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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Rasche Reisen dentscher Segler. 
ganz befriedigende Gelegenheit, von 34° bis 10° N-Br einen mäfsig starken 
Nordostpassat, von 10° bis 3° N-Br in 18,7° W-Lg einen ziemlich beständigen 
Südwestmonsun und dann einen recht frischen Südostpassat, der die Bark am 
27. Juni, am 27. Tage von Bordeaux in 20° W-Lg über die Linie führte. In 
der Jahreszeit eine ganz passable Reise. — Der kräftige Südost brachte 
„Weiwera“ in acht Tagen nach 24° S-Br, dann folgten mit kürzeren Unter- 
brechungen aus SW ebenso günstige, wenn auch nicht immer so frische Winde 
aus NO und NW, mit denen das Schiff, den Anweisungen des Segelhandbuches 
folgend, in 25 Tagen den Parallel von 50° S auf 64,6° W-Lg erreichte, Auch 
eine sehr gute Leistung. Gegen das Mittel von 62 Tagen von Lizard nach 
50° S-Br hatte die Bark schon zehn Tage gewonnen. — Bei der Umsegelung 
von Kap Horn ging es anfänglich wegen zu leichter Winde ziemlich langsam; 
nachdem aber am 30. Juli, acht Tage, nachdem 50° S-Br gekreuzt, die Länge 
des Kaps in Sicht des letzteren überschritten war, wurde mit frischem Winde 
aus Süd, SW und Ost ein rascherer Fortgang gemacht. Am 14. Tage der 
Umfahrt kreuzte „Weiwera“ den Parallel von 50° S in 90° W-Lg im Pacifik. 
— Auch die weitere Fahrt durch den südlichen Stillen Ozean ging, da der 
Passat früh einsetzte und frisch wehte, rasch von statten; schon am 25. August, 
dem 20. Tage seit 50° S-Br, wurde die Linie in 103° W-Lg überschritten. Es 
war für „Weiwera“ ein Vortheil, dafs sie 50° S-Br so weit westlich geschnitten 
hatte. ‚Jetzt konnte sie den Passat mehr querein halten und mehr Fahrt 
machen, als wenn sie am Anfange der Strecke östlicher gestanden hätte. — 
Der Südostpassat ging, wie es im Sommer des Nordens in den centralamerika- 
nischen Gewässern die Regel ist, in 4° N-Br in südwestlichen Wind über, der 
die Bark in acht Tagen bis 15,5° N-Br begleitete. Dann kam aber leider ein 
nicht zu erwartender längerer Aufenthalt durch nordöstliche Gegenwinde, Stille 
und Mallung, und so kam „Weiwera“ erst nach weiteren 14 Tagen, am 16. Sep- 
tember, vor Mazatlan. Immer doch erscheint die Gesammtreise von 107 Tagen 
als eine sehr gute im Vergleich zu der mittleren Reise von 121 Tagen. Die 
kürzesten im „Segelhaudbuche für den Stillen Ozean“ aufgeführten Reisen nach 
Mazatlan sind 103 und 98 Tage der „Rosa y Isabel“ und 101 des „Parnafs“. 
8. 5312. Etwa acht Tage später als „Weiwera“ ging das eiserne Voll- 
schiff „Willkommen“, Kapt. H. G. Freese, auf die Reise. Nach Santos be- 
stimmt, passirte es Lizard am 7. Juni 1899 und hatte das Glück, gleich nord- 
östlichen Wind zu erhalten, der es mit kurzer Unterbrechung durch 
nordwestlichen Wind, ganz bis 9,5° N-Br führte. Hierauf folgte nordwestlicher, 
dann südwestlicher und schon von 5,5° N-Br und 21° W-Lg an frischer Südost- 
passatwind, der schon am 29. Juni in 25,6° W-Lg das Schiff über die Linie 
brachte. Sein Rennen von Lizard nach der Linie in 22 Tagen war für Juni 
eine ausgezeichnete Leistung. — Auch auf südlicher Breite ging es mit strammer 
Briese, erst aus SO, von 17° S-Br an aus NO fix voran; nur der 7. Juli brachte 
auf 23° S-Br noch einen Tag Stille. Am 10. Juli kam „Willkommen“ nach 
einer sehr schnellen Reise von 33 Tagen in Santos vor Anker. 
Die Fortsetzung der Reise nach Caleta Buena in Nordchile fiel ebenfalls 
gut aus. Die Abfahrt von Santos erfolgte am I. August. Bis zum 5. ging es 
mit unbeständigen leichten Winden nur langsam, dann aber mit Winden aus 
NW, NO bis SO so viel schneller. Leider wurde der günstige Wind aus 0zS 
am 10, August auf 37° S-Br bei einem bis 739,5 mm abnehmenden Luftdruck so 
hart stürmisch, dafs das Schiff für 12 Stunden unter Sturmsegeln beigelegt 
werden mufste und vorher wie nachher für längere Zeit nur kleine Segel ge- 
führt werden konnten. Eine Ausnahme von der Regel dieser Gegend der La 
Plata - Mündung war, dafs der Sturm mit dem vorhergehenden und folgenden 
Winde aus einer Richtung blieb und diese um nichts veränderte. Die Ge- 
legenheit blieb auch nachher günstig; steife Nordostwinde mit Regen und Nebel 
brachten „Willkommen“ am 15. August nach 50° S-Br in 64° W-Lg. — Auf 
der Fahrt rund Kap Horn gab es viel Sturm von der westlichen Seite. Erst 
am 26. August, als das Schiff zum zweiten Male die Länge des Kaps erstritten 
hatte, gab es eine bessere Gelegenheit mit Südwest- und Südostwind. Letzterer 
stieg bis zur Sturmesstärke an, was aber der Zwölfknotenfahrt des „Willkommen“ 
nur zu Nutze war. Am 29. Angust war die Umsegelung in 14 Tagen vollendet. 
— Der Rest des Weges wurde wieder mit guter Gelegenheit aus West, SW
	        
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