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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Witterung an der deutschen Küste im August 1902, 507 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. Wind- 
stärke (Beaufort) 
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Bei etwas zu niedrigem, mittlerem Luftdruck charakterisirte sich der 
Monat August in seinen meteorologischen Monatswerthen an dev Küste fast 
durchweg als kühl, trübe, nafs und ruhig. Winde aus westlichen Richtungen 
waren vorherrschend. 
Steife und vereinzelt stürmische Winde traten auf aus W bis NW am 
9. von der Elbe ostwärts, am 10, ostwärts bis zur Helgoländer Bucht sowie 
über Rügen und Umgebung, am Il. ostwärts bis zur Oder und am 12. an der 
Nordsee vereinzelt und an der mittleren Ostsee-Küste; mehrfach steife Winde 
aus östlichen Richtungen hatte die westliche und mittlere Ostsee am 27, 
Die Morgentemperaturen lagen fast durchweg unter den normalen Werthen; 
Tage, an denen auf einigen Stationen die Normale morgens, nur vereinzelt um 
mehr als 1°, überschritten wurde, waren an der Nordsee der 19. und 30. und 
an der östlichen Ostsee der 20. und 28. In ihrem Gange von Tag zu Tag 
zeigten die Morgentemperaturen wieder in grofser Uebereinstimmung auf den 
Stationen nur geringe und meist langsam verlaufende Schwankungen um eine 
konstante Mittellage; etwas wärmere Morgen gegen Mitte der II. Pentade und 
gegen Ende der IV. Pentade wurden durch kühlere Morgen in der IM. Pentade 
getrennt, und es. folgte in der V. Pentade wieder eine vorübergehende Abnahme. 
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen 6,1°, dem Minimum von 
Rügenwaldermünde, und 24,4°, dem Maximum von Keitum, also um 18,3°, 
während auf den Normalbeobachtungsstationen die kleinste Schwankung mit 
12,6° in Wustrow und die gröfste mit 16,6° in Rügenwaldermünde beobachtet 
wurde, — Die als arithmetisches Mittel aus den Aenderungen der Temperatur 
von Tag. zu Tag ohne Rücksicht auf deren Vorzeichen für die drei Beob- 
achtungstermine berechneten Werthe der interdiurnen Veränderlichkeit der 
Temperatur (I. T. V.) lagen mit ihren gröfsten Werthen zwischen 1,4° und 2,5° 
und zeigten durchweg die größten Beträge am Nachmittag, die kleinsten 
am Morgen. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen weisen für benachbarte Orte stellen- 
weise grofse Unterschiede auf, so Wyk 172 mm gegen 99mm in Keitum, 
Colbergermünde 124 mm gegen 48 mm in Swinemünde und Hela 119 mm gegen 
63 mm in Rixhöft; ostwärts bis zur Kieler Bucht überstiegen die Monatssummen 
fast durchweg, weiter ostwärts nur theilweise 100 mm, und die kleinsten Monats- 
summen, meist unter 70 mm, wurden von Mecklenburg bis Rügen und Umgebung 
beobachtet. Läfst man den Niederschlagstag um 8* V. Ortszeit des gleichnamigen 
Kalendertages beginnen und sieht man von geringfügigen und vereinzelten Nieder- 
schlägen ab, so fielen diese im August über gröflseren Gebieten am 1, und 2%, 
an der preufsischen Küste, am 3. an der ganzen Küste, ausgenommen Mecklen- 
burg bis Pommern, am 4. bis 16. an der ganzen Küste (am 5, und 15. an der 
Nordsee geringfügig), am 17. an der Nordsee, am 18. bis 2l. an der ganzen 
Küste, am 22, von Mecklenburg ostwärts, am 23. ostwärts bis zur Kieler Bucht, 
am 24, ostwärts bis Mecklenburg, am 25, mehr vereinzelt an der ganzen Küste, 
am 26. und 27, ostwärts bis zur Oder, am 29, ostwärts bis Mecklenburg und 
am 30. und 81. an der ganzen Küste, — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 nm
	        
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