500 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1902,
flammen von einem viel gröfseren Durchmesser als ‘der des Glühstrumpfes
konstruirt sind.
Ein System ähnlicher Art ist versuchsweise bei einigen Leuchtfeuern in
Frankreich in Gebrauch und die Beamten des französischen Leuchtthurmdienstes
haben einen so guten Eindruck von der Wirksamkeit dieses Systems und seiner
Einfachheit des Betriebes, dafs sie vorgeschlagen haben, seine Anwendung sehr
erheblich auszudehnen.
Vom Trinity House soll beabsichtigt sein, diese Art Brenner des von
Matthews verbesserten Kitson-Systems bei dem neuen Leuchtfeuer in der
Nähe von Beachy Head, das binnen Kurzem für den regelmäfsigen Dienst ent-
zündet werden wird, anzuwenden.
Diesen Mittheilungen der „Shipping Gazette“ möchten wir hinzufügen,
dafs nach den Erfahrungen mit elektrischem Bogenlicht, der Werth des neuen
Brenners für Leuchtthurmzwecke davon abhängen wird, wie seine Wirksamkeit
bei unsichtigem Wetter sich erweist.
Es darf nicht aufser Acht gelassen werden, daß auch das Licht der
Mineralöl-Glühlichtbrenner ebenso wie das des Gasglühlichts und des elektrischen
Bogenlichtes wohl eine andere Färbung zeigen dürfte, also die verschiedenen
Grundfarben in einem anderen Intensitätsverhältnifs enthalten wird, als sie die
sonst bei den Leuchtthürmen gebräuchlichen Oelhrenner besitzen. Ob in Folge
dessen die durchdringende Leuchtkraft der Oel-Glühlichtbrenner bei Dunst und
Nebel für weiße und rothe Lichter nicht etwa der der Dochtbrenner nachsteht,
wird daher erst festzustellen sein. Dagegen wird vermuthlich eben die ab-
weichende Färbung die Glühlichtbrenner für grüne Lichter besonders geeignet
machen. So haben auch schon Versuche mit Seitenlaternen, die einen Acetylen-
gasbrenner enthielten, gezeigt, dafs die eigenthümliche Färbung der Acetylen-
flamme, die grüne Laterne aufserordentlich weit sichtbar und unterscheidbar
machte. Aehnlich dürften die Verhältnisse auch bei den Oel - Glühlicht-
brennern liegen.
Wenn es dann gelingen sollte einen genügend haltbaren Glühstrumpf her-
zustellen, der Betrieb des Vel-Glühlichtbrenners genügend einfach und die An-
schaffung desselben nicht zu kostspielig sich gestalten würde, so würde dieser
Brenner sich wohl zu allgemeinerer Einführung für Seitenlaternen eignen, da
mit ihm eine gröfsere Sichtweite des grünen Lichtes leichter und sicher erzielt
werden würde; dies umsomehr, als nach den gemachten Mittheilungen auch der
Oelverbrauch um Vieles geringer ist als bei den gewöhnlichen Dochtbrennern.
Hr.
Flaschenposten.
In letzter Zeit sind die folgenden Flaschenpostzettel bei der Seewarte
eingegangen:
a) Ausgesetzt von dem Vollschiff „Gertrud“, Kapt. Th. Henke, auf der
Reise von Pisagua nach Hamburg, am 1. Dezember 1901 auf 0° 44‘ N-Br.,
28° 25‘ W-Lg., nicht mit Sand beschwert; gefunden von O’donal Boyce am
23. April 1902, an der Nordostseite der Insel Barbados treibend, auf. ungefähr
13° 10‘ N-Br., 59° 20‘ W-Lg. Trift in 143 Tagen 1960 Sm nach WNW.
Eingesandt durch das Kerl. Konsulat in Barbados.
b) Ausgesetzt von dem Dampfer „Paranagua“, Kapt. H. Köhler, auf
der Reise von Montevideo nach St. Vincent, am 26, April 1901 auf 0° 31‘ N-Br.
und 30° 10‘ W-Lg., nicht mit Sand beschwert; gefunden von John Robinson
am 24. August 1901 auf dem Stirande bei Koranko, Turner’s Halbinsel, Sierra
Leone, Westafrika, auf ungefähr 7° 20’N-Br., 12° 30‘“W-Lg. Trift in 120 Tagen
OzN 1140 Sm.
Eingesandt durch Herrn Aldridge, District Commissioner in Sherbro.
c) Ausgesetzt von dem Viermastbarkschiff „Hebe“, Kapt. H. Korff, auf
der Reise von Caleta Buena nach Hamburg, am 25. Oktober 1901 auf 0° 0‘ N-Br.,
29° 20‘ W-Lg., nicht mit Sand beschwert; gefunden von Mr. Leon Repre am
1. Juni 1902, treibend in der Nähe des Ufers von Capesterre, Guadeloupe,