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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Hagemann, P.: Die Marcq Saint Hilairesche Methode. etc, 
E47 
Die Marcq Saint Hilairesche Methode kombinirt mit der aus 
der Meridianhöhe erhältenen Breite. = 
Von Paul Hagemann, II. Offizier der Hamburg—Amerika-Linie. 
(Hierzu Tafel 20.) 
Da es wohl jedem Navigateur höchst wünschenswerth ist, sein astro- 
nomisches Besteck mittags möglichst schnell aufzumachen, möchte ich die 
Herren Kapitäne und Schiffsoffiziere, an der Hand eines der Praxis entnommenen 
Beispiels, auf eine Methode aufmerksam machen, die dies bei gröfster Genauigkeit 
mit Hülfe eines hierzu konstruirten sehr einfachen Apparates äufserst schnell 
ermöglicht. 
Der Gang der Rechnung ist in kurzen Zügen der folgende: 
Zu Grunde gelegt ist das durch Koppelkurs berechnete Mittagsbesteck 
(Mittelpunkt des Apparates). Auf dieses reducire man die morgens möglichst 
in der Nähe des 1. Vertikals beobachtete Höhe; berechne aus der Chronometer- 
zeit durch Anbringen von Stand, Besteckslänge in Zeit und Zeitgleichung den 
Stundenwinkel; mit diesem, der Bestecksbreite und der Deklination der Sonne 
die Sonnenhöhe. Man entnehme mit denselben Argumenten einer beliebigen Azimut- 
tafel das wahre Azimut; vergleiche die beobachtete (reducirte) Höhe mit der 
berechneten; bringe den Unterschied, wenn die reducirte Höhe die gröfsere, 
nach derselben, wenn sie die kleinere, entgegengesetzt auf der Peilungslinie 
an. Das im Endpunkte auf der Peilungslinie errichtete Loth ist die erste 
Standlinie. Um die zweite Standlinie zu erhalten, berechne man aus Bestecks- 
breite und Deklination der Sonne die Meridianzenitdistanz und daraus die 
Meridianhöhe und verfahre wie vorher, nachdem man die berechnete mit der 
wahren beobachteten Meridianhöhe verglichen. Der Schnittpunkt beider Stand- 
linien ist der Schiffsort. Breitenunterschied und Abweichung werden direkt 
vom Apparat abgelesen. Man verwandle letztere in Längenunterschied und 
bringe beide an das Besteck an, 8o erhält man Breite und Länge des Schiffs- 
ortes. Die Besteckversetzung läfst sich mit Hülfe des Apparates direkt ablesen. 
Zur Erläuterung diene folgendes Beispiel: . 
Am 26. August 1902 wurde aus 10 m Augeshöhe nach einem Chronometer, 
dessen Stand — 38° war, um ungefähr 8* 10» V folgende Höhe beobachtet: 
Chron, Zt. 9b 57min 28 © 33° 44". 
Die Versegelung bis Mittag war: N18°0 == 39 Sm. 
Schiffsort am 25. VIII. war 10° 25‘N und 26° 56‘ W. 
Versegelt wurde vom 25. VIII, bis 26. VIIL rw. N 18° O0 = 289 Sm. 
N 18° O0 239 Sm = 227,8 N Br.-U. 73,9 0 Abw. = 75' 0 Lg.-U. 
. Verl. Br. 10° 25‘ N | 12° 19° | Verl. Lg. 26° 56‘ W 
Br.-U, 3° 47 N Lz.-U. 1° 15 0 
Besteck-Breite 14° 12‘ N Besteck-Länge 25° 41' W 
Man entnehme dem Jahrbuch Zeitgleichung und Deklination der © und 
berechne den Stundenwinkel. 
Chron. Zt. 9b57min Qs 
Chron. Stand — 38% 
M. Gr. Zt. 99h 56min 248 
W-Lg. in Zt. 1b 42min 445 
M. O, Zt. 8b 713min 408 
Zt. Gl. — 1min 578 
W. O. Zt. 8h]11min 438 
()t 3b48min 178 Q. 
Zt, Gl. +- .1min 558 
21:07. + 1,58 
Zt, GL + 1m 578 
© Dekl. + 10° 39 41" 
21.52 + 1 49" 
(5 Dekl. + 10° 417 30"
	        
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