Beobachtungen während des Taifuns vom 1. bis 4, August 1901. 551
Datum
3, VI. !
4. VII.
Zeit |
g— 12h V'
0—4h N
4—85 N |
8— 120 N
d—4h y |
4——8h V
8—12b v
0—4h N
4—80 N |
8—12bN
Wind
380
S 8—9
S 8—9
3SO
SSO 10
S 10
SSW
SSO 7
SSO 7
SSO 7
Bemerkungen.
Sturm aus SSO mit anhaltendem Regen, an Stärke etwas nach-
lassend. Mittag 734 mm. Wechselten zwei Mal den Anker-
platz. Starker Strom aus N, 6 bis 7 Knoten,
Dick von Regen. 736 mm.
Klarten die Ankerketten, 739 mm. .
Anhaltender Regen, heftige Böen (10). 740 mm,
Anhaltender Sturm aus SSO mit hartem Regen. Starker Strom
aus N, 5 Knoten. 741 mm. -
Bis 5h V heftige Böen aus S, nachher SzW 7, Wind und Regen
nachlassend, 744 mm, .
7b 30min V gingen Anker auf und dampften, da die Anker
total unklar waren, ‚aus Little-Pafls unter die N-Küste der
Fuyan-Insel. Klarten -die Anker.
Zeitweise noch harte Böen aus SSW. Bar. 744,5 mm.
ih N verliefsen den Ankerplatz, setzten die Reise nach Hankau
fort. Hohe südöstliche Dünung.
Stark schaurige Luft. Bar. 746,5 mm.
Wind unverändert. Zeitweise strömender Regen. Bar. 746,5 mm.
Herr Kapt. Rebbelmund ergänzt diese Beobachtungen noch durch einige
Bemerkungen: „Der Taifun-Hafen von Little-Pafs darf wegen des reifsenden
Stromes, der während eines Taifuns entsteht, nur mit Vorsicht gebraucht werden.!)
Er bietet Raum für zwei Dampfer von etwa 1000 bis 1400 Registertonnen, ist
aber für gröfsere Schiffe nicht zu empfehlen. Die Einfahrt bietet keine
Schwierigkeiten, denn ich lief ohne Specialkarte ein. Während des Taifuns
lagen aufser mir noch zwei Dschunken dort, von denen eine aus dem Hafen
trieb und verloren ging. Ein Dampfer der China Merchants S. N. Co.
wetterte den Taifun südlich von der Insel Fuyan ab und dampfte nach dem
Passiren des Centrums durch den Chupki-Paß nach der N-Seite der Insel.
Am 4. August nachmittags, als wir unsere Reise drei Stunden fortgesetzt,
nahmen wir die Mannschaft des im Taifun gesunkenen russischen Dampfers
„Finanzminister Witte“, 24 Mann, auf und landeten sie in Wusung.
Aus dem Tagebuch des D, „Savoia“,
Von Hongkong nach Nagasaki, 1. bis 7. August 1901.
Verlielsen am 1. August 2" N Hongkong nach Nagasaki und Wladiwostok
bestimmt. Tiefgang vorn 4,5 m, hinten 5,5 m. i
Beim Verlassen von Hongkong hatten wir westliche und nördliche Winde,
gegen Abend begann das Barometer schnell zu fallen, und der Wind nahm an
Stärke schnell zu, heftiges Blitzen in SO und S und hohe grobe östliche See,
so daß wir annehmen konnten, von O einen Taifun zu bekommen, Als auch
während der Nacht das Barometer noch bedeutend fiel und die östliche See
immer höher wurde, kehrten wir am 2. August 3° 452 V wieder um (22,5° N-Br.,
116,2° O-Lg.)?) und suchten den Hafen von Hongkong wieder zu erreichen.
Um 6% V retteten 11 chinesische Fischerleute aus ‚einem offenen Boote. , Der
Wind drehte nach W; während des Morgens lief eine hohe wilde, durch-
einanderlaufende See, worin das Schiff heftig arbeitete. Nachdem um 9* Regen
eingesetzt und gegen 11% so an Heftigkeit zugenommen hatte, dafs wir das Land
nicht mehr sehen konnten, und die See ungewöhnlich hoch geworden war,
drehten wir bei und erwarteten.den Taifun (22° N-Br., 115° O-Lg.). ‚Der Wind
drehte mehr nach Süden; um 1® N trat der niedrigste. Barometerstand ein.
Obwohl der Wind nicht mehr an Stärke zunahm, konnten wir doch erst zwischen
4 und 6" N eine Abnahme des Windes feststellen.
') Man vergleiche das Segelhandbuch für den Stillen
7 Schiffsort in ( ) hinzugefügt von der Redaktion.
Ozean, Seite 251, Absatz 2. D. Red.