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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Witterung an der deutschen Küste im November 1901. 
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Stärke 7 bis 8; aus dem Südwestquadranten am 13. und 14. an der Nordsee, 
am 14. an der westlichen und mittleren Ostsee und am 15, an der preufsischen 
und pommerschen Küste, im Westen Stärke 8 nur vereinzelt, im Osten fast 
überall erreichend; rechtdrehend aus westlichen Richtungen, meist bis Stärke 8 
am 17. an der Nordsee, sowie am 17. und 18, an der Ostsee; aus den gleichen 
Richtungen, doch vielfach Stärke 9 und zum Theil 10 erreichend, am 19, an der 
ganzen Küste und am 20. von Rügen ostwärts; am 2l. und in der folgenden 
Nacht aus westlichen Richtungen ostwärts bis Rügen, stellenweise in Stärke 7 
bis 8; in der vorangehenden Nacht einsetzend, am 28, ostwärts bis Pommern 
aus dem Nordwestquadranten, an der preufsischen Küste aus Südwest bis Nord, 
und am 29, aus dem Nordwestquadranten von Rügen ostwärts, überall Stärke 8 
und im Osten höhere Stärken erreichend; am 30, ostwärts bis Pommern, meist 
bis Stärke 8 aus dem Nordwestquadranten, 
Die Morgentemperaturen lagen an der Nordsee vom 1. bis 6. unter, dann 
vom 7. bis 22., mit Ausnahme des 15. bis 17., über den normalen Werthen und 
in der Folge abwechselnd unter und über diesen; an der östlichen Ostsee traten 
kühle Morgen am 5., 9., 12. bis 14., 17., 23. bis 25. und am 29. und 30, auf, 
während die übrigen Morgen meist kühl waren. In ihrem Verlauf von Tag zu 
Tag zeigten die Morgentemperaturen den stetigsten Gang auf den Nordseeinseln, 
indem hier auf kühle Morgen der ersten Pentade wärmere Morgen, durch eine 
Abkühlung um Mitte des Monats unterbrochen, bis zum 20. auftraten, worauf 
eine Abkühlung und nachfolgend mehrere kleinere Schwankungen eintraten; im 
Osten lagen die Morgentemperaturen zu Anfang des Monats hoch und nahmen 
im Allgemeinen unter vielen und zum Theil gröfseren Schwankungen langsam 
bis Monatsende ab, indem die auftretenden höchsten und niedrigsten Temperaturen 
in ihrer Folge beide im Allgemeinen Abnahme zeigten. Die Temperatur lag an 
der Küste zwischen 11,8°, der höchsten Temperatur von Keitum, und —4,2°, 
der niedrigsten von Kiel, sie schwankte demnach um 16,0°, während die kleinste 
Schwankung in Keitum gleich 11,8° und die gröfste in Kiel gleich 15,5° beob- 
achtet wurden. — Die aus den Aenderungen der Temperatur von Tag zu Tag, 
ohne Rücksicht auf die Vorzeichen als Mittel für die drei Beobachtungstermine 
berechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur schwankte mit ihren 
gröfsten Werthen zwischen 1,9° (Borkum) und 3,8° (Kiel); die kleinsten Werthe 
traten meist am Nachmittag, die gröfsten am häufigsten am Abend auf. 
Die Niederschlagsmengen des Monats überschritten an der Nordsee und 
der ostholsteinschen Küste meist 100 mm, während so grofse Niederschlagsmengen 
weiter ostwärts nur in Rügenwaldermünde, Leba und Memel beobachtet wurden. 
Sieht man von vereinzelten und geringfügigen Niederschlägen ab und läfst man 
den Niederschlagstag um 8 Uhr M. E, Z. beginnen, so fielen die Niederschläge 
an der Küste im November wesentlich am 6. an der ganzen Küste, am 7. von 
der Oder ostwärts, am 8. an der ganzen Küste, am 9. an der Nordsee und der 
preufsischen Küste, am 10. bis 21. an der ganzen Küste, am 22, und 23. westlich 
der Elbe und östlich der Oder, am 24, an der Nordsee, am 25, und 27, bis 30, 
an der ganzen Küste. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mm übersteigende 
Niederschläge felen am 8. bis 10, in Norderney (20, 23, 26), am 10. in Aarösund 
(23), am 12. in Borkum (23), Wangeroog (22), Helgoland (22), Neuwerk (22), 
Wyk auf Föhr (31), Aarösund (42) und Wittower Posthaus (21) am 18. in Wyk 
auf Föhr (24), Aarösund (73) und Schleimünde (24), am 18, in Friedrichsort (24) 
und Rügenwaldermünde (20) und am 19. in Aarösund (25) und Memel (27). — 
Gewitter wurden beobachtet in der Nacht zum 16. in Memel und zum 17. an der 
westholsteinschen Küste. — Nebel über gröfserem Gebiete trat am 3. und 4. 
ostwärts bis Mecklenburg, am 5. bis 6. ostwärts bis Rügen, am 25, an der Ost- 
see und am 27. ostwärts bis Mecklenburg auf. — Als heitere Tage,, an denen 
die nach der Skala 0 bis 10 geschätzte Bewölkung im Mittel aus den drei 
Terminbeobachtungen kleiner als 2 war, charakterisirten sich der 1. und 2%, ost- 
wärts bis Rügen, der 3. an der Nordsee, der 23. ostwärts bis zur Oder und der 
26. zwischen Elbe und Oder. 
Im Gebiete eines bis zum Morgen des 5. fast ganz Europa bedeckenden 
Hochäruckgebietes, mit höchsten Barometerständen über Centraleuropa, herrschte 
an der Küste trockenes, am 3. und 4. vielfach heiteres, am 5. wie 6, vielfach 
nebeliges Wetter, an der westdeutschen Küste kühl bei schwachen zunächst südöst-
	        
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