484 Annalen der Hydrographie und Muritimen Meteorolugie, Oktober 1902.
gelang es diesem Schiffe, das Centrum des Orkans in angemessenem Abstande
zu umsteuern und gleichzeitig die Reise dadurch zu fördern.
Im Interesse der deutschen Schiffahrt halten wir es für erwünscht, diesen
Artikel theilweise wiederzugeben. Es mag zuerst das Material vom Dampfer
„Koning Willem I.“ nach dessen Journal vorgeführt werden und im Anschlusse
daran die Folgerungen der Redaktion der „Zee“.
Datum
Uhrzeit
6. 5. 12 N
7. 5. AV
Rh V'
oh V
10
N
ah N
Kurs
und Distanz
Schiffsort
N-Br. | 0-Le.
DzS 56
02S 54
0zS 42
SSU30
SSO540 3
Sz0340 17
SO3/40 7
0zS 97
11,4° 54,2°
113°] 85.1°
11.00
55,89 '
|
56,59
106°
03/48 541
10,4°
57,4°
0348 3541| 102° | 59,9°
Windrichtung und
„stärke
ONO
NO
N 2
NW 9— 10
WNW
WwW
SSW
3
Wr
10
SW
SSW
0S0O
Uhrzeit und
Barometer-
stand
8b V 754,6
9b V 755,0
100 V 755,7
11h V 756,1
12h V 756,3
IbN 755,6
2hN 756,0
ahN 7556
Bemerkungen des Schiffsjournals: „Am 6, Mai nachmittags, auf
etwa 12,0° N-Br. und 52,2° O-Lg., flauer südlicher Wind und ruhige See mit
leichter südlicher Dünung; bemerkten von 3®* an am östlichen Horizont eigen-
artige hellblaue, rauchähnliche Wolken aufkommend. Während der Abendwache
blieb es still; auf der ersten Nachtwache begann es im 0OSO zu blitzen, während
im S Wetterleuchten beobachtet wurde. Auf der Mittelwache blieb es flau und
still, doch machte sich eine östliche Dünung bemerkbar; gegen Ende der Wache
schien der Wind nach NO und NNO umlaufen zu wollen. Das Wetterleuchten
hielt während der ganzen Wache an in der Richtung zwischen N und NO. Am
7. Mai begann der Wind nach 6" V aufzufrischen und nach 7* umzulaufen nach
NW. Der Seegang nahm stark zu und das Barometer fiel langsam. Von 7% 4
an steuerten SO-, von 8 an SSO-Kurs; Wind derzeit WNW, 8—9. Um 81%
setzten Kurs auf SzO0. Anhaltend starker Regen; hoher, durcheinanderlaufender,
vorwiegend westlicher Seegang. Gegen 9* ging der Wind mit einer heftigen
Regenböe auf WzS. Von 10% an steuerten wieder 0S0O?/4O0-Kurs; Wind W 7,
Luft allmählich abklarend, doch noch’ stets heftige Regenschauer. “Gegen 11*
Wind WSW 7 bei steigendem Barometer. 111 V Wind SW 7, 12° V SSW 7.
Nach 11% stieg das Barometer nicht weiter.“ — Das Wetter wurde dann, wie
aus der Tabelle hervorgeht, allmählich besser.
Aus dem Vorstehenden geht deutlich hervor, daß der „Koning Willem 1.“
auf östlichem Kurse steuernd, die westliche Hälfte des Orkanfeldes anschnitt,
wobei man Sturm aus NW antraf. Durch das rechtzeitige Abhalten nach SO
und sogar SzO umsteuerte man den gefährlichsten Theil des Orkanfeldes und
gelangte in dessen südliche Hälfte, wo man mit günstigen westlichen Winden
die Reise förderte und bald aus dem Bereiche des Orkanieldes gelangte.
Die Redaktion der „Zee“ fügt noch Folgendes hinzu:
‚ „Ohne dieses rechtzeitige Abhalten würde der „Koning Willem 1.“ grofse
Aussicht gehabt haben, ebenfalls, wie die drei deutschen Dampfer, in die Nähe