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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

470 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1902. 
Titel „Notes on the form of Cyclones in the Southern Indian Ocean and on 
some Rules given for avoiding their centres.“ 
Allen, die sich mit der Erforschung oder der Verwerthung der Ergebnisse 
der Erforschung der Orkane befafst haben, wird die Bedeutung der Arbeit 
Meldrums auf dem in Rede stehenden Gebiete sofort aus diesen wenigen 
Sätzen klar werden. In dem Berichte über die Feier des 50jährigen Jubiläums 
auf Mauritius wird der Verdienste Meldrums in den hier in Uebersetzung 
wiedergegebenen Worten gedacht: „Dr. Meldrums Arbeit kann unter drei 
Hauptgesichtspunkten zusammengefafst und klassificirt werden. Er begann vor 
50 Jahren mit dem Sammeln der Schiffsjournale, welche von Schiffen, die 
Mauritius anliefen, eingingen, und entnahm denselben alle nur mögliche In- 
formation über Cyklone; darauf trug er die von einem jeden Schiffe entnommenen 
Beobachtungen in eine Karte ein und konstruirte das, was unter dem Namen 
„Ssynoptische Karten“ bekannt ist. Eine darauf Bezug habende Arbeit ist eine 
der ersten in dieser Richtung und erschien unter dem Titel: „Synoptic Weather 
charts of the Indian Ocean for the month of January and February 1861, 
prepared and published under the auspices ‚of the Meteorological Society of 
Mauritius“, Die Bedeutung dieser Arbeit für die Entwickelung nicht allein 
einer Theorie der Wirbelstürme im Indischen Ozean, sondern auch der synop- 
tischen Methode überhaupt, mufs einem Jeden einleuchten, der sich mit den 
hierher gehörigen Untersuchungen beschäftigt hat. Es ist auch darin der Ein- 
Aufs auf die Richtung der neueren Meteorologie erkenntlich, so dafs auch hier 
Meldrum ein wesentliches Verdienst zugeschrieben werden kann. 
Der Periodicität des Regenfalls widmete Meldrum in längeren Unter- 
suchungen grofse Sorgfalt und mühevolle Arbeit. Aus den Untersuchungen über 
den Einflufs der Sonnenflecke auf die magnetischen Elemente hatten sich, wie 
bekannt, bestimmte Beziehungen ergeben, die auf eine erhöhte Einwirkung der 
Sonnenthätigkeit auf die magnetische Thätigkeit der Erde, sofern dieselben 
durch Beobachtungen auf der Erdoberfläche erkannt werden können, schliefsen 
ließen, Dies leitete Meldrum zu dem Gedanken, dafs diese erhöhte Sonnen- 
thätigkeit sich auch auf den Regenfall äufsern könnte, und infolge davon 
unterwarf er die Regenfälle über eine groflse Anzahl von Orten auf der Erde 
einer eingehenden, streng kritischen Untersuchung. Er gelangte daraus zur 
Schlufsfolgerung, dafs, unerachtet mancher der Annahme widersprechenden 
Resultate, die Periodieität der Regenfälle sich in der Weise zeigte, dafs der 
gröfste Regenfall mit dem Maximum der Sonnenflecken und der kleinste Regen- 
fall mit dem Minimum zusammenfiel. Dieser Gegenstand wurde in der Folge 
mehrfach der Untersuchung unterworfen, wobei die Resultate Meldrums auf 
diesem Gebiete vielfach, wenn nicht als Grundlage, doch als Ausgangsstudien 
benutzt wurden. In neuerer Zeit wird diese hochinteressante Frage von 
Sir Norman Lockyer in einer etwas von der Meldrumschen abweichenden 
Methode zum Gegenstand eingehender Forschung gemacht. 
£s wurde schon darauf hingewiesen, dafs an dem Royal Alfred Observatory 
auf Mauritius auch der erdmagnetischen Forschung gründlichste Beachtung ge- 
widmet wurde. Meldrum hatte die nach neueren englichen Grundsätzen 
konstruirten magnetischen Registrirapparate im Observatorium in St. Louis auf- 
gestellt und systematische Aufzeichnungen durchgeführt. Auch die Ergebnisse 
dieser wichtigen Arbeiten wurden in regelmäfsig erscheinenden Berichten ver- 
öffentlicht und trugen wesentlich dazu bei, die Erforschung der erdmagnetischen 
Erscheinungen im Gebiete des Indischen Ozeans zu unterstützen. 
So sehen wir aus dieser flüchtigen Darlegung der wissenschaftlichen 
Arbeiten Meldrums, wie vielseitig und gründlich dieser vortreffliche Mann im 
Interesse der Wissenschaft der Physik der Erde thätig gewesen ist. Sein Name 
wird nicht nur für alle Zeiten mit den Fortschritten der Meteorologie und des Erd- 
magnetismus verknüpft bleiben, sondern es ist ihm auch die praktische Seemanns- 
wissenschaft zu Dank verpflichtet, indem aus seinen Untersuchungen über die 
Cyklone des Indischen Ozeans die um vieles sichereren Angaben über das Fort- 
schreiten dieser von dem Seemanne so gefürchteten Phänomene und dadurch 
auch die gewichtigsten Anweisungen für das Manövriren in denselben abgeleitet 
werden konnten, N
	        
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