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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Witterung an der deutschen Küste im August 1902, 
Küste verlor; doch bereits am 22, nahte eine neue Depression im NW, die 
ihren Einflufs am 23, über die westdeutsche Küste erstreckte. Am 22. hatten 
die Nordsee, am 23. und 24, die Ostsee meist trockenes Wetter, dann ver- 
breiteten sich die Regenfälle zunächst wieder über das ganze Gebiet, als ein 
Ausläufer der ostwärts schreitenden Depression Norddeutschland durchquerte, 
In seinem Rücken stellte sich am 26. über Mitteleuropa hoher Luftdruck her; 
doch bereits war eine Depression von Süden her im Vordringen, die mit der 
Depression über dem Ozean in Verbindung trat und am 27. und 28. nordwärts 
nach Skandinavien drang; in ihrem Gefolge hatte die Küste am 26. und 27. 
ostwärts bis zur Oder Regenfälle, an der Ostsee am 27. in Begleitung von 
Gewittern, und es traten über Rügen nebst Umgebung am 27. steife Winde 
aus östlichen Richtungen auf. Im Rücken ‚dieser Depression stellte sich . am 
28. über Kontinentaleuropa bis auf den Westen hoher Luftdruck und damit 
Aufklaren und trockenes Wetter ein, und der 29, führte bei dem Vordringen 
einer Depression von der Biscaya-See nach Nordfrankreich gegenüber hohem 
Luftdruck über dem Osten Kontinentaleuropas durch Winde aus östlichen 
Richtungen wärmeres und heiteres, am Tage trockenes Wetter an der ganzen 
Küste herbei. Dieser und der folgende Tag, an denen die. Depression nach 
Jütland schritt, brachten die höchsten Temperaturen des Monats. Im Bereiche 
der Depression bezw. eines weiterhin die Küste durchquerenden Ausläufers hatte 
zunächst die westdeutsche Küste in der Nacht zum 30. und an den beiden 
letzten Tagen wieder das ganze Gebiet Niederschläge, die am 30. ostwärts bis 
zur Oder in Verbindung mit ausgedehnten Gewittern auftraten.. 
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Neuere Veröffentlichungen. 
F. Nansen, The 0eceanography of the North Polar Basin. (The Norwegian 
North Polar Expedition 1893—1896, Scientific results, vol. III.) Christiania 
(auch F. H. Brockhaus, Leipzig) 1902. 4°... 42758. 33 Tafeln. . 
Ein für lange Zeit grundlegendes, grofses Werk über die geographischen Verhältnisse und 
physikalischen Zustände des Nördlichen Eismeeres, einschliefslich der Barents- und Kara-See, wird 
uns hiermit geboten; es stellt in mancher Beziehung den Kernpunkt der Arbeiten Nansens selbst 
während der „Fram“-Expedition dar, sowie die Resultate darauf gegründeter jahrelanger Studien, 
und ist in geographischem Sinne eine Fortsetzung der vorzüglichen Ozeanographie de sEuropäischen 
Nordmeeres von Mohn, wennschon man zugeben mufs, dafs jetzt manche Methoden und Schlüsse 
in dem „Vöringen“-Werk überholt sind. Auf dem 80, Breitengrade zwischen Spitzbergen und Ost- 
grönland begegnen sich die beiden Arbeiten, 
Charakteristisch ist zunächst die Ausführlichkeit, mit welcher Nansen die benutzten In- 
strumente beschreibt, ihre Korrektionen ermittelt, ihre allgemeinen Vorzüge und Nachtheile erörtert, 
Wir stehen ja jetzt, erst seit zwei bis drei Jahren, mitten in einem ganz aufßerordentlichen Auf- 
schwunge der methodischen Behandlung aller meereskundlichen Fragen, und es dürfte kaum einem 
Zweifel unterliegen, dafs mit der Zeit die Ansprüche an die Präcision der instrumentellen Ausrüstung 
und die Genauigkeit der Beobachtungen noch eine weitere Steigerung erfahren. Verschiedene grofse 
Expeditionen der letzten Jahre — wir erinnern nur an die „Valdivia“-Expedition deutscherseits — 
haben noch nicht in allen Punkten diesen neuesten Bestrebungen gerecht werden können. Nansen 
auf der „Fram“ ist es nicht anders ergangen, um so mehr, als Nansen von vorn herein gar nicht 
auf grofse Tiefen im Eismeere gerechnet hatte und daher zunächst ohne eine ausreichende Ausrüstung 
war; um so höher ist das von Erfolg begleitete Streben einzuschätzen, an Bord mit mangelhaften 
Hülfsmitteln Ersatz zu schaffen. — In den zwei ersten Kapiteln werden also, abgesehen von der 
Zusammenstellung des Beobachtungsmaterials in Tabellen, fast nur Instrumente, vorzugsweise die 
verschiedenen Arten der Tiefseethermometer und Tiefseewasserschöpfer, besprochen, und Nansen 
gelangt in nicht wenigen Punkten zu denselben oder doch sehr ähnlichen Anschauungen wie Ref. 
in dem „Valdivia“-Werk. 
Am meisten interessiren in weiteren Kreisen werden die Darlegungen über die Bewegungs - 
vorgänge im Nördlichen Eismeere. Wir hoffen, in absehbarer Zeit auszugsweise aus diesem dritten 
grofsen Kapitel das eine oder andere Thema in dieser Zeitschrift abdrucken zu können, Zur Kenn- 
zeichnung des reichen Inhaltes in ozeanographischer Hinsicht seien z. B. folgende Abschnitte besonders 
namhaft gemacht: Die Nordkap-Strömung in der Barents-See; die kalte Südströmung an der SW- 
Küste Novaja Semljas; Temperatur und Salzgehalt entlang der sibirischen Küste; die vertikale Ver- 
'heilung der Temperatur und des Salzgehaltes im eigentlichen Polarbecken, in Sonderheit die aus 
Schnee- und Eiswasser gebildete Oberflächenschicht und die aus dem Golfstrome stammende warme.
	        
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