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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

180 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1902. 
den Mond festgestellt von 5 oder 6 verschiedenen Richtungen SSO, 0, NO, 
NW, SW. Der genaue Augenblick des niedrigsten Barometerstandes ist um 
3° 45" gewesen und das Barometer ist auf 737,9 mm gefallen. 
In diesem Augenblick hatten wir keine einzige Wolke. Die Sterne 
strahlten aufserordentlich hell und der Himmel ist bis 6* 30” V. klar geblieben, 
als sich plötzlich von NNW ein Streifen von schwerem Nebel, begleitet von 
Regen, zeigte und zur selben Zeit die Winde von NNW zu wehen anfingen mit 
einer Stärke von 17 m in der Sekunde. Dieser Wind hat bis zum 15. Januar 
mit strömendem Regen (541 mm in Cilaos und 227 mm in Pointe des Galets) 
während der ganzen Dauer der Cyklone angehalten. 
Das Centrum hat also mehr als 4 Stunden gebraucht, um denselben Punkt 
zu überschreiten. Ich vermuthe, nachdem in den Gegenden W und O der Insel 
Windstille beobachtet worden ist, dafs der centrale Halbmesser zwischen 25 
der 30 Sm gewesen sein mul. Der Wind ist nicht heftig gewesen 
nnd hat nur 40 Sm in der Stunde in den Böen überschritten. 
Bevor wir vom Centrum getroffen wurden, hatte ich, wie Sie, eine Cyklone 
vorausgesetzt, die sich im N bewegte und nachher zwischen beiden Inseln 
jurchging. Meine Meinungen stützten sich auf die Thatsache, dafs der Seegang 
von O nach W stärker wurde und dafs die Richtung der Wellen ursprünglich 
von N1'ANO NO geworden ist. Hier lagen auch Anomalien. 
Der selbstregistrirende Fluthmesser hat uns im Hafen am 13. eine Fluth 
von 1,40 m anstatt 0,80 m in den Springfluthen angezeigt.“ 
Der einzige Bericht, welcher die kleine Cyklone vom 11. Januar betraf, 
die ungefähr in 26° S-Br. und 49° bis 52° O-Lg. sich ereignete, beruhte auf 
jem Log der „Gabrielle“, Das Barometer des Schiffes fiel 20,3 mm, und der 
Wind lief von NO nach SW an; die Stärke ist nicht angegeben, aber eine 
besondere Erwähnung wird von der enorm hohen See gemacht. Es kann nicht 
bezweifelt werden, dafs dies ein cyklonartiger Sturm war, aber von geringerem 
Durchmesser, als jene, welche sich im NO von Mauritius entwickelten. Rund 
100 Sm nach W zu vom Sturmcentrum wird von „Crescent“ am 11. nicht mehr 
als eine kräftige Briese berichtet, die von NO nach O0 umging mit einer leichten 
See von vorn, und es war nicht vor 8" V. am 12., dafs der Wind noch bis SO 
kam und ein Theil der eyklonartigen Cirkulation wurde. 
Die ungefähren Lagen des Centrums der obigen Cyklone sind für jeden 
Tag in folzender Tabelle dargestellt: 
No. des 
Cyklons 
N 
Datum 1901 
Januar 
A 
3 
m 
- 
Januar 9 
10 
{3 
12 
13 
L4 
15 
16 
Januar 10 | 
11 
QS_Br_ 
| O-Le. 
8,8 
9,5 
10.5 
72,0 
71,8 
71.6 
16,1 
17,0 | 
17,6 
20,3 | 
22,9 | 
26,9 
30,6 
34.8 
60,5 
58,5 
56,8 
56,0 
5,0 
55,6 | 
56,6 | 
59.2 
25,8 47,8 
26.0 30,2 
Schnelligkeit in 
24 Stunden 
Sm 
9) 
BO 
132 
105 
115 
235 
240 
235 
900) 
144
	        
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