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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Knipping, E.: Von Savannah nach dem Kanal im Winter. | 473 
bis zum Eingang des Kanals ungewöhnlich hoch für die Jahreszeit. Die hierbei 
vorherrschenden leichten östlichen Winde und Windstillen machten auch in 
diesen Tagen einen raschen Fortgang unmöglich. 
Die Gefahr, in die Sackgasse nördlicher Winde westlich von 
Kap Finisterre zu gerathen, ist viel gröfser im Sommer, besteht 
aber auch gelegentlich mitten im Winter. 
Bei der Benutzung der Anweisungen sollte man zunächst und stets die 
empfohlenen Schnittpunkte im Auge behalten, die das Endergebnifs der ganzen 
Untersuchung über den zweckmäfßsigsten Weg verkörpern; dann sind Milfs- 
verständnisse, wie hier eins vorzuliegen scheint, ausgeschlossen. 
Trotz alledem ist die Reisedauer von A nach dem Kanal mit 37 Tagen 
nur 4 Tage länger als der langjährige Durchschuitt. 
Es entzieht sich natürlich der Beurtheilung, ob bei A aufßser den Wind- 
und Wetterverhältnissen noch andere Umstände mitwirkten, die bei den Nord- 
westwinden am 30. Dezember bis 1. Januar einen nördlicheren Kurs unthunlich 
erscheinen ließen. Eine durch Fieber oder Desertion geschwächte Mannschaft, 
oder eine ernstere Havarie würden z. B. unter Umständen ein Schiff zu einem 
Kurs veranlassen können, den es unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht ein- 
schlagen würde. E- Knipping. 
Die Cyklone im südlichen Indischen Ozean vom 9. bis 16. Januar 1901. 
“ Ein Vortrag, gehalten am 21. März 1901, 
in der Sitzung der Meteorologischen Gesellschaft von Mauritius. 
; (Uebersetzung.) I) ; . 
Die Umstände, unter welchen diese Cyklone entstand, waren sehr 
ungewöhnlich. Von 9* V., am 4. bis 3" N. am 8. fiel in Mauritius das Baro- 
meter von 763,3 mm auf 757,8 mm bei schönem klaren Wetter und im Allge- 
meinen östlichen und nordöstlichen Winden; dann stieg es bis 760,9 mm am 9., 
wonach es wieder anfing zu fallen und zwar mit. allen Anzeichen schlechten 
Wetters. 
‚Nach Beobachtungen, die neuerdings eingegangen sind, hatte es den 
Anschein, als ob das Fallen des Barometers vom 4. bis zum 8. Januar durch 
den Vorübergang einer kleinen Cyklone südlich von dem Chagos-Archipel ver- 
ursacht wurde. 
_ Für den 4. Januar liegen die einzigen Berichte von diesenr Theile des 
Ozeans von „Grosvenor“ und „Wild Rose“ vor. Das erstere Schiff, in 314° S-Br. 
671° O-Lg., hatte den ganzen Tag über eine starke Briese von WSW mit 
hbeftigem Regen, gelegentlichen Böen und hoher See; das Barometer stand auf 
759,9 mm und zeigte eine Neigung zum Fallen. „Wild Rose“, in 9° S-Br. 
71'/2° O-Lg., hatte morgens den Wind von SSW mit allmählichem Umgehen 
des Windes nach SSO zur Mittagszeit, mit starken Böen, nach SW aus- 
schiefsend. Im Laufe des Abends nahm die Stärke des Windes wieder zu, 
nachdem vorher eine kurze. Windstille im Laufe des Nachmittags eingetreten 
war. Der Kapitän berichtet über hohe See und strömenden Regen. 
Am 5. berichtet „Grosvenor“, in 512° S-Br. 68° O-Lg., „veränderlichen 
Wind mit häufigen Böen im Laufe des Vormittags, und des Nachmittags von 
SW-Wind; das Wetter war trübe mit vorübergehenden Regengüssen. „Wild 
Rose“, in 9° S-Br. 71° O-Lg., hatte den ganzen Tag über vollen Sturm, wobei 
der Wind nach und nach von SW nach NW drehte. Eine sehr hohe See spülte 
über das Deck und das Schiff schlingerte heftig; es wird auch von heftigem 
Regen, begleitet von Blitzen, berichtet. Das Barometer fiel während dieses 
Sturmes nur 1,3 mm, nämlich von 754,1 mm .um 9" V, auf 752,8 mm um 9 N. 
1) Proceedings and Transactions of the Meteorological Society of Mauritius 1901, Vol, VIE 
{New Series), pp. 52—71.
	        
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