accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Schott, G.: Neue Tiefseelothungen im Atlantischen und Indischen Ozean, 487 
fertigter, als ein gewisses paarweises Auftreten von Orkanen in benachbarten 
Meerestheilen auch anderwärts mehrfach beobachtet worden ist, so bei Orkanen 
im Stillen Ozean und im südwestlichen Indischen Ozean, sowie bei Taifunen, 
bei den Philippinen und in den japanischen Gewässern. Auch für gröfsere 
Entfernungen sind ähnliche Vorgänge zu finden, so sind gelegentlich Gegen- 
stücke zu Orkanen über Westindien und dem südlichen Theile des Golfstromes 
über dem Mittelmeergebiet bemerkt worden. Daraus ergiebt sich, dafs es wohl 
werth erscheint, diese Frage einer eingehenderen Untersuchung‘ zu unterziehen, 
die jedoch in weiterer Ausdehnung zu führen sein würde und daher für eine 
andere Stelle vorbehalten werden muls. Hr. 
Neue Tiefseelothungen im Atlantischen und Indischen Ozean. 
(Hierzu Tafel 18.) ‘ 
Dafs es um unsere Kenntnisse von den Tiefenverhältnissen der Weltmeere 
sehr schlecht bestellt sein würde, wenn wir lediglich auf die seitens wissen- 
schaftlicher Expeditionen ausgeführten Lothungen angewiesen wären und nicht 
die vielen Tausende ‘von Messungen seitens der Kabeldampfer auch zur Ver- 
fügung hätten, ist längst bekannt; gerade die letzten Jahre haben mit’ der 
Zunahme der Zahl der Kabelleger einen sehr erheblichen Zuwachs an: solchen 
Tiefseelothungen gebracht, denen ein allgemeineres, physikalisches oder geo- 
graphisches Interesse anhaftet. Manchmal ist es bei der Veröffentlichung der 
Ergebnisse empfehlenswerth, unter den Lothungen eine Auswahl zu treffen, weil 
die einzelnen Ablothungen, welche das Verlegen eines Kabels voraussetzt, so 
eng aneinander gereiht sind, dafs die meereskundlichen Fragen nach der Boden- 
gestalt in mehr als genügender Weise beantwortet werden. Die „Dichte“ einer 
Lothungsreihe wird, je nach der Oertlichkeit, ganz verschieden sein müssen; 
auf der Hochsee bedeuten Messungen in Abständen von je 8 bis 10 km schon 
eine sehr große Genauigkeit. Man bedenke auch, daß selbst unter günstigsten 
Umständen, d. h. bei gutem Wetter und grofser Uebung, ein Kabeldampfer im 
Durchschnitt nur etwa 7 bis 10 Lothungen atıf Tiefen von 4000 bis 5000 m inner- 
halb 24 Stunden ausführen kann, wenn die Stationen 8 bis 10 km oder rund 
4 bis 5 Sm von einander entfernt sein sollen. . . 
Die Vorarbeiten nun für das rein englische, rund um die Erde ziehende 
Kabel haben im Südatlantischen und Südindischen Ozean manche geographische 
Entdeckungen, ja Ueberraschungen, gebracht; die hierher gehörigen Messungen 
sind jüngst vom Londoner Hydrographischen Amt veröffentlicht worden.!) Das 
neue Kabel geht von St. Vincent (Kap Verden) über Ascension und St. Helena 
nach dem Kaplande, von dort über Mauritius und Rodriguez nach den Kokos- 
(Keeling-) Inseln, von hier nach Fremantle an der Westküste Australiens; bis 
hierher ist das Kabel seit dem 1. März d.J. in Betrieb. Der Abgangsort in 
Australien ist Brisbane; über Norfolk, die Fidji-Inseln und Fanning-Insel soll 
Vancouver erreicht werden. Die Fertigstellung ist schon in den nächsten 
Monaten zu erwarten.?) Im Stillen Ozean hat die nothwendigen Vermessungen 
der grofse Kabelleger „Britannia“ ausgeführt, im Indischen Ozean. der Kabel- 
leger „Sherard Osborn“, im Atlantischen Ozean waren „John Pender“ und „Anglia“ 
thätig; die Vorarbeiten fallen in die Jahre 1898 bis 1901. 
4) List of oceanic depths received at the Admiralty during the year 1901, (HD, No, 183.) 
London 1902. 
2) Näheres vgl. z. B. bei Dr. Lenschau in „Marine-Rundschau“ 1902, S. 831 und im 
„Globus“, Band LXXXII, 8, 89.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.