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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1902.
am 3. bis 5. die höchsten Monatstemperaturen an der Küste auftraten. Die
Depression verlagerte sich nach Nordeuropa und schritt hier am 4, bis 6. ost-
wärts nach Russland, während ein Hochdruckgebiet von SW her vordrang, das
sich am 7, und 8. über Mitteleuropa ausbreitete; die Depression brachte, wie
angegeben, täglich ausgebreitete Regenfälle und besonders ergiebige am 7. an
der ostdeutschen Küste im Bereiche eines unter starker Abnahme an Tiefe am
6. und 7. von Nordwestdeutschland nach Polen ziehenden Minimums.
Bei hohem Luftdruck und schwachen Winden aus westlichen Richtungen
hatte die Küste am 8. his 10. trockenes und, wie bereits an der Nordsee am 7.,,
Iheilweise heiteres Wetter,
Nachdem am 11. eine sehr gleichmäfsige Druckvertheilung, zwischen flachen
Depressionen über der Biscaya-See und Nordosteuropa mäfsig hoher Druck über
Mittel- wie auch über Südeuropa, bestanden hatte, zeigte der folgende Morgen
nach starker Abnahme des Lmftdruckes ganz Europa von einer Depression be-
deckt mit einem Minimum über Skandinavien, Es entwickelte sich in der Folge
sine sehr tiefe Depression über Nordeuropa, in der ein Minimum am 13. und 14.
von der mittleren Ostsee nordwärts durch den Bottnischen Busen schritt, während
sich ein Hochdruckgebiet vom Ozean über Westeuropa und dem Süden Kontinental-
suropas ausbreitete. Das Vordringen hohen Druckes gegen die Depression rief
am 13. die angegebenen stürmischen Winde hervor, die am 14, und 15. im Be-
reiche einer ostwärts fortschreitenden neuen Ausbuchtuug der Depression ihre
Fortsetzung fanden. An diesem Tage verlor die Depression ihren Einflufs auf
Jie Küste, der durch Regenfälle am 11. an der Nordsee und am 12, bis 14. an
der ganzen Küste gekennzeichnet war. Trockene Witterung trat aber nur am
15. an der Ostsee auf, da an diesem Tage bereits eine neue Depression der
Nordsee Regen zuführte. Diese schritt am 15. bis 19. mit einem tiefen Minimum
von der mittleren Nordsee nach Finnland vorüber und hatte neben den für den
16. bis 18. angegebenen stürmischen und steifen Winden aus westlichen
Richtungen Regenfälle an der ganzen Küste am 17. bis 19, im Gefolge; bei
vorübergehendem Zurückdrehen der Winde erfolgte während des Herannahens
der Depression zunächst eine stärkere Erwärmung und dann wieder eine Ab-
nahme der Temperatur.
Im Rücken der Depression drang ein Hochdruckgebiet vom Ozean vor,
das am 20. bis 22, fast ganz Europa bedeckte und langsam ostwärts über Europa
fortschritt. Eine am 23, vom Ozean aus die Britischen Inseln umfassende De-
pression gewann keinen Kinflufs, sondern wurde durch ein neues ostwärts
iringendes Hochdruckgebiet nordwärts gedrängt. Dieses trat am 25. mit dem
inzwischen nach Osteuropa verlagerten Hochdruckgebiete in Verbindung, und
es stellte sich ein Rücken hohen Druckes her, der auch am 26. ganz Mittel-
europa bedeckte. Diese Tage vom 21. bis 26. waren durch ruhiges, heiteres
Wetter ausgezeichnet, das am 22. bis 25. die niedrigsten Temperaturen des
Monats herbeiführte.
Ein am 27. im hohen Norden vorüberschreitendes Minimum dehnte seinen
Einflufs durch einen Ausläufer niedrigen Luftdruckes vorübergehend über Mittel-
auropa aus und führte an der ostdeutschen Küste am 27. und 28, Regen her-
bei, worauf sich wieder die vorige Wetterlage und damit bei hohem Luftdruck
vorwiegend heitere, trockene Witterung einstellte; nur am 30, brachte ein
neues im hohen Norden vorüberziehendes Minimum noch etwas Regen an der
ostdeutschen Küste,
Berichtigung.
In dem Artikel: „Koldewey, Einiges über Aufstellung und Kompensation der Kompasse
an Bord“, „Ann. d. Hydr. ete.“, 1902, Heft X, mufs es auf Seite 498 in der 14. Zeile v. u. heifsen:
2. 4. . die Sehwingungsdauer gröfser ist als am Lande, so ist... *
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