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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler, 
zu kommen, hielt ich von 9"30”p an das Schiff platt vor dem Winde. Wind 
ONO 10, Kurs West 12 Knoten. Hatten das Schiff unter gerefften Obermars- 
segeln und gereffter Fock. Dabei zitterte dasselbe, als ob es sich auseinander 
schütteln wollte. Es wehte orkanartig; dick von Regen, wilde, durcheinander 
laufende See. Die Leute stehen bei den Marssegelfallen klar zum Fieren. 
Gegen 2a am 10. Wind plötzlich von NNO einfallend, dann wieder auf ONO 
holend. Unstetig und abflauend, Luft oben dünner, schwere Böen 10 bis 11. 
Da der Wind östlich holt, hoffe ich vor dem Centrum vorüber zu kommen. 
Wilde See, hauptsächlich von NNW. Um 11* holt der Wind mit starken 
Böen auf SSO. Das Barometer steht. Ich glaube, wir passiren ganz in der 
Nähe des Centrums; möchte wohl wissen, wie es nördlicher stehenden Schiffen 
ergangen ist. Das Schiff hat in der schweren See furchtbar gearbeitet. Nach 
Mittag geht das Barometer auf, haben also wirklich das Minimum an der Süd- 
seite passirt. Abends holt der Wind über Süd nach SW; die Nordwestsee legt 
sich etwas.“ Die stürmischen Westwinde, welche dem Orkan folgten, hrachten 
das Schiff bis zum 13. Februar nach 46,7° S-Br und 77,4° W-Lg. Von der Zeit 
an, als es in das Sturmgebiet eintrat, wo der kluge, unternehmende Kapitän es 
nach der Gutenwindseite führte, legte es, sturmgetrieben, in 3 Tagen und 
16 Stunden 843 Sm zurück. Die Umfahrt von 50° bis 50° S-Br wurde am 
12. Februar nach 11 Tagen beendet. — Auf der allerletzten Strecke ging es 
auch gut, mit SO 8 brachte es „Preufsen“ hier auf 14'/a Knoten. Als man am 
18. Februar Valparaiso erreichte, war die Dauer der Reise von Ushant nur 
65 Tage. 
S. 5403. Eine brillante Reise nach Honolulu, die beste im Bericht, voll- 
führte im Juni bis September 1899 das stählerne Vollschiff „Marie Hackfeld“, 
Kapt. J. Wührmann. Das Schiff nahm die Abfahrt von Lizard. am 31. Mai 
und segelte dann mit fortwährend günstigem, nur manchmal zu flauem Winde 
östlich von den Kapverden nach Süden. Die Nordostpassatrichtung nahm der 
Wind in 35,4° N-Br an, flaute schon in 14° N-Br, doch blieb so viel Briese, 
dafs das Schiff etwa 1°50' Breite den Tag zurücklegen konnte. In etwa 
10° N-Br und 23° W-Lg kam am 20. Juni der Südwestmonsun durch, mit 
welchem „Marie Hackfeld“ bis zum 26. nach 3,4° N-Br und 19,8° W-Lg arbeiten 
mufste, bis das Schiff den Südostpassat erhielt. Mit diesem wurde am 27. Juni 
in 23° W-Lg die Linie überschritten. Fahrtdauer 27 Tage, nicht besonders 
schnell, aber für die Jahreszeit ganz gut. — Der Südatlantische Ozean gab 
eine schlanke Fahrt bis zum 12, Juli in 36° S-Br und 50,6° W-Lg, bis 23,5° S-Br 
mit Südostpassat, später mit Nordost- und Nordwestwinden. Der Rest des 
Weges nach 50° S-Br, welche Breite am 22. Juli in 63,3° W-Lg angeseglt wurde, 
brachte wechseinde Winde aus NW und SW, am meisten aus demersten Viertel, 
Das Schiff legte die Strecke in guter Zeit von. 25 Tagen zurück. — Bei der 
Umsegelung von Kap Horn herrschte anfänglich eine gute Gelegenheit mit 
stürmischem Ostnordostwinde. Es war schade, daß das Schiff trotz seiner 
östlichen Stellung den harten Wind nicht ausnutzen konnte, vielmehr mit 
kleinen Segeln an den Wind gehen mulste. Es hatte jedoch das Glück, jenseits 
der Länge von Kap Horn Südsüdostwind zu erhalten, der mit einiger Unter- 
brechung durch Nordwestwind bis über 50° S-Br hinaus anhielt. Dieser Parallel 
wurde nach 13tägiger Rundfahrt am 4. August in 87,3° W-Lg überschritten. 
— HEine sehr gute Fahrt machte das Schiff mit stets günstigen Winden von 
50° S-Br nach der Linie, die am 25. August, nach 2l1tägiger Reise, in 
130,5° W-Lg gekreuzt wurde. — Der Südostpassat, der auf 225° S-Br eintrat, 
hielt an bis etwa 3° N-Br. Nach südwestlicher Briese und Stille kam am 3. Sep- 
tember in 11° N-Br und 133,4° W-Lg der Nordostpassat durch, der das Schiff 
am 10, September ans Ziel brachte. Die Reise der „Marie Hackfeld“ von 
Lizard nach Honolulu in 102 Tagen ist, wie eingangs gesagt, die beste, über 
welche der Seewarte berichtet worden ist. Ihr Erfolg rührte vornehmlich 
daher, dafs aufsergewöhnlicherweise auf allen Strecken fast ununterbrochener 
günstiger Wind angetroffen wurde. 
S. 5384. Die zunächst anzuführende Reise ist die der eisernen Bark 
„Weiwera“, Kapt. Büschen, von Bordeaux nach Mazatlan, Mexico. Die 
Journalführung beginnt erst am 6. Juni 1899,=als die Bark sich auf 37,8° N-Br 
und 16° W-Lg befand, muthmalfslich etwa sechs Tage in See. Sie traf eine 
Mr
	        
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