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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1902.
8. Der Sandstrand bei der Farm Debundscha auf der Höhe der Boots-
häuser am Strande.
4. Einfahrt von Bibundi. Bei letzterer müssen die Boote hart rechts
an die Felsen heranhalten.
Ein Hineinfahren in die Lagune bei Kap Madale ist nur kurz vor Hoch-
wasser bei gutem Wetter möglich, da die Sandanschwemmungen hier vielfach
mit Felsen durchsetzt sind.
Ankerplätze bei Debundscha und Bibundi, Die gesammte Küste
von Isongo bis Bibundi ist als rein zu bezeichnen, und man kann sich ohne
Gefahr der Küste auf 1,5 Sm nähern.
Die Peilungen für sichere Ankerplätze sind:
Für Debundscha:
Mitte Wohnhaus der Farm SO*40,
Kap Debundscha N -in SzW 9/8 W.
Grund: Schlick, 21 m Tiefe (kleine Schiffe können noch
näher ankern).
Für Bibundi:
Bibundi-Leuchtthurm 0ONO01!/40,
Kap Bartsch S'/2 0.
Grund: Fester Schlick, 11,5 m Tiefe,
Peilobjekte und Landmarken. Gute Peilobjekte auf der Strecke von
Isongo bis Debundscha sind die Bake auf dem Kötheberg, Kap Isongo und
Kap Debundscha S, bei sichtigem Wetter auch der Batocki-Felsen. An der
W-Küste des Gebietes geben ebenfalls der Kötheberg, das Kap Debundscha N,
die Bake auf Kap Bartsch, Leuchtthurm und Bake von Bibundi sowie bei Kap
Madale der gröfste vorgelagerte Felsen, gute Peilobjekte ab. Der Leuchtthurm
von Bibundi zeigt ein weilses festes Licht, das meistens jedoch nur brennt,
wenn Dampfer erwartet werden.
Wind und Wetter. Das Gebiet ist sehr regenreich. Debundscha mit einer
Regenhöhe bis zu 11 m ist der zweit regenreichste Punkt der Erde. Bibundi
steht Debundscha nur wenig nach, während sich bei Isongo schon eine
bedeutende Abnahme der Regenmenge bemerkbar macht. Zur Trockenzeit sind
die Tornados, die meistens nachts einsetzen, auflandig, während sie zur Regen-
zeit von Land herwehen, Unter gewöhnlichen Verhältnissen setzt vormittags
ziemlich regelmäfsig die Seebriese und abends die Landbriese ein.
Beschaffung von Proviant. Dauerproviant ist in Bibundi in den
beiden Faktoreien nur in sehr geringen Mengen zu haben. An Frischproviant
giebt es an der Küste Hühner und Ziegen. Letztere kauft man am besten auf
der Sanje-Farm, wo gröfsere Ziegenzucht betrieben wird. Gute Plätze zum
Fischfang mit Netzen sind in den kleinen Buchten beim Isongo-Hafen und bei
der Farm Debundscha. Da nicht selten giftige Fische vorkommen, ist es rath-
sam, den Fang durch Eingeborene sichten zu lassen.
Beschaffung von Arbeitskräften. Arbeitskräfte sind in diesem Ge-
biete nicht zu haben. Die Pflanzungen müssen sich ihre Arbeiter bei den
weiter landeinwärts wohnenden Stämmen anwerben und leiden unter einem
dauernden Arbeitermangel, besonders in der Erntezeit. Zuweilen liefert die
Regierung Kriegsgefangene.
Gesundheitsverhältnisse. Die Gesundheitsverhältnisse sind an der
ganzen Küste, hauptsächlich aber in der Umgebung der Sanje-Flufsmündung
wegen der überall häufigen Malaria sehr schlecht. Wasser aus den im Ver-
messungsgebiet in die See mündenden Flüssen zum Trinken zu gebrauchen, ist
wegen der Gefahr der Infektion mit hier häufig vorkommenden thierischen
Parasiten — Medinawurm und Ankylostomum duodenale — ausgeschlossen;
aber auch vom Baden ist entschieden abzurathen, da auch hierbei eine Infektion
mit den genannten Krankheitserregern stattfinden kann.