Ein neuer Brenner für Leuchtfeuer,
499
der längsschiffs gelegte Magnet wieder entfernt und von neuem so angebracht,
dafs unter Berücksichtigung des Einflusses der quadrantalen Deviation der
magnetische Kurs nahezu anliegt. Legt nun das Schiff von der Werft ab und
kommt behufs Regulirung der Kompasse in Fahrt, so sind leicht durch kleine
Verschiebungen der Magnete diejenigen Werthe von B und C zu erzielen, die
der Sachlage unter Berücksichtigung des remanenten Magnetismus am besten
entsprechen.
Ein neuer Brenner für Leuchtfeuer.
Der Auersche Glühstrumpf hat auch unter Gebrauch von Petroleum eine
Anwendung gefunden, die ihn für die stärkeren Lichtquellen der Leuchtfeuer
geeignet macht. Der Versuch, dies Petroleumglühlicht einzuführen, ist auch
bereits in Deutschland gemacht worden. Wie wir der „Shipping Gazette“ vom
3. September d. J. entnehmen, haben die englischen Behörden demselben für
den oben genannten Zweck neuerdings besondere Beachtung geschenkt.
In dem hierzu von Arthur Kitson in New York konstruirten Apparate
kommt Mineralöl zur Verwendung. Dieses wird durch Druck durch eine enge
Oeffnung in einem zerstäubenden Strahl in.ein über dem Brenner befindliches
Schlangenrohr getrieben. In diesem Schlangenrohr wird das Oel verdampft.
Es ‚tritt dann durch ein enges Rohr unten am Brenner aus, mischt sich dort
mit Luft und wird in einem Bunsenbrenner entzündet. Die so entstehende blaue
nicht leuchtende Flamme bringt dann den Glühstrumpf zu intensivem Leuchten.
Die Verdampfung wird zuerst dadurch eingeleitet, dafs das über dem
Glühstrumpf befindliche Schlangenrohr mit einer Handgebläselampe erhitzt wird.
Sobald dann die Dampfentwickelung stattgefunden hat und die Flamme ent-
zündet worden ist, wird die Verdampfung durch die Wärme der Flamme und
des Glühstrumpfes fortdauernd erhalten, so lange die Flamme brennt. Bei
einigen neueren Brennern bewirkt Kitson die Verdampfung durch eine kleine
Flamme unter dem Brenner, die auf das Rohr wirkt, welches das zerstäubte
Oel enthält. Der Dampf tritt dann in den Bunsenbrenner durch ein kleines
Rohr ein, das für den Zutritt von Luft durchlöchert ist. Bei diesem System
ist der Oelverbrauch sehr viel geringer, die erzeugte Leuchtkraft viel gröfser
als bei dem anderen Verfahren.
In der Absicht, diesen Brenner zu Gebrauch für Leuchtfeuer anzunehmen,
hat nun der Chefingenieur des „Trinity House“, T. Matthews, neuerdings
mehrfache Versuche ausgeführt und gewisse Aenderungen in der Einrichtung
eingeführt, durch welche die Leuchtkraft des Glühstrumpfes beträchtlich ver-
gröfsert worden ist. Bei der von Matthews getroffenen Einrichtung wird die
Luft wirksamer mit dem Oeldampf gemischt, die Verdunkelung durch die mit
dem Brenner verbundenen Röhren auf das geringste Mals reducirt und der
Druck des Oeldampfes konstanter und gleichmäfsiger gehalten. Nabei ist es
möglich, Mineralöl von einem Entflammungspunkte von 71°C, zu verwenden,
wodurch ‚sehr erheblich zur Sicherheit beim Gebrauch dieser Brenner in Leucht-
thürmen beigetragen wird. .
Ein praktischer Versuch dieses verbesserten Brenners ist auf dem Leucht-
thurme. zu Lowestoft vor einigen Monaten ausgeführt worden. Der Brenner
erwies sich als sehr einfach und sicher in der Handhabung, das erzeugte Licht
war von sehr .grofser Stärke und. zeichnete sich durch grofse Gleichmäfsigkeit
während des Betriebes aus; kein Putzen oder Regulirung war nothwendig.
Der Oelverbrauch des Glühbrenners wurde festgestellt auf höchstens ein Fünftel
des Quantums, das bei einem gewöhnlichen Leuchtthurmbrenner mit kon-
centrischen Dochten würde haben aufgewendet werden müssen; während die
vergröfserte Leuchtkraft des neuen Brenners im Vergleich mit der des gewöhn-
lichen Leuchtthurmbrenners für nicht weniger als zehnmal größer gehalten wurde,
Es würde danach scheinen, dafs der Glühlicht-Oelbrenner einen grofsen
Fortschritt für das Leuchtfeuerwesen darstellt; seine Anwendung ist aber zur
Zeit auf optische Apparate von geringer Gröfse beschränkt, da die grofsen
Linsensysteme, die jetzt auf vielen Leuchtthürmen aufgestellt sind, für: Oel-