Schott G.; Neue Tiefseelothungen im. Atlantischen und Indischen Ozean, 489
„Walfisch-Rücken“, auf welchem s. Zt. die deutsche Tiefsee-Kxpedition
(D. S. „Valdivia“) im Oktober 1898 gearbeitet hat, und sodann die Gegend der
„Romanche“-Tiefe nahe dem Aequator, da, wo jüngst die deutsche Südpolar-
Expedition auf dem „Gaufs“ ebenfalls gelothet hat. *
Es stellt sich heraus, dafs mit 936 m die flachste Stelle in diesem Theile
des „Walfisch-Rückens“ von der „Valdivia“ wahrscheinlich, angelothet worden
ist, da sowohl im SW wie im NO dieser Stelle die Tiefen nach den englischen
Lothungen zunehmen. Mit Recht wird man daher denjenigen Theil, der geringere
Tiefen als 1000 m aufweist, -„Valdivia“-Bank benennen dürfen, wie es in dem
wissenschaftlichen Werke über die Tiefsee-Expedition*‘) vorgeschlagen worden
ist. Unsere Skizze (Fig. 1) läfst erkennen, dafs der Walfisch-Rücken eine NO bis
SW-Richtung verfolgt, sowie dafs der gesammten Anschwellung innerhalb der
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4000 m-Isobathen eine Breite von rund 140 Sm oder 250 km zukommt.. Sehr
zu bedauern ist, dafs die englischen Kabeldampfer unsere Kenntnisse von den
Bodentemperaturen dieser Gegend ‚nicht vermehrt haben; gerade der gewaltige
thermische Gegensatz am Meeresgrund im N und im S von diesem Rücken ist
es ja, welcher in geophysischer Hinsicht Aufmerksamkeit. und Erklärung be-
ansprucht. Mit sehr geringer Mühe könnten die Kabeldampfer bei ihren Lothungen
der Wissenschaft aufserordentliche Dienste leisten, wenn sie häufiger als bisher
auch ein Tiefseethermometer an dem Lothdrahte hinabsenden und aufserdem alle
Bodenproben sorgfältig aufheben und zur Prüfung an Institute einsenden würden.
Was die „Romanche“-Tiefe (7370 m) nahe bei dem atlantischen Aequator
anlangt, so ist ihre Existenz bekanntlich kürzlich durch zwei Lothungen des
Südpolarschiffes „Gaufß“ bestätigt worden;*) andererseits führen aber die neuen
1) Oceanographie und maritime Meteorologie,
%) Vgl. „Ann, d, Hydr. ete.“, 1902. 5S. 392.
Jena 1902. S, 107.