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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

E47 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902. 
Der Fehler könnte also nur bei sehr kleinen Zenitdistanzen merklich 
werden, bei gröfseren Zenitdistanzen ist er verschwindend klein. So beträgt der 
Fehler in u beim ersten Beispiel noch nicht 1”, beim zweiten Beispiel etwas 
mehr wie 2“. Dieser Fehler ist selbstverständlich für alle drei Formeln gleich. 
Aus der Gleichung (a) erhält man ferner, wenn sie nach u und den Hülfs- 
winkeln differentiirt wird: 
—  tgul ; tg uf __ 
N CE AT 
Diese Gleichung zeigt, dafs ein Fehler in u hauptsächlich von dem Fehler 
in x-—y abhängt und um so merklicher wird, je kleiner dieser Unterschied 
selber ist. 
Aus Gleichung (b) findet man: 
und wenn man cotg* v/a durch x und y ausdrückt 
„dx ydx—xdy 
du = tg uß xt tg ul ZGZy 
und hieraus schließlich: 
dx-—dy 
du = tg uf = 
Es war ferner nach (c) 
| x — 
sin u/2 = Y 
sin z, 
Alca 
d {x — 
du =— 2truh (x y 
wr 
Die letzten beiden Gleichungen müssen mit 206 265 multiplicirt werden, 
damit man du in Bogensekunden erhält. Rechnet man also mit vierstelligen 
Logarithmen, so ist ein Fehler von ein bis zwei Zehntel Minuten in du möglich. 
Aufserdem ist der Fehler bei (c) doppelt so grofs wie bei (b). Dies sieht man 
deutlich, wenn man die nach (a), (b) und (c) berechneten Resultate des zweiten 
Beispiels miteinander vergleicht. 
Nach meinem Dafürhalten berechnet man u am bequemsten nach der 
Gleichung (b), und wird die Berechnung des Höhenunterschiedes dadurch 
wenigstens etwas abgekürzt. Bemerken will ich noch, dafs man, falls die Höhe 
in der Nähe des Meridians beobachtet war und der Fehler in der Zeit (Länge) 
nicht zu grofs ist, leicht die Breite bestimmen kann, in der die Standlinie den 
angenommenen Meridian schneidet. Es ist nämlich: 
de — dh. secA 
Geht man also mit dem Azimut als Kurs und mit u == dh als Breiten- 
unterschied in die Gradtafel, so findet man in der Distanzspalte die Breiten- 
berichtigung. Die Breitenberichtigung ist Nord, wenn das Azimut von Nord 
nach Ost oder West spitz, dagegen Süd, wenn das Azimut von Süd nach Ost 
oder West spitz und dh positiv ist. Die Breitenberichtigung hat den entgegen- 
gesetzten Namen, wenn dh negativ ist. Selbstverständlich berechnet man eine 
Nebenmeridianbreite nicht auf solchen Umwegen, ist aber die Rechnung mit 
einer Höhe schon so weit durchgeführt und konnte eine zweite Höhe nicht beob- 
achtet werden, so kann wenigstens die wahrscheinliche Breite bestimmt werden, 
ohne die Rechnung wiederholen zu müsssen. 
Der Vortheil dieser Berechnung des Höhenunterschiedes kommt aber mehr 
zur Geltung, wenn man die Methode der Ortsbestimmung durch Höhenunterschiede 
anwendet, wie sie in den Annalen 1901, Seite 323 ff,, von Herrn Dr. Wirtz ab- 
geleitet wurde. Indem ich im Uebrigen auf die Abhandlung des Dr. Wirtz 
verweise, soll, um dies zu zeigen, das erste dort gegebene Beispiel bis zu den 
Endgleichungen berechnet werden, 
Es waren in 51° 25’N 0* 26,3° Ost die Höhen von Capella, Jupiter und 
Nordstern westlich vom Meridian beobachtet. Die abgelesenen, nur für
	        
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