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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

472 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1902. 
gröfste Kreis von 50° W-Lg. zum Kanal liegt nördlich von den in der Skizze 
mit x bezeichneten, empfohlenen Schnittpunkten.) 
Z. 30. „Der Hauptnachtheil einer zu südlichen Route im Sommer besteht 
aber darin, dafs sie die Schiffe leicht in das Gebiet nördlicher Winde im Osten 
der Azoren führt. Um Länge gutzumachen, können die Schiffe bei diesen Winden 
nicht anders als auf Backbordhalsen bleiben und werden infolge davon immer 
weiter von ihrer Route ab nach Südosten gedrängt. Je mehr sie sich aber der 
Küste nähern, desto mehr erhalten sie den nördlichen Wind vorherrschend und 
desto seltener treffen sie die Gelegenheit, mit der sie den Kanal anholen 
können, Auf diese Weise entsteht nicht selten eine bedeutende Verzögerung 
der Reise.“ 
Diese Schilderung in den letzten vier Sätzen pafst auf A vom 29. De- 
zember an, wenn man die beiden Wörter „im Sommer“ streicht, oder ihnen ein 
„besonders“ vorsetzt. 
3. S.521, Z.5. „Der hohen See halber, welche bei stürmischen Nord- 
westwinden auftritt, sind die letzteren als Seitenwinde im Ganzen lange nicht 
so brauchbar als die von SW und S. Man kann mit denselben nur gut segeln, 
wenn man den Wind sehr raum hat. Auch weht der Nordwestwind häufig mit 
schweren Böen, so dafs man oft flach vor den Wind abzuhalten genöthigt ist. 
DE Kurs erheblich nördlicher als O ist deshalb schwer bei denselben einzu- 
halten, 
A hält vom 30. Dezember bis zum 2. Januar nicht einmal Ostkurs inne, 
bei nur theilweise stürmischen Nordwestwinden. Am 29. und‘ 30. Dezember, 
ebenso am 1. Januar hätte A erheblich nördlicher steuern können, wie es die 
Schnittpunkte empfehlen. Die Erklärung dafür, dafs dies nicht geschah, liegt 
vielleicht in 
4. 8.521, Z. 12. „Bis nach etwa 30° oder 25° W-Lg. kann man indessen 
während des ganzen Winterhalbjahres, auch im November und März, die Route 
ohne Bedenken ziemlich weit südlich nehmen. Man darf erwarten, noch hin- 
reichend südliche Winde zu erhalten, um den Kanal ohne Schwierigkeit an- 
segeln zu können, selbst wenn man 30° W-Lg. in 44° N-Br. oder noch südlicher 
geschnitten hat. Im Sommer dagegen mufs man darauf achten, dafs man schon 
in 30° W-Lg. gut nördlich steht.“ 
Es ist nicht ausgeschlossen, dafs A, von einem tüchtigen erfahrenen 
Kapitän geführt, sich durch den Wortlaut von 4. hat verleiten lassen, von 
30° W-Lg. an noch weiter nach O zu liegen, anstatt mehr NO zu holen, 
wie R es machte. (Allerdings lag für R, der nach dem St, Georgs - Kanal be- 
stimmt war, auch mehr Grund vor, hier mehr Breite gut zu machen.) Der 
leitende Gedanke der Segelanweisung ist ja durch die empfohlenen Schnitt- 
punkte gegeben. (S. 521, 522 a. a. O.), 30° W-Lg. in 44112° N-Br., 20° W-Lg. 
in 47° N-Br. 
Aber es läfst sich nicht leugnen, dafs A, der 30° W-Lg. südlich von 
44/2° N-Br. schnitt, wahrscheinlich „noch hinreichend südliche Winde“ erwartet 
haben mag, „um den Kanal ohne Schwierigkeit ansegeln zu können“. Hierin 
hat sich A getäuscht und so 13 Tage verloren. | 
Die Fassung des ersten Theiles von 4. könnte bestimmter sein und 
mehr in Uebereinstimmung mit den empfohlenen Schnittpunkten etwa so lauten: 
„Hat man im Winterhalbjahre 30° W-Lg. so südlich von 44’/4° N-Br geschnitten 
(in 42° N-Br. wie A und R), dafs die Mitte des Kanaleinganges (49° N-Br., 
6° W-Lg.) ONO peilt, so sorge man dafür, dafs diese Peilung jedenfalls nicht 
nördlicher, womöglich aber östlicher wird“. 
Ergebnisse. R hielt sich mehr an die empfohlenen Schnittpunkte und 
machte eine schnelle Reise. 
Die Ursache der Verzögerung der Reise von A ist in erster Linie darin 
zu suchen, dafs das Schiff von 30° W-Lg. nicht genügend Breite mitholte. Es 
wurde infolgedessen durch spätere stürmische Nordwestwinde so weit nach 
Osten gedrängt, dafs seine Breite am 7. Januar in 15° W-Lg. nicht gröfser 
war als 9 Tage früher, am 29. Dezember in 31° W-Lg. Nach Ablauf der 
stürmischen Periode, die mit Ausnahme des 2. Januar von hohem Luftdruck 
begleitet war, hielt sich dann der Luftdruck, der am 11. Januar 777 m erreichte,
	        
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