388 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1902,
mit Erfolg geschehen ist. Die Sache ist hier aber schon deshalb schwieriger,
weil mindestens die nächste Minute der Höhe sicher sein mufs, man also überall
auf Minuten genau einzuschalten hat. Auch wird das Handwerkszeug um eine
neue Sondertafel vermehrt und daher schwerfälliger. Trotzdem würde man eine
derartige Tafel in Gebrauch nehmen, wenn sie die Arbeit wesentlich erleichterte.
Herr Professor Börgen hat nun in den „Ann. d. Hydr. etc.“ 1902, Seite 336 u. f.
yezeigt, wie sich die deutsche Ausgabe der von Thomson herausgegebenen
Sumner- Tafeln sehr wohl dazu eignen, Höhe und Azimut zu bestimmen. Die
Arbeit besteht darin, dafs man viermal zwischen den gegebenen Tafelwerthen auf
Minuten genau einzuschalten hat, um zunächst einen genäherten Werth der Höhe
und des Azimuts zu erhalten. An diese sind dann noch mit Hülfe der Differential-
quotienten für Ne und T Berichtigungen anzubringen, um schliefslich die
genauen Werthe von h und A zu finden, Die Rechnung ist nicht schwierig, da
auch für die Differentialquotienten Tafeln gegeben sind, jedoch werden sich bei
dem Wechsel der Vorzeichen leicht Versehen einschleichen. Das Format der
Thomsonschen Sumner-Tafel ist unhandlich grofs.
Die Azimuttafel von Randermann kann ebenfalls benutzt werden, um
die Höhe zu bestimmen, und zwar, wie mir scheint, übersichtlicher wie nach den
Thomsonschen Tafeln. Man geht mit dem Stundenwinkel und der Abweichung
in die Tafel ein, entnimmt daraus die Katheten des Dreiecks PSA; subtrahirt
man von der im Meridian liegenden Kathete das Breitenkomplement, so hat
man die beiden Katheten des Dreiecks ZSA, und kann man nun mit diesen,
genau so wie in der Strichtafel, das Komplement der Hypotenuse, d. h. h und A
antnehmen. Da die Werthe in den Tafeln von Randermann nur auf Zehntel-
grade gegeben sind, so wird man auch die Höhe nur auf Zehntelgrade genau
erhalten. Die beiden ersten von Herrn Professor Börgen gegebenen Beispiele
ergaben, mit den Tafeln von Randermann berechnet, Werthe, die mit den
dort gefundenen auf einige Minuten genau stimmten.
Vergleicht man die Berechnung der Höhe nach solchen Tafeln mit der
des Höhenunterschiedes nach den oben gegebenen Gleichungen, so ist ohne
Frage die Berechnung des Höhenunterschiedes leichter und bequemer. Eine
Sondertafel ist dann unnöthig, da nur die gewöhnliche Logarithmentafel benutzt
wird, und man erhält unmittelbar den Höhenunterschied, auf den es doch nur
ankommt, mit dem richtigen Vorzeichen. Gleichzeitig kann auch das Azimut
ohne grofse Mühe durch eine kleine Nebenrechnung berechnet werden, zu der
die Logarithmen, bis auf einen, schon in der Hauptrechnung vorliegen. Die
Benutzung der oben gegebenen Formeln zur Berechnung des Höhenunterschiedes
würde demnach die Anwendung der Höhenmethode wesentlich erleichtern.
Kleinere Mittheilungen.
1. Dampferwege im Nördlichen Stillen 0zean, (Nach „Notice to Ma-
riners“ No. 1490 Washington, den 4. Oktober 1902). Von der in San Francisco,
Cal., befindlichen Abtheilung des Hydrographischen Amtes sind den im Truppen-
beförderungsdienst der Vereinigten Staaten beschäftigten Dampfern die folgenden
Vorschriften über im Stillen Ozean innezuhaltende Wege gegeben:
1. Ausreisen nach Manila über Honolulu und Guam. Von Fa-
rallones nach Koko ist auf dem gröfsten Kreise entlang zu steuern; auch von
da nach Guam wird der gröfste Kreis innegehalten. Der Unterschied in den
Entfernungen ist in den in Betracht kommenden niedrigen Breiten allerdings
nur gering, auf dem gröfsten Kreise hat man aber frischeren Passat und
kühleres Wetter.
2. Von Guam nach Manila, Man steuere den loxodromischen Kurs
nach San Bernardina-Island, von da südlich durch die Engen zwischen Capul-
Island und der S-Spitze von Luzon und dann nördlich durch die Verde-Island-
Durchfahrt nach Manila.
3. Ausreise nur über Guam. Man steuere auf dem gröfsten Kreise
nach dem N-Ende der Insel Guam, dann an deren W-Seite entlang nach