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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1902, 
suchungen stützten sich aber hauptsächlich nur auf Messungen, welche an dem 
gleichen Orte angestellt waren, und es sind daher Beobachtungen von ver- 
schiedenen Gegenden und besonders auf offener See von Bedeutung, um ent- 
scheiden zu können, ob die von Kofs gefundenen Resultate allgemein gültig 
sind. Solche Messungen sind nun neuerdings von T. Ferguson auf einer Reise 
von Shanghai nach London angestellt und auszugsweise in der Zeitschrift 
„De Zee“, 1902, Seite 357—361 mitgetheilt worden. 
Zur Bestimmung der Höhen verwendete Ferguson einen Sextanten, der 
mit einem zweiten Horizontspiegel so versehen war,!) dafs man noch die 
Winkel von 120° bis 240° messen, also damit die Höhen einmal direkt und 
das zweite Mal über das Zenit hinweg nach dem entgegengesetzten Horizont- 
punkt messen konnte. Auf diese Weise erhält man aus den beiden Beobachtungen 
die Höhen nahe frei von der Kimmtiefe und überdies den Betrag der Kimmtiefe 
3elbst. Vergleicht man diese Werthe ınit den Tafelwerthen, welche mit einer 
mittleren Refraktion berechnet sind, so sollen die Abweichungen von den be- 
treffenden Temperaturverhältnissen der Luft und des Wassers abhängen. 
Unter 102 Beobachtungen, welche Ferguson ausführte, waren 45, bei 
denen die gemessene Kimmtiefe um mehr als 30“ von den mittleren (Tafel-) 
Werthen abwich; bei 3 war der Unterschied mehr als 1‘. Im Rothen Meer 
war auf dieser Reise die Kimmtiefe normal, während sie sonst daselbst häufig 
stark abweicht.”) 
Die Resultate sind graphisch mitgetheilt und ergaben ähnliche Werthe 
wie sie Kofs bei seinen Beobachtungen fand. Wenn die Luft wärmer als das 
Wasser ist, wird die Kimmtiefe kleiner, und umgekehrt, wenn das Wasser 
wärmer als die Luft ist, wird sie gröfser als der Tafelwerth. Luftspiegelungen 
ireten in letzterem Falle auf. wenn die Kimmtiefe !/e‘ über dem mittleren 
Werth ist. 
Wenn auch nicht die Schwierigkeiten zu verkennen sind, welche genauen 
und einwandsfreien Temperaturbeobachtungen von Luft und Wasser auf See für 
Refraktionsbestimmungen entgegenstehen, so ergeben doch diese Messungen 
dafs die Tafelwerthe von Kofs eine richtigere Kimmtiefe als die gewöhnlichen 
Tafeln geben, und es ist daher zu wünschen, dafs noch weitere Versuche in 
lieser Richtung angestellt werden. Messerschmitt. 
2. Uebersicht über die deutschen Fischerfahrzeuge i 
Ueber die deutschen Fischerfahrzeuge, welche in der Nordsee SEE 
Küstengewässer Fischerei betreiben, entnehmen wir den „Mittheilungen des 
Deutschen Seefischerei-Vereins“ 1902, No. 7 folgende Angaben für den Stand 
am 1. Januar 1902. Die entsprechenden Zahlen für den 1. Januar 1901 sind in 
Klammern hinzugefügt. 
Die Zahl der Fahrzeuge insgesammt betrug 521 (541 i 3 
‘101 844) cbm Brutto-Raumgehalt und 3795 (8847) Mann A S 
satzung. Davon waren Dampfer 116 (122), mit 50017 (52 557) cbm Brutto- 
Raumgehalt und 1279 (1830) Mann Besatzung. 
Die Fahrzeuge vertheilten sich nach dem Brutto-Raumgehalt in Kubik- 
meter folgendermaßen: 
<20 | 20—30 | 30—50 ) 50—70 | 70—100 | 100—150 150—200 | 55200 
3 | 37 32 9 a9 | 88 | 28 ! 20 
3) (44) ; 82 | .® | (126 | (92) 2} @93) ' @12) 
Die Dampfer waren sämmtlich > 200 cbm, sind also nur in der letzten 
Suppe Sathalken.. H 
je deutsche Hochseefischer-Flotte in der” N z 
1. Januar 1901 bis zum 1. Januar 1902 eine ER ka demnach vom 
1) Die Anordnung ist mitgetheilt: „Over het aanbrengen eener inrichting aan den Sextant, 
om hem geschikt te maken tot het meten van hoeken van 120° tot 240°“, „De Zee“. 20, Jahrg. 
1895, S. 45, 
„2% Z. B. theilt C, T,. J. Kotting in „De Zee“, Jahrg. 17, 1895, S, 45, zwei Beobachtungen 
mit, bei weichen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Kimmtiefe um 5' 53" bzw. 3’ 55" tiefer 
gefunden wurde, als der normale Werth ist.
	        
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