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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902 
lichen und später südwestlichen, an der ostdeutschen mild bei vorwiegend nord- 
westlichen und westlichen Winden. 
Durch die südostwärts gerichtete Verlagerung des Kernes höchsten Druckes 
und das Erscheinen einer Depression im hohen Norden leitete sich schon am 5, 
ein Wetterumschlag ein. Am Morgen des 6, hatte sich die Depression bereits 
südwärts über Norddeutschland ausgebreitet, und während sich der angegebene 
Kern höchsten Druckes nach Südosteuropa verlagert hatte, nahte ein neues 
Hochdruckgebiet vom Ozean. Bis zum 22. lag die Küste dann dauernd im 
Bereiche von Depressionen, die der ganzen Küste bis zum 21. täglich Nieder- 
schläge brachten und vielfach stürmische Winde herbeiführten. Nachdem im 
Bereiche zweier Ausläufer der genannten im hohen Norden ostwärts schreitenden 
Depression am 6. bis 9. an der Östsee stürmische Winde aus westlichen Richtungen 
geweht hatten, breitete sich am 9. hoher Luftdruck von der Biscaya-See her über 
Centraleuropa aus. Bei schwachen nordwestlichen Winden war das Wetter am 
Abend dieses Tages ostwärts bis Pommern aufgeklart, doch die Herrschaft des 
Maximums währte nicht lange. Eine neue, am Morgen des 10. nördlich von 
Schottland nahende Depression schritt bereits am 10. und 11. mit einem über die 
Küste reichenden Ausläufer ostwärts nach Russland, von Niederschlägen und 
auffrischenden rechtdrehenden westlichen Winden begleitet. Nachdem am. 12, 
meist schwache Winde geherrscht hatten, rief ein neues, am Morgen des 183. über 
Südirland erschienenes tiefes Minimum wieder Auffrischen hervor, zunächst an 
der Nordsee-Küste. Bei langsamem Fortschreiten brachte dieses Minimum, das 
am Morgen des 14. noch über der südlichen Nordsee lag, der westdeutschen Küste 
nur stellenweise steife Winde; als das Minimum dann aber rasch voranschritt und 
bis zum Abend des 15, über Südschweden bis Finnland drang, stellten sich an 
der Ostsee-Küste am 14. ostwärts bis Rügen, am 15. weiter im Osten meist 
stürmische südwestliche Winde ein. Nachdem am 15. und 16. ein Theilminimum 
von der südlichen Nordsee über Jütland längs der Küste nach Westrussland ge- 
schritten war und Foridauer der Niederschläge gebracht hatte, breitete sich am 
16. wieder hoher Luftdruck vom Ozean über Centraleuropa aus und führte am 
Abend für die ganze Küste klares Wetter herbei. Eine neue, im hohen Norden 
mit ihrem Centrum vorüberschreitende Depression hatte die im Eingange für den 
17. und 18. angeführten stürmischen Winde im Gefolge; eine nachfolgende mit 
einem tiefen Minimum über den Finnischen Busen schreitende Depression brachte 
meist schweren Sturm aus SW bis NW, am 19. ostwärts bis Pommern, am 20. 
weiter im Osten. Ein Ende dieser Zeit unruhiger Witterung trat erst ein, nach- 
dem noch ein Theilminimum am 21, ostwärts längs der Küste vorübergeschritien war. 
Ein am Morgen des 22, nordwestlich von Schottland erschienenes Hoch- 
druckgebiet verlagerte seinen Kern nach England und breitete sich fast über 
ganz Europa aus. Am 22, bis 24, fielen nur geringe Niederschläge an Theilen 
der Küste, und am 23, herrschte meist heiteres Wetter. Nach Vorübergang 
einer Depression im Norden, die in der häufig beobachteten Weise bis zum 
Süden der Ostsee ausbuchtete und am 25. überall Niederschläge gebracht hatte, 
dehnte sich das Hochdruckgebiet von Westen her am 26. wieder über ganz 
Centraleuropa aus und führte bei schwachen meist nördlichen Winden trockenes 
Wetter herbei. Einen schnellen Wetterumschlag bewirkte jedoch ein im hohen 
Norden vorüberziehendes tiefes Minimum, das seinen Wirkungskreis südwärts bis 
Mitteldeutschland erstreckte und ein tiefes Theilminimum über der südlichen 
Ostsee entwickelte; in seinem Gefolge traten in der Nacht zum 28, stürmische, 
an der westdeutschen Küste nordwestliche, im Osten zunächst südwestliche Winde 
ein, die am 28. an der ganzen Küste anhielten, im Osten nach Nordwest drehten 
und hier noch am 29, wehten. Als am 29, und 30, ein neues Theilminimum von 
Südnorwegen nach der südlichen Ostsee schritt, frischten die Winde an der 
Küste wieder auf und wehten am 30, wieder stürmisch aus Nordwest ostwärts 
bis zur Oder, sowie weiter nach Osten hin in der folgenden Nacht. Im Bereiche 
dieser Depression hatte die ganze Küste vom 27. bis 30. täglich Niederschläge 
und am 27. ostwärts bis Mecklenburg Nebel. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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