586 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1902.
von der Größe des Azimuts ab. Das Azimut mufs jedenfalls kleiner als 45°
gein, wenn überhaupt eine Annäherung stattfinden soll. Wie leicht und bequem
sich dh nach dieser Gleichung berechnen läfst, möge folgendes Beispiel zeigen:
Beispiel: Der Stundenwinkel sei 0* 14” 17°, die Breite 49° 18‘ N und
die Abweichung 7° 10‘ N. Man babe die wahre Höhe gleich 47° 51,7‘ beobachtet.
Die Rechnung ist dann folgende:
t = Ost 14m 178 , . . t* = 204,0
= De io } C= 1,90
Z= 42° 8,0
U= + 65
z= 42° 14,5
zz, = 42° 8,3
2— 2. = dh= * 627
Berechnet man die wahre Höhe mit den gegebenen Gröfsen, so- findet
man h — 47° 45,5‘ und das Azimut 5,3° vom S-Meridian aus gerechnet.
Bei einem gröfseren Stundenwinkel kann man die sehr bequeme Formel
für die Nebenmeridianbreite benutzen, um dh zu berechnen. Ist nämlich u die
Ergänzung der Höhe zur Meridianhöhe, so ist:
Z+u=12
Ind:
dh = (Z+u) —z,
Wie leicht und genau man nach dieser Formel rechnet, möge folgendes
Beispiel zeigen:
Breusing: „Steuermannskunst“, dritte Auflage, Seite 285. Der Stunden-
winkel ist 0* 40” 5° O, die Breite — 37° 58,0‘ N, die Abweichung 16° 31,3‘ S und
die beobachtete Höhe 34° 30,4‘. Man kann dh nun, wie folgt, berechnen:
‘g sem = 7,8824. . . . Ilgsin = 9,241
]g cos = 9,8967
lg cos = 9,9817. . . 1gcos =— 9,982
‚ + Jgcosec = 0,084
lgsinA = 9,307
A —8117°0
t = Ost 40m 58
= +37° 58,0
= — 16° 31,3’
Z = 754° 29,38
zı = 55° 29,6
(2, +Z2)= 54° 59,5
u = 0° 24,2’
UUUUUUUUa= GO a84
Z+ u = z= 55° 17,7
zZ, = 55° 29,6'
= ZZ "1719
_Ig cosec = 0,0867
ig sin u/2 = 7,8475
Die mit den angegebenen Gröfsen berechnete wahre Höhe ist 34° 42,3‘,
also ist dh genau richtig. Man kann auch unmittelbar u berechnen, wenn man
zu log sin u/a den log 2r in Minuten gleich 3,8373 addirt. Hier hätte man:
log sin u/2 = 7,8475
_log2r' = 3,8378
logu = 1,6848
u — 48,39
Bei grofsem Stundenwinkel kann diese Formel leider nicht benutzt
werden, aber aus der Gleichung (3) a ergiebt sich durch Umformung eine
andere, die grofse Aehnlichkeit mit (4) hat und immer gebraucht werden kann.
Nach Gleichung (3) a hat man zunächst:
sin z, sin = == sem t cos g cos d — sin 1/2 (z, + Z) + sin 1/2 (z, — Z)
= [sem t— sec wg sec d sin 1/2 (z, + Z) sin 1a (z, — Z)l cos @+ cos ®
Dafür kann man aber setzen:
. „dh
sin z, sin. = =— (sem t -— sem t,) cos # «cos d
=— sin !/2 (t +4 t,) sin 1/2 (t — t,) cos p + cos d
Hieraus ergiebt sich nun:
dh = 4 (t—t,)sin Ha (4 4,)°98.212089