{39 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1898,
dienen. Wünscht man im Westen der Strafse die Bank anzulaufen, so wählt
man die Passage im Osten von Dajang Dajangan und kann auch, wenn dies
nicht angängig ist, westlich dieser Insel passiren, doch muß man eine gute Karte
haben. Sollte hier der Wind so schral sein, dafs man nicht Kurs nach der
Rhede von Makassar steuern kann, so darf man doch sicher darauf rechnen, dafs
nördlich vom Breitenparallel der Huk Galesong der Seewind gegen Mittag
räumt und zuweilen bis SW herumgeht. Udjung Tana im Norden von Makassar
ist in grofser Entfernung sichtbar.
Die von Süd kommenden Schiffe müssen, um am Tage die Rhede
von Makassar erreichen zu können, den Flaggenstock des Forts Rotterdam
in die Peilung N 39° O bringen und dann auf den Flaggenstock abhalten. Sie
vermeiden £o, westlich von der Bake von Taka Pinding und südöstlich von der
„Nieuwbaak“ auf Groot- Lae Lae laufend, alle Untiefen,
Kommt man von Westf her, so sorge man dafür, das Leuchtfeuer-
gerüst von Mariso nicht südlich von der Peilung S 77° O und nicht nördlich
von der Peilung N 73° O zu bringen, oder auch, man halte ungefähr mit Ostkurs
auf das nördlich vom Leuchtfeuergerüst stehende vormalige Pulvermagazin
(Kruitmagazijn) ab. In beiden Fällen ändert man die Richtung, sobald der
Leuchtthurm von Makassar oder der Flaggenstock des Forts Rotterdam
N32°O peilt, und steuert nach der Rhede, indem man darauf achtet, wegen
des sich nach West von Udjung Pandang vorstreckenden Riffes, nicht
weniger als ungefähr 200 m vom Leuchtthurm entfernt zu bleiben. Die Grenze
des erwähnten Riffs bezeichnet eine weifs angestrichene eiserne Pfahl-
bake mit Kugel, welche 5,9 m hoch ist und in 2,7 m (1’'/s vm) Wasser steht.
Sie gleicht der Bake auf Taka Pindjing.
Will man von Süd kommend während der Nacht nach dem Anker-
platz auf der Rhede von Makassar segeln, so mufs man sich nach den
Feuern von Dajang Dajangan, Makassar und Mariso richten. Hat man keine
Lokalkenntnifs, so ist es rathsam, die Passage zwischen Dajang Dajangan und
Satanga zu benutzen, wobei man sich dem Feuer, sobald man es nördlich von
N 36° O hat, bis auf kleine Entfernung nähern kann und von der Südspitze des
Riffs von Dajang Dajangan frei bleibt.
Nachdem man die Strafe passirt hat, darf man, um Bone Pidjing zu ver-
meiden, das Feuer von Dajang Dajangan nicht südlich von der Peilung 5 12° W
bringen. Dann bekommt man das weifse Feuer von Makassar in Sicht und
kurze Zeit darauf das Feuer von Mariso, das jedoch ungefähr in den Peilungen
Nord, NO von Zeit zu Zeit hinter den Bäumen auf Tandjung Bunga verschwindet.
Sobald man in den rothen Sektor des Feuers von Mariso gekommen ist,
läuft man landeinwärts, bis man das Feuer von Makassar in N 32° O hat, wo-
rauf man in dieser Richtung nach der Rhede segeln kann. Ist das Feuer von
Mariso in S 41° O0, so wird der Kurs nach dem Ankerplatze nördlicher.
Auf der südlichsten Landspitze (Marinespitze genannt), nördlich
von Fort Rotterdam, befinden sich zwei Laternen, die nach See hin ein
rothes Licht zeigen. Sie bezeichnen den Liegeplatz der Boote, können aber
auch zur Vermeidung des Riffs von Udjung Pandang dienen, denn man bleibt
von diesem Riff frei, wenn man die rothen Lichter nördlich von N 46° O sieht.
Beim Verlassen der Rhede von Makassar sollten Segelschiffe den Land-
wind benutzen, der in der Regel gegen Sonnenaufgang am Kkräftigsten weht, um
sich vor dem Durchkommen des Seewindes aufserhalb der in der Nähe der
Rhede liegenden Riffe zu befinden,
Während des Ostmonsuns ist es den nach Süd bestimmten Schiffen zu
empfehlen, so weit als möglich nach West zu segeln, weil nördlich vom Breiten-
parallel der Huk Galesong der Seewind zuweilen kräftig aus westlicher Richtung
weht, namentlich je näher man dem Lande ist.
Die Segelanweisungen für Segelschiffe gelten selbstverständlich
auch insoweit für Dampfschiffe, als diese bei den Kursbestimmungen auch den
Strom berücksichtigen müssen.
Die Rhede von Makassar ist zu jeder Zeit ein sicherer Liegeplatz. Es
weht wohl während des Westmonsuns zuweilen ziemlich hart, und kommt es
dann auch, obgleich selten, vor, dafs die an den Molen vertäuten Schiffe abholen