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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Cyklone im. südlichen Indischen Ozean vom 9, bis 16. Januar 1901, 475 
vorübergehenden : Wolken; das Barometer stieg ‘ nachmittags ein wenig. Auf 
Rodriguez wehte der Wind von O, das Wetter. war schön und die See ruhig; 
das Barometer stand fest auf 763,8 mm. Am 9. hatte „Grosvenor“, in 8° S-Br. 
67'° O-Lg. einen schweren Sturm aus NW, der am Morgen nach NNW um- 
ging und um Mittag zu einer frischen Briese abfläaute, aber gegen Abend an 
Stärke. wieder zunahm; das Wetter war bewölkt, mit Donner und Blitz und 
schwerem Regen; die See sehr hoch, das Barometer stand um Mittag auf 
755,9 mm: mit einer Neigung zum Steigen. ; 
In Mauritius ging der Wind nach SSO um. Das Wetter wurde am 
Nachmittag sehr böig, während das Barometer um ungefähr 9* V, zu fallen 
begann. Es ist sehr zu bedauern, dafs. keine bestimmte Mittheilung von Sanct 
Brandon erhalten werden ‚konnte. Infolge eines Telegramms, das von dem 
Kapitän des Segelschiffes „Corsair“ einlief, gewinnt es den Anschein, als ob 
das Centrum der Cyklone über oder doch sehr nahe bei dieser Gruppe von 
Inseln am 9. oder 10. Januar vorüberging. „Wild Rose“, in 10° S-Br. 71° O-Lg., 
hatte Winde, die von NO am Morgen nach O am Nachmittag -umliefen; das 
Wetter war bewölkt bis Mittag und nachher schön und’ klar mit mäfsigem 
Seegang. Das Barometer zeigte 761,5 mm mit einer Neigung zum Steigen. 
Am 10. hatte „Grosvenor“ in 10° S-Br. 68° O-Lg. Winde, die um Mittag. weiter 
nach N.und um 6" N. nach NNO umgingen, die Böen wurden weniger heftig, 
und das Wetter besserte sich, obgleich von N eine hohe See gemeldet wird; 
das Barometer wurde um Mittag zu 763,0 mm. abgelesen und hatte eine Neigung 
zum Steigen. „Wild Rose“, in 11!4° S-Br. 70° O-Lg. hatte mäfsige Winde, 
die von OÖ ’'am Morgen nach SO am Nachmittag umgingen. .Das Wetter war 
bewölkt während des Morgens und schön am Nachmittag. Das Barometer fuhr 
fort zu steigen und zeigte am Mittag 762,5 mm. Auf Mauritius begann das 
Barometer zu fallen und das Wetter wurde böig mit gelegentlichen Regen- 
güssen; der Wind kam von OSO mit einer Neigung nach O zurückzuspringen 
und nahm an Stärke zu. Auf Rodriguez war das Wetter bewölkt und drückend 
mit Wind und Regenböen; um Mittag zeigte das Barometer 763,0 mm, auf 
welchen Stand es von 766,3 mm um Mittag gefallen war. Am 4. wird eine 
schwere nordöstliche Dünung berichtet. 
Am 16. hatte „Grosvenor“, in 12° S-Br. 66° O-Lg.; den ganzen Tag 
NNO-Winde mit schönem Wetter, aber schwerer See; das Barometer stand auf 
761,7 mm mit einer Neigung zum Steigen. Ungefähr 100 Meilen östlich hier- 
von hatte „Wild Rose“ anhaltend SO-Winde mit schönem klaren Wetter; das 
Barometer stand auf 761,0 mm. Auf Rodriguez war der Wind mäfsig von 
OzN, das Wetter war bedeckt und es wurde von einer nördlichen Dünung 
berichtet; das Barometer stand auf 761,5 mm. Das Schiff „Gabriele“, in 
29° N-Br. 49° O-Lg., hatte an Stärke zunehmende Winde, die sich um Mitter- 
nacht von NO nach SO bis 5 V, gedreht hatten, um 10* V. bis S und nach- 
mittags unveränderlich aus SSW wehten. Das Barometer fiel von 1" V; von 
758,9 mm auf 753,9 mm am Nachmittage und auf 741,9 mm um Mitternacht, 
Ungefähr 10 Sm westlich von diesem Schiffe .hat S.D. „Crescent“ mäfsige 
Winde, die beständig von NO am Morgen wehten und nächmittags nach 
O umliefen. Das Barometer stand 759,4 mm mit einer Neigung zum Fallen. 
Der S.D. „Woolwich“, in 30° S-Br., 63° O-Lg. hatte mäfsige O-Winde, die 
nach ONO zurückdrehten bei schweren Wolken und drohendem Aussehen 
nach N hin, Der Wind wuchs zu einer starken Briese mit Böen gegen Mitter- 
nacht an; auch wird über eine schwere See von NO berichtet. Das Barometer 
fiel bis Mittag auf 763,8 mm. 50 Sm südlich davon hatte „Inverclyde“ leichte 
Winde, die von O0 am Morgen nach N zurückdrehten; das Wetter war schön 
bis 4" N., dann wolkig mit zunehmender See. Das Barometer stand auf 
766,6 mm. 
Am 12. hatte „Grosvenor“, in 14%2° S-Br. 65° O-Lg., Winde‘ von NO 
und NNO mit durchweg schönem Wetter und „Wild Rose“, die noch etwa 
100 Sm ostwärts war, hatte kräftige SO-Winde mit klarem Wetter und west- 
licher Dünung. „Samanco“, in 20° S-Br. 60'/2° O-Lg., hatte einen kräftigen 
NNO-Wind mit sehr langsam fallendem Barometer. Um 8" V. wehte ein mäfsiger 
Sturm mit bedecktem Himmel und verworrener See. „Gabriele“, in 24° S-Br. 
51° O-Le., hatte gegen Abend mäßigen Sturm; das Barometer fiel um 9» V.
	        
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