562 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1902.
Heftigkeit der: Böen wieder zu; orkanartige Regenböen traten auf. Das Schiff
arbeitete sehr schwer, Während der Nacht sehr schwere, kurz aufeinander
folgende Böen, zwischen den Böen zeitweise ruhig.
7. Februar. Während des folgenden Vormittags Wind etwas nach-
lassend, doch immer noch schwere Böen. Am Mittag auf 36° 8‘ N-Br. 56° 43'
W-Lg. (astr.), Barom. 753,2 mm, Therm. trocken 12,2°, feucht 11,6° C. Nach-
mittags Wind und See unverändert, Barometer langsam steigend. Um 7" N
Wind WNW (7—8), Barom. 754,2 mm, Therm. trocken 13,7°, feucht 13,0° C,
Wir beschlossen, nachdem wir 60 Stunden beigedreht gelegen, vor der
schweren See nach S zu lenzen, um in bessere Verhältnisse zu kommen, und um so
den ermüdeten Kadetten und Schiffsiungen Gelegenheit zu geben, ihre Wohnräume
und ihr vollkommen durchnäfstes Zeug zu trocknen und dadurch Erkältungs-
krankheiten zu verhüten. Aufserdem stellte es sich heraus, dafs es für den Fort-
gang des Schiffes vortheilhafter sei, statt kurze Strecken mit N W-Stürmen zurück-
zulegen und darauf folgend beizulegen, mäfsige, aber beständige Winde aufzusuchen.
Wir hielten ab auf S0!40 rw. und loggten während des Lenzens 10 bis 11 Sm.
Heftiges Blitzen im NW-Quadranten, Das Schiff arbeitete sehr schwer. Wir
gebrauchten Oel auf beiden Seiten. Während der Nacht heftige Regenböen mit
WO dem ganzen Horizont. In den Röen drehte der Wind wieder auf
W (9—10).
Im Laufe des Vormittags des 8. Februar klares Wetter mit Stärke 6
langsam auf S gehend; 34° 50‘ N-Br. 54° 22‘ W-Lg. (astr.), Barom. 755,8 mm,
Therm. trocken 17,8°, feucht 17,3° C.
Nachmittags Wind und See rasch zunehmend, Barometer fallend, ein Zeichen,
dafs wir uns bereits einem neuen Minimum näherten, Wir machten kleine
Segel. 8 N Barom. 752,3 mm, Therm. trocken 18,0°, feucht 16,6° C. Um
diese Zeit schwere Böen mit heftigem Blitzen in NW. Das Schiff schlingerte zeit-
weise schwer (42°) und nahm Wasser über. Kurz nach 8" legten wir über B-B.
Bug bei. 9" 45=in bjs 10 30miu N äufserst heftige Regenbö mit sehr grofsen
Regentropfen, Luft infolgedessen vollkommen undurchsichtig. Während der Bö
Wind auf SWzW holend, Stärke 2—7. Wir gingen auf Kurs, das Schiff schlingerte
sehr schwer. Dieses Wetter hielt, von häufigen Regenböen unterbrochen, bis
1" V an; am 9. Februar während der ganzen Zeit heftiges Blitzen über dem
yanzen Horizont. Um 1* V ging der Wind nach einer heftigen Regenböe auf
WSW (9). Seit 10* N des 8. Februar Barometer langsam steigend. Nachdem
der Wind WSW geworden war, klarte der Himmel in einer schweren Bö (WSW 10)
plötzlich vollständig auf. Wir lenzten; gegen Morgen Wind auf SW (8—9)
gehend, böiges Wetter, grobe See. Vor Marssegeln liefen wir 12 Sm, das Schiff
schlingerte zeitweise stark, Barometer steigend,
Am Mittag auf 34° 10‘ N-Br. 50° 54’ W.Lg. (astr.), Barom. 755,2 mm,
Therm. trocken 18,8°, feucht 16,4° C.
Während des Tages blieb der Wind WSW (7—8). Zeitweise liefen wir bis
zu 13 Sm, Während des Nachmittags wurde ein Minimum im WNW beobachtet,
das aber nur geringen Einflufs auf das Barometer hatte. Durch das schwere
Arbeiten des Schiffes in der letzten Woche hatte sich die Ruderstopfbuchse in
ihrer Lage gelockert.
Am Morgen des 10. Februar Wind WzS (6—7) 8" V, Barom. 760,1 ının,
Therm. trocken 18,8°, feucht 16,4° C., bedeckte Luft, grobe See. Um 6" V
batten wir 33° N-Br. erreicht und steuerten auf diesem Breitenparallel rw. O bis
42° W-Lg. Dann setzten wir Kurs auf Fayal. Während dieses Theils der Reise
behielten wir SW—W (4—7) mit häufigem, zeitweise lange anhaltendem Regen,
ziemlich grober See und westlicher Dünung.
Bei genauer Beobachtung des Barometers und Thermometers liefsen sich
während des schweren Wetters die demnächstigen Richtungen des Windes mit
ziemlicher Sicherheit voraussagen.