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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Ein neuer Brenner für Leuchtfeuer, 
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der längsschiffs gelegte Magnet wieder entfernt und von neuem so angebracht, 
dafs unter Berücksichtigung des Einflusses der quadrantalen Deviation der 
magnetische Kurs nahezu anliegt. Legt nun das Schiff von der Werft ab und 
kommt behufs Regulirung der Kompasse in Fahrt, so sind leicht durch kleine 
Verschiebungen der Magnete diejenigen Werthe von B und C zu erzielen, die 
der Sachlage unter Berücksichtigung des remanenten Magnetismus am besten 
entsprechen. 
Ein neuer Brenner für Leuchtfeuer. 
Der Auersche Glühstrumpf hat auch unter Gebrauch von Petroleum eine 
Anwendung gefunden, die ihn für die stärkeren Lichtquellen der Leuchtfeuer 
geeignet macht. Der Versuch, dies Petroleumglühlicht einzuführen, ist auch 
bereits in Deutschland gemacht worden. Wie wir der „Shipping Gazette“ vom 
3. September d. J. entnehmen, haben die englischen Behörden demselben für 
den oben genannten Zweck neuerdings besondere Beachtung geschenkt. 
In dem hierzu von Arthur Kitson in New York konstruirten Apparate 
kommt Mineralöl zur Verwendung. Dieses wird durch Druck durch eine enge 
Oeffnung in einem zerstäubenden Strahl in.ein über dem Brenner befindliches 
Schlangenrohr getrieben. In diesem Schlangenrohr wird das Oel verdampft. 
Es ‚tritt dann durch ein enges Rohr unten am Brenner aus, mischt sich dort 
mit Luft und wird in einem Bunsenbrenner entzündet. Die so entstehende blaue 
nicht leuchtende Flamme bringt dann den Glühstrumpf zu intensivem Leuchten. 
Die Verdampfung wird zuerst dadurch eingeleitet, dafs das über dem 
Glühstrumpf befindliche Schlangenrohr mit einer Handgebläselampe erhitzt wird. 
Sobald dann die Dampfentwickelung stattgefunden hat und die Flamme ent- 
zündet worden ist, wird die Verdampfung durch die Wärme der Flamme und 
des Glühstrumpfes fortdauernd erhalten, so lange die Flamme brennt. Bei 
einigen neueren Brennern bewirkt Kitson die Verdampfung durch eine kleine 
Flamme unter dem Brenner, die auf das Rohr wirkt, welches das zerstäubte 
Oel enthält. Der Dampf tritt dann in den Bunsenbrenner durch ein kleines 
Rohr ein, das für den Zutritt von Luft durchlöchert ist. Bei diesem System 
ist der Oelverbrauch sehr viel geringer, die erzeugte Leuchtkraft viel gröfser 
als bei dem anderen Verfahren. 
In der Absicht, diesen Brenner zu Gebrauch für Leuchtfeuer anzunehmen, 
hat nun der Chefingenieur des „Trinity House“, T. Matthews, neuerdings 
mehrfache Versuche ausgeführt und gewisse Aenderungen in der Einrichtung 
eingeführt, durch welche die Leuchtkraft des Glühstrumpfes beträchtlich ver- 
gröfsert worden ist. Bei der von Matthews getroffenen Einrichtung wird die 
Luft wirksamer mit dem Oeldampf gemischt, die Verdunkelung durch die mit 
dem Brenner verbundenen Röhren auf das geringste Mals reducirt und der 
Druck des Oeldampfes konstanter und gleichmäfsiger gehalten. Nabei ist es 
möglich, Mineralöl von einem Entflammungspunkte von 71°C, zu verwenden, 
wodurch ‚sehr erheblich zur Sicherheit beim Gebrauch dieser Brenner in Leucht- 
thürmen beigetragen wird. . 
Ein praktischer Versuch dieses verbesserten Brenners ist auf dem Leucht- 
thurme. zu Lowestoft vor einigen Monaten ausgeführt worden. Der Brenner 
erwies sich als sehr einfach und sicher in der Handhabung, das erzeugte Licht 
war von sehr .grofser Stärke und. zeichnete sich durch grofse Gleichmäfsigkeit 
während des Betriebes aus; kein Putzen oder Regulirung war nothwendig. 
Der Oelverbrauch des Glühbrenners wurde festgestellt auf höchstens ein Fünftel 
des Quantums, das bei einem gewöhnlichen Leuchtthurmbrenner mit kon- 
centrischen Dochten würde haben aufgewendet werden müssen; während die 
vergröfserte Leuchtkraft des neuen Brenners im Vergleich mit der des gewöhn- 
lichen Leuchtthurmbrenners für nicht weniger als zehnmal größer gehalten wurde, 
Es würde danach scheinen, dafs der Glühlicht-Oelbrenner einen grofsen 
Fortschritt für das Leuchtfeuerwesen darstellt; seine Anwendung ist aber zur 
Zeit auf optische Apparate von geringer Gröfse beschränkt, da die grofsen 
Linsensysteme, die jetzt auf vielen Leuchtthürmen aufgestellt sind, für: Oel-
	        
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