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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1402, 
überzugehen brauchte. Diese Lösung überging ich, einmal, weil ich nur die 
Semiversustafel benutzen wollte, und dann, weil die Subtraktionslogarithmen in 
den nautischen Tafeln nicht enthalten sind. Nachdem aber der Nachtrag zu den 
von Dr. Bolte herausgegebenen Tafeln in meine Hände gelangt ist, finde ich, 
dafs diese Aufgabe durch Tafel 44 mit grofser Leichtigkeit gelöst werden kann. 
Da nämlich tg“ z/a == sec? v—-1 ist, so geht man mit log sec? v in die Tafel ein 
und kann links log tg? z/2 ausnehmen. 
Für das obige Beispiel wäre, da log cosem v = 9,7602 ist, der log sec? v 
= 6olog cosem v = 0,2398, und damit ergiebt sich log tg” z/2 — 9,8675, genau 
wie oben. Wäre die Zenitdistanz gröfser 90°, stände das Gestirn also unter 
dem Horizont, so würde sec? v > 0,3010 und man müfste, um log tg? z/a zu er- 
halten, mit log cosec? v = colog sem v in die Tafel 44 eingehen, dann aber 
log tg? z/a rechts ausnehmen. Ist nämlich tg? z/z — sec? v— 1, 8o ist auch 
cotg? z/a = cosec? v— 1. In diesem Falle mul man mit log cosem v zunächst 
den Winkel v bestimmen, dann log sem v aufsuchen, um log cosec? v = colog sem v 
zu erhalten, Für die Praxis hat dieser Fall natürlich weiter keine Bedeutung. 
Erwähnt mag noch werden, dafs für #g —d=0 oder auch für g —d < 1° 
tg? zı = a gesetzt werden kann, und dann wäre auch sem z = sem x. Ist 
ferner x 80 klein, dafs cosem x = 1 gesetzt werden darf, so hat man einfach 
tg? z/2 = sem x. So kleine Zenitdistanzen sind aber für eine Standlinie un- 
brauchbar, Die abgekürzte Gleichung tg? z/ = sem x (Grundlinie eines gleich- 
schenkligen sph. Dreiecks) gilt aber, wenn #— d von Null verschieden ist, nicht 
für alle Werthe von t bis t=0, sondern nur für Stundenwinkel, deren Grenz- 
werth durch die Gleichung 
tg® Z/a = sem t cos & cos d 
bestimmt werden kann. In dem berechneten Beispiele ist dieser Grenzwerth für t 
gleich 20° und die Zenitdistanz dann 0° 7%. 
Kleinere Mittheilungen. 
1. Cabonico- und Livisa-Häfen an der Nordküste Kubas. (Nach „Notice 
to Mariners“ No. 1354. Washington 1901.) Die Buchten von Cabonico und 
Livisa scheinen als Häfen wenig geeignet zu sein, da darin viele Untiefen liegen 
und die Einfahrt nur für kleine Schiffe nicht beschwerlich ist, während die nahe 
Nipe-Bucht zahlreiche und gut geschützte Ankerplätze bietet und die Einfahrt 
zur Bucht frei ist. 
Die Aufseneinfahrt zu den Häfen Cabonico und Livisa ist trichterförmig 
und führt zwischen zwei Riffen hindurch. Das eine von diesen Riffen erstreckt 
sich westwärts bis zur Nipe-Bucht, das andere ostwärts bis zum Teneme-Flusse. 
Bei Niedrigwasser werden die Kanten der Riffe eben sichtbar und sind leicht 
kenntlich, Bei Hochwasser kann man sie anlothen und auch an der Farbe des 
Wassers erkennen. Ortsunkundige sollten sich aufserhalb der 180 m-Grenze halten, 
bis sie die gewünschte Einfahrt ausgemacht haben. Nachdem man in die trichter- 
förmige Einfahrt eingelaufen ist, führt ein rw. S 16°O0- (mw. Sz01/40-) Kurs bis 
zur ersten Biegung, die jetzt durch eine kleine rothe spitze Tonne bezeichnet 
wird. An der Wasserfarbe kann man am leichtesten die Fahrwassermitte erkennen, 
Lootsen für Livisa erhält man in der Einfahrt zur Nipe- Bucht und nahe 
vor der Einfahrt nach Livisa. Die Gezeitenströme treten nie stark auf; bei etwa 
halber Tide erreichen sie ihre gröfste Geschwindigkeit, 1,3 Sm. Stromwirbel 
treten nicht auf. 
2. Ibo (Portugiesisch-Ostafrika). Kapt. C. Zemlin vom Reichspostdampfer 
„Präsident“ berichtet unter dem 28. September 1901: Die Angaben der englischen 
Admiralitäts-Karte No. 1809: „Mozambique Harbour to Ras Pekawi“, wurden un- 
zuverlässig gefunden. Als wir Ibo verließsen und seewärts dampften, wurde eine 
Stunde vor Niedrigwasser durchweg geringere Wassertiefe gefunden, als die 
Karte angiebt.
	        
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