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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrograplie und. Maritumen Meteorologie, Dezember 1902, 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) [Mitt Winde 
Stat, 
Bork. 
Wilb, 
zeit. 
Jam. 
Kiel 
Wust. 
Swin. 
Rüg. 
Neuf, 
Mem. 
T 
NNE NE ENB X St: SE SS8 8 SSW SW WSW W WNW NW NW Stillel 
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£: 
078 a x 
4 121 Da 
E 922 10° £ 
- 1 7104 4 4 71214 3 4 ; 6, 2,9 3,2 | 2,2 
0.4 2 3. 6 8 7 7 510: 8 10H 8. 1 5 1 912,2. 2,7 |.1,7 
2.4.27. 39 5 9 3 5 9 1 3 6 3.2 3 9|22 8:2‘ 2,5 
Der Monat Oktober charakterisirte sich bei wenig zu hohem Luftdruck 
und annähernd normaler Bewölkung in den Monatswerthen als ziemlich kühl, 
ruhig und sehr trocken. Die zu Zeiten der dreimal täglichen Terminbeobachtungen 
notirten Winde waren relativ gleichmäfsig auf die Kompafsrose vertheilt, wenn 
auch die Winde aus dem SW-Quadranten im Allgemeinen durch Häufigkeit 
atwas hervortraten, 
Steife und stürmische Winde traten in gröfserer Verbreitung auf am |. 
von der Helgoländer Bucht ostwärts und am 2, westlich der Weser und an der 
Ostsee aus östlichen Richtungen, an der Nordsee vereinzelt, an der Ostsee meist 
Stärke 8 erreichend, am 14. (bezw. in der folgenden Nacht) aus dem SW- 
Quadranten ostwärts bis Pommern, Stärke 7 bis 8, am 15, aus dem NW- 
Quadranten an der ostdeutschen Küste, meist Stärke 8 erreichend, am 15. bis 
17. aus dem SW-Quadranten ostwärts bis Mecklenburg, Stärke 7 bis 8, am 22. 
aus dem NW-Quadranten an der ostdeutschen Küste, meist bis Stärke 8, und 
am 24. und 25, mehrfach stürmisch an der preufsischen Küste rechtdrehend aus 
westlichen Richtungen... - 
Die Morgentemperaturen lagen bis zum 13., ausgenommen den 11. ost- 
wärts bis zur Oder, meist unter und am 14, bis 16. meist über den normalen 
Werthen; an der Nordsee folgten dann bis zum 20. meist kühle, am 21. bis 27. 
milde, am 28, bis 30. kühle und schliefslich wieder ein milder Morgen, während 
an der Ostsee milde und kühle Morgen fast ständig und im Ganzen für dies 
Gebiet in wenig gleichartiger Weise miteinander abwechselten. In ihrem Gange 
von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen, wenn man von kurzen 
Schwankungen absieht, nach einem Sinken zu Beginn des Monats eine Zunahme 
bis Monatsmitte und dann eine Abnahme bis zum 23. oder 24.; auf ein kurzes 
kräftiges Steigen folgte in der letzten Pentade ein starkes Sinken und am 
Monatsschlufs wieder eine Zunahme. 
Die Temperatur schwankte zwischen — 2,3°, dem Minimum von Memel, 
und 17,6°, dem Maximum von Wilhelmshaven, also um 19,9°, während die 
kleinste Schwankung gleich 10,2° in Keitum und die gröfste gleich 17,8° in 
Wilhelmshaven beobachtet wurde. Die westdeutsche Küste blieb meist frost- 
frei.. — Die aus den Aenderungen der Temperatur von Tag zu Tag für die drei 
Terminbeobachtungen als arithmetisches Mittel ohne Rücksicht auf die Vor- 
zeichen der Aenderungen berechneten Werthe der interdiurnen Veränderlichkeit 
Jer Temperatur (I. T. V.) lagen mit ihren gröfsten Beträgen zwischen: 1,4° 
(Borkum) und 2,9° (Memel); sie zeigten keine bestimmte Anordnung nach ihrer 
Gröfse auf die drei Beobachtungstermine. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen waren im Ganzen ziemlich unregel- 
mäfsig vertheilt; sie überschritten über kleineren Gebietstheilen vielfach 50 mm 
and blieben über einem gröfseren Gebiete von der SO-Spitze Rügens bis West- 
oreufsen meist unter 30 mm. — Läfst man den Niederschlagstag um 8" V Orts- 
zeit des gleichnamigen Kalendertages beginnen, uud sieht man von geringfügigen 
ahd vereinzelten Niederschlägen ab, so fielen diese im Oktober.am |. von der 
Elbe bis Rügen, am 2. an der westlichen Ostsee, am 4, ostwärts der Oder, am
	        
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