490 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1902.
Tiefenmessungen von „J. Pender“ und „Anglia“ so nahe an den tiefsten Stellen
vorbei, mit Ergebnissen von nur rund 3800 m, dafs es lohnend schien, das
Bodenrelief der gesammten kritischen Gegend kartographisch unter Heranziehung
aller verfügbaren Tiefenmessungen abzubilden (Fig. 2). Die Gegend ist von
besonderem Interesse, da sie das Grenzgebiet zwischen den tiefen nordatlantischen
und südatlantischen Becken bildet (Centrale Schwelle); sie ist von zahlreichen
wissenschaftlichen Expeditionen gekreuzt worden, vom „Challenger“ zweimal,
von der „Gazelle“, dem „Buccaneer“ u. A. m. Es wird immer deutlicher, dafs
eine wahrscheinlich ganz lokale Einsenkung, ein tiefer Kessel vorliegt, durch
Absenkung an der centralatlantischen Schwelle entstanden. Die Grundprobe
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Bodengestaltung in.der Nähe der
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aus 7230 m (Station IV des „Gaufs“) deutet auch auf starke Dislokationen und
vulkanische Ausbrüche!) daselbst hin. Bisher dürften allerdings solche Kessel
mitten im Ozean weitab von jedem Lande kaum anderwärts aufgefunden sein.
Nur 23 Sm oder 41,4 km entfernt von der tiefsten Stelle sind 3824 m gelothet
worden; es ergiebt dies eine mittlere Böschung von 1:11 oder einen Neigungs-
winkel von reichlich 5°. Die atlantische Bodenschwelle wird durch die „Romanche“-
Tiefe zwischen 18 und 19° W-Lg. so stark eingeschnürt, dafs ihre Breite nur
20 Sm oder etwa 35 km daselbst betragen dürfte — die Tiefen mit weniger als
4000 m gerechnet —; ja man hätte, wenn nicht die neue Lothung des „John
Pender“ in 0° 25‘ N-Br. und 18° 14‘ W-Lg. mit 3758 m vorliegen würde, Be-
rechtigung zur Annahme gehabt, dafs der centrale Rücken hier vollkommen
unterbrochen, durch eine tiefe Absenkung abgeschnürt sei, was aber offenbar doch
nicht der Fall und für die Auffassung der Morphologie des gesammten Atlantischen
Ozeans von erheblicher Bedeutung ist.
I) a, a. O., S. 393.