‚Walter; B.: Zur Erklärung der Wolffschen Blitzphotographie, . 581
im Punkte a der: Fig. 2 sich‘ kreuzenden Theilen der Strombahn liegt nämlich
der zu der Wolke.II hinführende Zweig ganz erheblich viel weiter vom.Beobachter
entfernt als der andere. In derselben Weise sind dann natürlich: auch‘ die
scharfen Wendungen dieser Bahnlinie ganz in der Nähe der .Wolke. II zu er-
klären, während andererseits die Unterbrechungen derselben am Ende I auf
zwischengeschobene Wolkengebilde zurückzuführen sind, die die Elektricität gut
leiten und daher nicht ins Leuchten gerathen. Derartige Lücken in der Blitz-
bahn‘ haben sich nämlich auf den mehr als 30 Bildern dieser Art, die ich in den
letzten beiden Sommern mit meinem, im „Photogr. Centralblatt“, Jahrg. 8, Heft 18,
abgebildeten Apparate gewonnen ‘habe, bereits mehrfach an den in den Wolken
gelegenen Ausgangsstellen der Blitze gezeigt. .
Kommen wir indessen auf die in der Fig. 2 als ausgezogene Linie
Skizzirte Theilentladung des Wolffschen Blitzes zurück, so soll nun nicht
behauptet werden, dafs gerade die hier herausgegriffene deutlichste Kurve
des betreffenden Theiles des Bildes zeitlich ‚als die erste Partialentladung
zwischen den Wolken I und II zu betrachten sei, immerhin dürfte aber doch
aus dem Folgenden mit ziemlicher Sicherheit hervorgehen, dafs es jedenfalls
eine von den vielen, auf der rechten Seite des Hauptbildes in der Nähe
der hier betrachteten, liegenden Entladungen war, welche das ganze Phänomen
eingeleitet hat, und dafs dann die Kamera in diesem Augenblick eine zwar nicht
sehr starke, aber dafür auch um so unregelmäfsigere Schwankung gemacht hat.
Nach Ablauf der 15 bis 16 in diesem Theile des ‚Bildes zusammen-
gedrängten Entladungen mufs dann aber die Kamera plötzlich einen stärkeren
Stofs bekommen haben; dem wir sehen, dafs eine zweite Reihe von im Uebrigen
ganz ähnlichen Entladungen auf dem Bilde viel weiter nach links hinüber-
gefallen und auch viel weiter voneinander getrennt ist. Auch bei diesen er-
heblich schwächeren Theilentladungen kann man übrigens die beiden zusammen-
gehörigen Enden I ünd.II einer jeden Entladung sehr leicht herausfinden, da
dieselben, wie ja aus der Fig. 2 hervorgeht, stets nahezu senkrecht untereinander
liegen müssen.
Dafs nun aber die hier nebeneinander liegenden Entladungen auch wirklich
zeitlich nacheinander gefolgt sind, ergiebt sich gerade hier sehr deutlich aus
der Thatsache, dafs jetzt der ganze, in der Nähe der WolkeI gelegene Theil
der Bahnlinie, und vor Allem die in unserer Fig. 2 mit b bezeichnete Spitze
derselben, eine von Schlag zu Schlag immer stärker hervortretende Umbildung
erfährt, die allmählich so stark wird, dafs jene Spitze bei der am weitesten
nach links gelegenen Entladung dieser Art schliefslich kaum noch zu erkennen
ist. Gleichzeitig deuten aber auch alle diese Deformationen darauf hin, dafs in
diesen Augenblicken in dem in Rede stehenden Theile der Strombahn eine
äußerst lebhafte Veränderung vor sich geht, eine Veränderung, die gewisser-
mafsen schon als der Vorbote des unmittelbar darauf erfolgenden Hauptschlages
anzusehen ist. . ;
Ehe wir indessen auf diesen selbst eingehen, mufßs zuvor noch darauf
hingewiesen werden, dafs sich in der Fig. 1 schon von der viertletzten der soeben
besprochenen, von I nach II hingehenden Partialentladungen ab, von der Wolke I
aus eine Fortsetzung der Bahnlinie nach oben hin, d. h..also eine neue Ver-
bindung der Wolke I mit einer aufserhalb des Bildes liegenden Wolke 11T aus-
gebildet hat, die nun in der Fig. 2 durch eine punktirte Linie angedeutet ist.
Diese letzten vier Entladungen stellen daher, genau genommen, nicht mehr Ent-
Jadungen zwischen I und II, sondern vielmehr solche zwischen JII und Il dar,
und sie benutzen die Wolke I also gewissermafsen nur als Uebergangsstation.
In derselben Weise geht nun aber auch die etwas später — bei dem
Rückschlag der Kamera — erfolgende Hauptentladung des Wolffschen Bildes
nicht mehr von der Wolke I, sondern vielmehr von der neu erschlossenen und
jedenfalls: auch noch recht voll geladenen Wolke III aus, wie sich deutlich daraus
ergiebt, dafs in dem allerobersten Theile des Bildes — rechts von der daselbst
sichtbaren starken Gabelung dieser Entladung — noch deutlich der in der Fig. 2
mit d bezeichnete unterste Theil der Kurve I bis III erkannt werden kann.
Von dieser Hauptentladung geht nun aber ferner auch nur ein verhältnilsmäfsig
kleiner Theil durch die bisher allein betrachtete Schleife zu-der Wolke II hin;
denn der eigentliche Hauptschlag dieses Blitzes erfolgt, wie es in der Fig. 2