Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1902.
Somit erhält man die im „Nautischen Jahrbuche“ bis 1902 üblichen drei
Korrektionen.
I. Korrektion = — 1‘— pcost
I. x = +4 sin 1'(psint)*? tgh
IN, » = +1'+dcos (Sternzeit + (P — a))
wobei p und d in Bogenminuten auszudrücken ist.
Die I. Korrektion ist mit dem Eingang „Sternzeit“, die
IT. mit den Eingängen „Sternzeit“ und „Höhe“, die
HI. » mit den Eingängen „Sternzeit“ und „Datum“ angesetzt.
Das „Nautische Jahrbuch 1903“, enthält nun folgende weitere Umformung:
Von der II. Korrektion ist der für 60° Höhe gültige Werth also
oO
Sp sin t)? subtrahirt und als Ersatz zur I. Korrektion addirt. _
Bei der ursprünglichen 1II, Korrektion: d cos (Sternzeit + (P — «))
ist der Grundsatz, sie stets positiv zu machen, (unter Fallenlassen der Zusatz-
berichtigung von + 1‘ und der entsprechenden Zusatzberichtigung von — 1‘ an
die I. Korrektion) in folgender Weise durchgeführt:
Da die IIL_ Korrektion nur abhängig ist von den Veränderlichen Distanz d,
Positionswinkel P, und Sternzeit oder von Datum und Sternzeit, so wird für
eine bestimmte Sternzeit der Polarstern vermöge seines veränderlichen Orts an
irgend einem Tage im Jahre seine gröfste Höhe erreichen, d. h. an diesem
Tage wird für jene Sternzeit die III. Korrektion algebraisch ein Minimum sein.
Dieser Minimalwerth ist nun von allen ursprünglichen Werthen der
]JIL, Korrektion für jene Sternzeit subtrahirt und zum Ersatz als Zusatz-
berichtigung bei der I. Korrektion für dieselbe Sternzeit addirt.
Durch diese Verschiebung wird erreicht, dafs für jede Sternzeit an einem
Tage des Jahres die neue III. Berichtigung verschwindet und an den übrigen
Tagen stets positiv und möglichst klein wird.
Nach Ausführung dieser Umformungen ergiebt sich:
Erste Berichtigung —= —pcost + eo + Minimalwerth der dritten Berichtigung.
. igh—1,732, ,
Zweite ” a (p sin 1)?
Dritte ® = d cos (Sternzeit + (P— «) —-— Minimalwerth der dritten Berichtigung,
A
Für die nautische Praxis wird durch die obigen Umformungen erreicht,
dafs in den für die Schiffahrt besonders wichtigen Breiten bis 60° N das ganze
Jahr hindurch während der günstigen Beobachtungs-Tageszeiten (Dämmerung)
die nunmehrige zweite und dritte Berichtigung zusammen niemals und auch in
den übrigen möglichen Beobachtungs-Nachtzeiten nur sehr selten den Betrag
von 1‘ erreichen.
Man wird sich also in den meisten Fällen an Bord mit einer alleinigen
Berücksichtigung der „ersten Berichtigung“ begnügen können.
Durch eine etwas veränderte Anordnung der Tafeln, welche ihre ge-
sammte Ausdehnung nur um zwei Seiten vergröfsert hat, ist aufserdem erreicht,
dafs die zu einer auf 0,1‘ genauen Breitenberechnung nöthigen drei Berichtigungen
jetzt immer auf zwei nebeneinander stehenden Seiten gefunden werden. Dabei
ist die Einschaltung selbst durch fünffache Verkleinerung der früheren Eingangs-
zwischenräume bei der „ersten Berichtigung“ etc. so erleichtert, dafs eigentliche
Schaltungsrechnungen niemals nöthig sein werden.
Zur weiteren Erläuterung kann das Musterbeispiel auf Seite XIX der
Erklärung der Tafeln zum „Nautischen Jahrbuche 1903“ ete. dienen.