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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler. 
die Linie auf 31° W-Lg. Auf den Südostpassat, der in 2° N-Br zu Ende ging, 
folgte schnell der Nordost, der frisch wehend und der Bark eine Durchschnitts- 
fahrt von 8 bis 10 Knoten gebend, sie bis 32° N-Br und 39,5° W-Lg begleitete. 
Ebenso rasch ging es mit dem einsetzenden Südwest- und Westwinde; am 
16. April um 8*a, nach einer Fahrt von rund 22 Tagen, passirte „Thalia“ in 
Sicht des Kaps die Länge von Lizard. 
Das derselben Rhederei B. Wencke Söhne zugehörende stählerne Voll- 
schiff „Erato“, Kapt. A. Behnert, ging, ebenfalls von Iquique kommend, 
14 Stunden nach „Thalia“ am 25. März um 10"p in 28° W-Lg über die Linie. 
Dasselbe hatte ganz ähnliche Winde als sein Vorsegler, behielt aber den Nord- 
ostpassat bis 34° N-Br in 38° W-Lg. Bis hierher hatten die beiden Schiffe so 
ziemlich gleichen Schritt gehalten. Dann aber kam „Erato“, wohl weil sie sich 
etwas nördlicher hielt und frischeren Wind aus SW hatte, „Thalia“ vor und 
erreichte den Meridian von Lizard am 16. April um 5*a. „Erato“ hatte zu der 
Fahrt nur 21 Tage und 7 Stunden gebraucht. 
S. 5340. Eine rasche Reise von Antwerpen nach Pard machte die 
eiserne Bark „Mono“, Kapt. G. Schwarting. Die Bark verliefs die Schelde 
am 23. März 1900 und passirte mit frischem Nord- und Nordostwinde am 25. 
Lizard. Der Wind drehte bald nach NW, womit auch bis 41,5° N-Br gute 
Fahrt gemacht werden konnte. Hier folgten für zwei Tage Stille und südwest- 
liche Winde, die Aufenthalt verursachten; dann holte der Wind, rechts drehend, 
durch NW nach Nord und ging am 2. April auf 34° N-Br und 16° W-Lg bei 
einem höchsten Luftdruck von 774,4 mm in den Passat über. Mit frischer, oft 
steifer Briese aus NO bis ONO ging nun die Reise rasch voran, so dafs die 
Bark, obschon sie kein ganz besonderer Segler ist, in ö Tagen 1100 Sm zurück- 
legen konnte. Die Route schnitt 20° N-Br in 30,6° W-Lg und 10° N-Br in 
42° W-Lg. In 2° N-Br und 45° W-Lg machte sich ein starker westlicher Strom 
bemerkbar, weshalb südlicher gesteuert wurde. Am 17. April wurde Atalaya- 
Spitze erreicht und damit die Seereise in 23 Tagen vollendet. 
S. 5616. Eine fast ebenso rasche Fahrt von Lizard nach der Linie als 
die im März 1898 machte dasselbe Vollschiff „Preufsen“ unter derselben Führung 
im Februar 1901. Das Schiff kam am 9. Februar in Sicht von Ouessant aus 
dem Kanal. Es traf ebenso günstige Verhältnisse wie auf der früheren Reise, 
wenn auch der Passat erst in 29° N-Br einsetzte und nicht ganz so frisch war. 
Er hielt jedoch bis 1° N-Br an, und kam „Preufsen“ schon einen Tag später, 
am 27. Februar, in 26,9° W-Lg über die Linie. Die Dauer der Fahrt war 
18 Tage. 
S. 5530. Die noch folgenden Reisen sind solche zwischen Mitteleuropa 
und Nordamerika. Das hölzerne Vollschiff „Columbus“, Kapt. Fr. Stöver, 
machte eine recht gute Reise von New York zurück. Es trat dieselbe am 
12. Februar 1901 mit steifem Nordwestwinde an. Dieser blieb, der Jahreszeit 
entsprechend, vorherrschend bis 44° W-Lg; dann wechselte er in längeren 
Zwischenräumen zwischen Süd bis SW und West bis NW. Er wehte oftmals 
stürmisch, doch nie so hart, dafs das Schiff deshalb beigelegt werden mufste. 
Äm 1. März, dem 17. Tage der Reise, lief „Columbus“ in den Englischen Kanal, 
3 Tage später wurde der Bestimmungshafen Thameshaven erreicht. 
S. 5672. Im März und April 1901 machte die stählerne Viermastbark 
„Henriette“, Kapt. M. Diedrich, eine sehr rasche Reise von 23 Tagen vom 
Kanal nach New York. Die Bark verliefs den Kanal mit mäfsiger Ostbriese 
am 13. März und segelte dann mit abwechselnden südlichen und nördlichen 
Winden, die aber fast immer so raum waren, dafs keine gröfseren Abweichungen 
vom direkten Kurse vorkamen, geraden Weges nach Westen. Von 43,5° W-Lg 
in 43,4° N-Br an hielt der Viermaster sich nördlich vom Golfstrom, wo die 
Wasserwärme mehrfach unter 1° fiel. Es kamen auch noch wieder östliche 
Winde vor, die in der Nacht vom 19. zum 20. März für 12 Stunden zum schweren 
Sturm anwuchsen. Am 5. April erreichte „Henriette“ New York. 
S. 5691. Drei Tage später als „Henriette“ Lizard verließ das hölzerne 
Vollschiff „Heinrich“ unter der Führung von Kapt. Fr. Oltmanns den Hafen 
von Queenstown und passirte das Feuer von Old Head of Kinsale um 8*p des 
Tages März 16. Der Wind war fast immer günstig aus Süd, SO und NO und 
das Wetter handigy bis zum 30. März, als das Schiff, dem direkten Wege folgend.
	        
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