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Annalen der Hydrographie und Maritingen Meteorologie, September 1902,
Kleinere Mittheilungen,
i. Segelanweisung von Townsville bis zur Grafton-Passage und durch
die: Louisiaden, (Bericht von S, M.S. „Möwe“, Komdt. Kaptlt. Seiferling,
April 1902.) Von Townsville durch die Grafton-Passage. Nach dem Ver-
lassen des Hafens von Townsville geht man am besten unter Führung eines Lootsen
südlich von Magnetic-Istand bis Bay-Rock. Von hier steuert man, die Cordelia-
Rocks, welche sehr gut zu sehen sind, an B-B. lassend, auf die Südwest-Ecke
der großen Palm-Insel. Dann geht man zwischen der grofsen Palm-Insel und
der Eclipse-Insel durch und steuert dann nördlich durch den Curacao-Chamel,
bis man die nördliche Palm-Insel passirt hat. Von hier setzt man -Kurs
direkt auf North Barnard, welches in geringem Abstande passirt werden kann.
Auf dem Kurse bis North Barnard thut man gut, etwas nach B-B. zu halten,
nach Brook-Island hin, um die Kennedy-Shoals zu vermeiden. Von North
Barnard führt der Kurs direkt auf Fitzroy-Island zu, wobei Higb-Island an
B-B. und Normanby-Island an St-B. bleibt. In der Peilung NW-Bell-Peak und
südliche Erhebung von Fitzroy Island in eins, steuert man dann durch die
Grafton-Passage... Die an beiden Seiten liegenden Riffe sind gut zu sehen.
Durchfahrtdurch die Louisiaden. Von der Graftion-Passage kommend,
steuert man am besten nach der Einfahrt westlich von Uluma-Riff zwischen den.
Dumoulin-Inseln und Bell-Rock nach der Insel Lebrun. Diese Inseln sind bei
klarem Wetter sehr weit sichtbar und namentlich Bell-Rock kann sehr gut aus-
gemacht werden. Von Lebrun steuert man direkt auf Baba garai, welches an
B-B. bleibt, und dann auf Byron-Island zu und von hier auf Blakney-Island, bis
die. südliche. Hardman-Insel mit der Südspitze der Insel Dawson in eins ist.
Dann folgt man dieser Linie, welche von der südlich der Blakney-Insel liegenden:
Untiefe frei führt... Wenn auf diesem Kurse die Blakney-Insel 304° (NWzW) peilt,
setzt man Kurs auf die Insel Jouveney. Zwischen dem Gallows-Riff und Kap
Ventenat mufs man die Position des Schiffes durch häufige Peilungen kontroliren,
da hier starker Strom nach Osten und Westen setzen soll. |
ä Die Durchfahrt durch die Louisiaden, kann nur bei Tage ausgeführt
werden.
2. Ungewöhnliche Abendröthe.!) Am 10.Mai d. J. abends wurde aufS, M.S,
„Gazelle“, Komdt. K-Kapt. Graf v. Oriola, auf der Fahrt von Carupano nach
La Guaira ein besonders intensives Purpurlicht wahrgenommen. Ein grofser
Theil des Horizonts war nach Westen zu fahlgelb gefärbt. KEtwa eine Stunde
nach Sonnenuntergang hatte dieser Schein noch eine ungewöhnlich _ starke
Leuchtkraft bei einer Ausdehnung von Nordwest bis West und einer Höhe
von 15°, Es wurde dies auf die Vulkanausbrüche auf Martinique und St. Vincent
zurückgeführt. ;
Ferner befinden sich in dem meteorologischen Tagebuche äes Reichs-
postdampfers „Darmstadt“, Kapt. C. Dewers, Dolgende Bemerkungen:
„Am 19. Juni 1902 in etwa 11° N-Br. und 64° O-Lg.: Bei Sonnenunter-
gang auffallend stark gerötheter Westhimmel; die Färbung war noch 1‘ Stunde
nach Sonnenuntergang deutlich wahrnehmbar. Steht dieses Phänomen vielleicht
in irgend welchem Zusammenhang mit den vulkanischen Ausbrüchen auf
Martinique? ; . . . .
Am 20. Juni in etwa 12° N-Br. und 59° O-Lg: Das am Tage vorher
beobachtete Phänomen wurde in gleicher Stärke beobachtet. Der Himmel war
wolkenlos, doch befanden sich im Westen anscheinend Cir-Str.
Am. 21. Juni in etwa 13° N-Br. und 54° O-Lg: Die Erscheinung wie an
den vorhergehenden Tagen. ;
Am 22. Juni in etwa 13° N-Br. und 52° O-Lg.: Etwa 1 Stunde vor
Sonnenaufgang starke röthliche Färbung des Osthimmels. Abends bei Sonnen-
untergäng trat die Erscheinung wieder ein, sie war jedoch in Bezug auf
Färbung weniger auffallend.“ . 8
1) Siehe auch die Bemerkung in dem Aufsatz von Dr. Schott, „Ozeanographische Beob-
schtungen etc.“, „Ann. d. Hydr. ete.“.-1902. Seite 430. --