518 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1902.
Schrammen und sonstige Spuren zurückbleiben und bei hartem Boden das Loth
durch die Kraft der Feder sich in den Boden hineindrückt und eine Grund-
probe heraufbringt.
Das Gewicht der sich selbst auslösenden Lothe, welche aus Gußseisen an-
gefertigt waren, betrug 22 kg. Die Form derselben ergiebt sich aus der Skizze.
3. Tiefseethermometer.
Wir haben drei verschiedene Sorten benutzt, welche sämmtlich Maximal-
und Minimalgrenze der Temperatur anzeigten, und zwar:
Reynolds Tiefseethermometer mit grofser Skala.)
% ” „ kleiner
Casellas » ” ” ”
Unzweifelhaft sind die zuerst genannten die besten, da bei Messung der
Meerestemperaturen genaueste Ablesung möglich sein mufs. Die beiden Arten
mit kleiner Skala sind gleich gut.
4. Splissung des Lothdrahtes.
Als die bessere Art der Herstellung von Verbindungsstellen des Lothungs-
drahtes ist diejenige anzusehen, bei welcher die beiden Enden miteinander ver-
löthet werden; die andere Art besteht darin, dals die beiden Enden etwa in
einer Länge von 3 oder 4 m umeinander gedreht und in Zwischenräumen mit
Seide oder Garn umwickelt werden. Die erstgenannte Methode wurde, wie
folgt, ausgeführt:
Der Lothdraht wurde in einer Länge von 3m zusammengedreht, die
beiden Enden alsdann auf jeder Seite mit dünnem Kupferdraht umwickelt und
ebenso der dazwischen liegende Draht noch an zwei anderen gleich weit ent-
fernten Stellen behandelt. Die Länge der Umwickelung an den Enden beträgt
etwa 10 cm, die der zwischenliegenden etwa 8 cm. Die 10 cm langen Um-
wickelungen müssen jedes Lothdrahtende ungefähr 5 cm überragen. Alsdann
werden die umwickelten Stellen sorgfältig gereinigt, um Schmutz und Fett zu
entfernen, und mit Löthwasser angepinselt, worauf die Verlöthung in der üblichen
Weise erfolgt.
Beim Aufhieven des Lothdrahtes ist es empfehlenswerth, sich eines Pinsels
oder eines Lappens zu bedienen, welche in Vaseline oder einen ähnlichen Stoff
getaucht sind, um das Wasser vom Draht zu entfernen und dadurch einer Rost-
bildung möglichst vorzubeugen.
Bezüglich der Dauer einer Lothung in den verschiedenen Tiefen und
anter der Voraussetzung guten Wetters haben wir die folgende Erfahrung gemacht:
Dauer
‚ « , etwa 75 bis 80 Minuten,
‚0 „ 60, 65 ”
„ 30 „ 35 »
In Tiefen von mehr als 5000 m braucht das Loth, um den Meeresboden
zu erreichen, eine etwas längere Zeit, als zum Aufhieven des Lothdrahtes nebst
Lothröhre erforderlich ist. In Tiefen von 3000 bis 4000 m dauern beide
Vorgänge ungefähr die gleich lange Zeit.
4) Ueber diese Tiefseethermometer ist hier nichts Näheres bekannt. Die Seewarte würde
gern Preis, Verfertiger und Fabrikationsort erfahren. D. Red.