kapt. J. Haesloop.
Das Schiff passirte Lizard am 3. September 1899 und lief mit Nordwest- und
Nordostwind bis 35° N-Br, wo eine 8 Tage lange Zeit flauer Winde begann,
denen in 25,5° N-Br ein nicht sehr frischer Passat folgte. Dem Südwestmonsun,
der in 10° N-Br eingesetzt hatte, ging auf 5° N-Br in 19° W-Lg in den Süd-
ostpassat über, der das Schiff am 30. September, dem 27. Tage der Fahrt, in
24° W-Lg über die Linie brachte. Das Schiff hatte den Weg West von den
Kapverden genommen. -— Der frische Südostpassat bis 16,5° S-Br und ein
ebenfalls befriedigender Nordostwind bis 26,3° S-Br gaben dem Schiffe in diesen
10 Tagen einen recht guten Fortgang. In der Folge brachten jedoch häufige,
freilich nicht stürmische Südwestwinde viel Aufenthalt, und. nur dem mehr-
maligen Drehen des Windes nach West und NW hatte „H. F. Glade“ sein Vor-
wärtskommen zu verdanken. Das Schiff erreichte 50° S-Br in 63,5° W-Lg doch
schon am 29. Oktober, dem 29. Tage seiner Fahrt auf Südbreite. Schlechtes
Wetter hatte man bis dahin nicht gehabt. — Die Umsegelung von Kap Horn
geschah unter Kreuzen gegen wechselnde westliche Winde zwischen NW und
SW und erst am 10, Tage war die Länge des Kaps überschritten. Dann ging
es aber mit Südwestwind, der jetzt raum genug war, und östlichem Winde rasch
weiter, und am 14. November, nach 16 Tagen der Umfahrt, hatte „H. F. Glade“
den Parallel von 50° S in 85° W-Lg hinter sich gebracht. — Nach einem harten
Sturme aus NO bis NNO gab der in 45° S-Br stürmisch einsetzende Südwest-
wind und der in 35° S-Br aufkommende Südostpassat. wieder eine gute und an-
haltende Triebkraft, nur war’ der Passat von 27° bis 18° S-Br zu leicht, so
dafs meistens nur 5 Knoten herauszubringen waren. In 18° S-Br wurde er
wieder frischer, und so wurde es möglich, die Linie in 119° W-Lg am 8. De-
zember nach der kurzen Fahrt von 24 Tagen zu überschreiten. — Ohne dafs
Stille eintrat, gelangte. man in etwa 6° N-Br von einem Passatgebiet ins andere.
Balc® darauf frischte der Passat aus NO bis ONO zur vollen Stärke auf, worauf
der Kurs, der vorher etwa NNW gewesen, auf WNW geändert wurde. Nach-
dem man von der Linie her 14 Tage unter vollen Segeln gelaufen, wurde am
22. Dezember nahe bei Honolulu unter kleinen Segeln beigelegt und am nächsten
Morgen in den Hafen geschleppt. Die Reise war in der kurzen Zeit von
0 Tagen gemacht worden. Die Rückreise, die über San Francisco. nach
ugenstown ging, machte „H. F. Glade“ in 126 Tagen.
S S. 5391. Eine der schnellsten Chile-Reisen ist wieder die der eisernen
Bark „Paposo“, Kapt. H. Horn. Von Lizard, das sie am 17. Dezember 1899
passirte, hatte die Bark fast auf dem ganzen Wege nach der Linie guten Nord-
dstwind. Unterbrechungen durch flaue oder südliche Winde fanden statt am
19. und 20. und am 27. und 28, Dezember, Der Nordostpassat hielt an bis
3,5° N-Br, dann. folgte sofort der Südost. Am 6. Januar 1900 wurde nach
20tägiger Fahrt die Linie in 28° W-Lg gekreuzt. — In südlicher Breite lief
das Schiff, ohne vor Gegenwind sich umzusehen, mit Südostpassat und Nordost-
wind, dann wider Südost- und Nordostwind in 13 Tagen nach 342° S-Br. In
3üdlicherer Breite kamen wieder ein paar Mal Unterbrechungen vor, aber ohne
schlechtes Wetter; im Ganzen war der Wind immer so,. dafs der Führer des
Schiffes etwas daraus machen konnte. Am 31. Januar erreichte er.mit seinem
Schiffe am 25. Tage der Fahrt ab 0° Br 50° S-Br in 66° W-Lg. — Die Um-
segelung des Kap Horn wurde an der Westseite des Kaps aufgehalten, sonst
verlief. sie in wünschenswerther Weise in 13 Tagen. — Auch jenseits 50° S-Br,
die am 13. Februar in 79° W-Lg überschritten wurde, gab es noch wieder für
zwei Tage Sturm von der Nordseite: dies hinderte aber nicht, am 22. Februar;