accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

512 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1902. 
8. Der Sandstrand bei der Farm Debundscha auf der Höhe der Boots- 
häuser am Strande. 
4. Einfahrt von Bibundi. Bei letzterer müssen die Boote hart rechts 
an die Felsen heranhalten. 
Ein Hineinfahren in die Lagune bei Kap Madale ist nur kurz vor Hoch- 
wasser bei gutem Wetter möglich, da die Sandanschwemmungen hier vielfach 
mit Felsen durchsetzt sind. 
Ankerplätze bei Debundscha und Bibundi, Die gesammte Küste 
von Isongo bis Bibundi ist als rein zu bezeichnen, und man kann sich ohne 
Gefahr der Küste auf 1,5 Sm nähern. 
Die Peilungen für sichere Ankerplätze sind: 
Für Debundscha: 
Mitte Wohnhaus der Farm SO*40, 
Kap Debundscha N -in SzW 9/8 W. 
Grund: Schlick, 21 m Tiefe (kleine Schiffe können noch 
näher ankern). 
Für Bibundi: 
Bibundi-Leuchtthurm 0ONO01!/40, 
Kap Bartsch S'/2 0. 
Grund: Fester Schlick, 11,5 m Tiefe, 
Peilobjekte und Landmarken. Gute Peilobjekte auf der Strecke von 
Isongo bis Debundscha sind die Bake auf dem Kötheberg, Kap Isongo und 
Kap Debundscha S, bei sichtigem Wetter auch der Batocki-Felsen. An der 
W-Küste des Gebietes geben ebenfalls der Kötheberg, das Kap Debundscha N, 
die Bake auf Kap Bartsch, Leuchtthurm und Bake von Bibundi sowie bei Kap 
Madale der gröfste vorgelagerte Felsen, gute Peilobjekte ab. Der Leuchtthurm 
von Bibundi zeigt ein weilses festes Licht, das meistens jedoch nur brennt, 
wenn Dampfer erwartet werden. 
Wind und Wetter. Das Gebiet ist sehr regenreich. Debundscha mit einer 
Regenhöhe bis zu 11 m ist der zweit regenreichste Punkt der Erde. Bibundi 
steht Debundscha nur wenig nach, während sich bei Isongo schon eine 
bedeutende Abnahme der Regenmenge bemerkbar macht. Zur Trockenzeit sind 
die Tornados, die meistens nachts einsetzen, auflandig, während sie zur Regen- 
zeit von Land herwehen, Unter gewöhnlichen Verhältnissen setzt vormittags 
ziemlich regelmäfsig die Seebriese und abends die Landbriese ein. 
Beschaffung von Proviant. Dauerproviant ist in Bibundi in den 
beiden Faktoreien nur in sehr geringen Mengen zu haben. An Frischproviant 
giebt es an der Küste Hühner und Ziegen. Letztere kauft man am besten auf 
der Sanje-Farm, wo gröfsere Ziegenzucht betrieben wird. Gute Plätze zum 
Fischfang mit Netzen sind in den kleinen Buchten beim Isongo-Hafen und bei 
der Farm Debundscha. Da nicht selten giftige Fische vorkommen, ist es rath- 
sam, den Fang durch Eingeborene sichten zu lassen. 
Beschaffung von Arbeitskräften. Arbeitskräfte sind in diesem Ge- 
biete nicht zu haben. Die Pflanzungen müssen sich ihre Arbeiter bei den 
weiter landeinwärts wohnenden Stämmen anwerben und leiden unter einem 
dauernden Arbeitermangel, besonders in der Erntezeit. Zuweilen liefert die 
Regierung Kriegsgefangene. 
Gesundheitsverhältnisse. Die Gesundheitsverhältnisse sind an der 
ganzen Küste, hauptsächlich aber in der Umgebung der Sanje-Flufsmündung 
wegen der überall häufigen Malaria sehr schlecht. Wasser aus den im Ver- 
messungsgebiet in die See mündenden Flüssen zum Trinken zu gebrauchen, ist 
wegen der Gefahr der Infektion mit hier häufig vorkommenden thierischen 
Parasiten — Medinawurm und Ankylostomum duodenale — ausgeschlossen; 
aber auch vom Baden ist entschieden abzurathen, da auch hierbei eine Infektion 
mit den genannten Krankheitserregern stattfinden kann.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.